Oskar Fischer (Maler)

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Oskar Fischer (Mitte) 1952 im Gespräch mit Otto Nagel (links)

Oskar Fischer (* 4. August 1892 in Karlsruhe; † 3. Februar 1955 in Berlin-Köpenick) war ein deutscher Maler des Expressionismus und Kommunist.

Leben[Bearbeiten]

Fischer machte eine Lehre als Dekorationsmaler. Er besuchte drei Jahre lang die Kunstgewerbeschule und für zwei Jahre die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Danach war er als Maler und Gebrauchsgrafiker tätig. Er war Mitglied der Gruppe Rih. Er malte aber schon in Karlsruhe einige Zeit vor deren Gründung und vor seiner Teilnahme am Ersten Weltkrieg, da ein 2004 versteigertes Selbstbildnis auf 1911 datiert ist und auf dem Keilrahmen die Karlsruher Adresse „Bismarckstraße 37a“ steht.

Er war seit 1917 verheiratet mit Elise Gläser. 1919 wurde er Mitglied im Spartakusbund. Seit 1921 in Berlin, gehörte Fischer zur Novembergruppe und zum Sturm; er war Mitglied der KPD. Unter anderem brachte er illegal lebende Genossen unter. Er arbeitete für linke Zeitschriften. 1928 fuhr er als technischer Mitarbeiter zum Komintern-Kongress nach Moskau. In der Zeit des Nationalsozialismus arbeitete er von 1933 bis 1936 als Funker für die KPD und fertigte gefälschte Papiere an. Er war Hersteller eines Stempels für die Europäische Union (Widerstandsgruppe). Als diese aufflog, wurde auch Fischer am 18. September 1943 verhaftet. Der Haftbefehl wurde mangels Beweise am 11. Februar 1944 aufgehoben, im März wurde er aus dem Zuchthaus Brandenburg-Görden entlassen. In den letzten Kriegswochen zogen ihn die Nazis zum Volkssturm ein, damit geriet er am 1. Mai 1945 in russische Gefangenschaft, aus der er am 3. Mai entlassen wurde. Danach war er Redakteur bei der Deutschen Volkszeitung, später beim Neuen Deutschland. 1949 übersiedelte er nach Ostberlin. 1952 wurde Fischer pensioniert.