Oskar Fischinger

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Oskar Fischinger (* 22. Juni 1900 in Gelnhausen; † 31. Januar 1967 in Los Angeles) war ein Filmemacher und Pionier des abstrakten Films. Er arbeitete auch als Spezialist für Trickeffekte. Er war der Bruder von Hans Fischinger.

Leben[Bearbeiten]

Nach einer Lehre als Orgelbauer arbeitete Fischinger als Maschinenbautechniker in Frankfurt am Main. 1922 erlangte er einen Abschluss als Ingenieur.

Unter dem Einfluss von Walther Ruttmanns „Opus I“ wandte Fischinger sich dem abstrakten Film zu. Er entwickelte eine Wachsschneidemaschine, mit deren Hilfe er organisch-fließende Bildsequenzen erstellte. In Werbespots für „Muratti“ (1934/35) sind die Protagonisten zur Ballett-Musik marschierende Zigaretten.

Im Februar 1936 emigrierte Fischinger in die Vereinigten Staaten, wo er unter Fürsprache von Ernst Lubitsch ein Angebot der Paramount in Hollywood erhielt. Unterstützt wurde die mittellose Familie von Paul Kohner und Charlotte Dieterle, die 1938 den European Film Fund gründeten. Im Dezember 1936 unterschrieb Fischinger einen Vertrag mit Metro-Goldwyn-Mayer (MGM).[1] Später entwarf er für Walt Disney die Verfilmung der Toccata und Fuge in D-Moll für dessen Film Fantasia (1939).

Fischinger war seinerzeit einer der wenigen Filmemacher, die sich schon zu Beginn des Tonfilms in den 1920er Jahren Gedanken machten über die Verbindung von Musik und visuellen Effekten. In Filmen wie ‘‘Studien‘‘ beispielsweise ordnete er in den Eröffnungssequenzen den visuellen Rhythmus dem auditiven unter.[2] Fischingers Arbeiten und die seiner avantgardistischen Kollegen (Walter Ruttmann, Hans Richter, Viking Eggeling u. a.) gelten als Vorläufer des modernen Videoclips.

Ab 1936 widmete sich Fischinger auch der Malerei und malte abstrakt.

2012/13 zeigt das EYE Film Instituut Nederland im Amsterdam die Ausstellung Oskar Fischinger (1900-1967): Experiments in Cinematic Abstraction.

Werk[Bearbeiten]

  • Silhouetten (1920)
  • Stäbe (1920)
  • Studien 1–4 (1921–1925)
  • Spiralen (1925)
  • Allegretto (1936)
  • American March (1941)
  • Komposition in Blau (1935)
  • Kreise (Alle kreise erfasst Tolirag) (1933)
  • Motion Painting Nr. 1 (1947)
  • München-Berlin Wanderung (1927–1929)
  • Muntz TV Commercial (1952)
  • Muratti greift ein (1934)
  • Muratti Privat (1935)
  • Mutoscope Reels (1945)
  • Organic Fragment (1941)
  • Seelische Konstruktionen (1927)
  • R-1 Ein Formspiel (1927)
  • Studie Nr. 2 (1929)
  • Studie Nr. 3 (1930)
  • Studie Nr. 4 (1930)
  • Studie Nr. 5 (1930)
  • Studie Nr. 6 (1930)
  • Studie Nr. 7 (1930/31)
  • Studie Nr. 8 (1931)
  • Studie Nr. 9 (1931)
  • Studie Nr. 12 (1932)
  • Studie Nr. 13 (1933/34)
  • An Optical Poem (1937)
  • Wachs Experimente (1921)

Literatur[Bearbeiten]

  • William Moritz: Optical Poetry: The Life and Work of Oskar Fischinger. Indiana University Press, 2004, ISBN 0-253-21641-9
  • Helmut Herbst: Mit der Technik denken. Konstruktion einer Augenmusik. In: Sound & Vision, Musikvideo und Filmkunst. Frankfurt 1993, Seite 36-41
  • Deutsches Filmmuseum Frankfurt am Main; Hg.: Hoffmann, Hilmar; Schobert, Walter: Optische Poesie - Oskar Fischinger - Leben und Werk Frankfurt am Main [C. Adelmann] 1993, ISBN 3-88799-045-5
  • Ursula Cremerius: Der Abstrakte Avantgardefilm. Ein Beitrag zur Filmpoesie, Hamburg 1986

Dokumentarfilm[Bearbeiten]

  • Muratti & Sarotti, Geschichte des deutschen Animationsfilms, Regie: Gerd Gockell, 80 min., 2000 [1]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Herbert Gehr: Optische Poesie: Oskar Fischinger Leben und Werk, Deutsches Filmmuseum, Frankfurt am Main, 1993, S. 50
  2. The Art Of The Film Title Design Throughout Cinema History von Julia Mey