Oskar Kolberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Oskar Kolberg
Kolberg Oskar Lud 1890 Kaliskie.jpg

Oskar Kolberg (Henryk Oskar Kolberg) (* 22. Februar 1814 in Przysucha; † 3. Juni 1890 in Krakau) war ein polnischer Komponist und Ethnograf. Er gilt als Begründer der polnischen Ethnografie.

Leben[Bearbeiten]

Er war der Sohn von Julius Kolberg, einem aus Preußen 1798 eingewanderten Kartografen, Professor an der Warschauer Universität, und Karolina Fryderyka Mercoeur, einer in Warschau geborenen Französin. Der junge Oskar besuchte das Warschauer Lyzeum, dessen Direktor Samuel Linde war, gleichzeitig studierte er 1832–1836 Musik bei Ignacy Feliks Dobrzyński.

Später studierte er Musik in Berlin bei Christian Friedrich Johann Girschner und Carl Friedrich Rungenhagen. Er wollte Komponist werden, 1853 wurde seine Oper „Der Schäferkönig“ uraufgeführt.

Zurück in Warschau gab er Musikunterricht, wurde Buchhalter und 1845–1857 Beamter bei der Bahndirektion Warschau–Wien. Er arbeitete außerdem als Bankangestellter und Bahnbeamter. Während dieser Zeit sammelte er mehrere Hundert Volkslieder aus der Region Masowien, die er zunächst in Form von Liederbüchern herausgab. Er wurde Gründer der polnischen Ethnografie. Dank eines Stipendiums der Mianowski-Kasse veröffentlichte er ein Werk in fünf Bänden über die Volksmusik von Masowien.

1871 siedelte er von Warschau nach Mogilany bei Krakau, später nach Modlnica, 1884 nach Krakau über.

1873 wurde er zum Mitglied der Polnischen Akademie des Könnens in Krakau (Polska Akademia Umiejętności) gewählt.

Werke[Bearbeiten]

  • 1857 ist seine Sammlung von 400 polnischen Volksliedern unter dem Titel „Pieśni Ludu Polskiego“ (Lieder des polnischen Volkes) erschienen.
  • 1857–1890 wurden 33 Bände seines Werkes „Lud. Jego zwyczaje, sposób życia, mowa, podania, przysłowia, obrzędy, gusła, zabawy, pieśni, muzyka i tańce“ (Das Volk, seine Bräuche, Lebensweise, Sprache, Volkssagen, Sprichwörter, Rituale, Zaubereien, Spiele, Lieder, Musik und Tänze) veröffentlicht. Postum erschienen noch drei Bände aus seinem Nachlass.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]