Oskar Müller
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Oskar Müller (* 25. Juni 1896 in Wohlau/Schlesien; † 14. Januar 1970 in Langen (Hessen)) war ein deutscher Politiker der KPD.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Leben
1918 wurde er in einen Soldatenrat gewählt. 1922 trat er in die KPD ein, für die er von 1925 bis 1933 im Preußischen Landtag saß. Ab 1924 war er in der KPD Hessen verantwortlich für Zusammenarbeit mit Gewerkschaften.
Müller wurde 1933 verhaftet, zunächst ins Zuchthaus gebracht und schließlich ins Konzentrationslager deportiert. Bis 1939 war Müller im KZ Sachsenhausen. Im KZ Dachau betrieb er als Lagerältester antifaschistische Arbeit und wurde nach der Befreiung durch die 7. US-Armee, Mitgründer des Comité International de Dachau.
Am 15. Oktober 1945 setzten die Amerikaner ihn als Minister für Arbeit und Wohlfahrt in Hessen unter Ministerpräsident Karl Geiler (SPD) ein. Am 5. Januar 1947 wurde er aus seinem Amt entlassen.
Oskar Müller gehört zu den Vätern der Hessischen Verfassung. Besonders wirkte er mit an dem Verbot der Aussperrung in der Verfassung und an den Artikeln 41 und 42, die die Überführung der Großindustrie in Gemeineigentum vorsehen. Auch am Betriebsverfassungsgesetz und an der gesetzlichen Regelung zur Kriegsopferversorgung hat er mitgewirkt.
Dem Deutschen Bundestag gehörte Müller in der ersten Legislaturperiode (1949-1953) an. Am 15. Juni 1950 wurde Müller wegen unparlamentarischen Verhaltens gemeinsam mit seinen Fraktionskollegen Heinz Renner, Friedrich Rische und Walter Vesper durch Bundestagspräsident Erich Köhler für 20 Sitzungstage von der Teilnahme an Plenarsitzungen ausgeschlossen.
Als hessischer Landesvorsitzender wurde er 1951 durch den KPD-Bundesvorstand abgesetzt und durch Klaus Weigle ersetzt. Ihm wurde vorgeworfen, im Wahlkampf nicht hinreichend die Linie der sowjetischen Deutschlandpolitik vertreten zu haben, außerdem habe sich im hessischen Landesverband durch seine Verfehlungen „der Opportunismus wie eine Seuche ausgebreitet“.[1] Verhaftung 1953 wegen angeblichem Verfassungsbruch (Klage wurde zurückgewiesen).
Nach dem KPD-Verbot verstärkte er ab 1956 seine Tätigkeit bei der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN).
[Bearbeiten] Literatur
- Hermann Weber/Andreas Herbst: Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945, Berlin: Karl Dietz Verlag 2004, S. 520. ISBN 3-320-02044-7.
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Oskar Müller im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Quelle: Freies Volk, 21. Februar 1951.
Oskar Müller | Josef Arndgen | Heinrich Fischer | Gotthard Franke | Heinrich Hemsath | Horst Schmidt | Armin Clauss | Karl-Heinrich Trageser | Heide Pfarr | Christine Hohmann-Dennhardt (komm.) | Ilse Stiewitt | Barbara Stolterfoht | Marlies Mosiek-Urbahn | Silke Lautenschläger | Jürgen Banzer
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Müller, Oskar |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker der KPD |
| GEBURTSDATUM | 25. Juni 1896 |
| GEBURTSORT | Wohlau, Schlesien |
| STERBEDATUM | 14. Januar 1970 |
| STERBEORT | Langen (Hessen) |

