Oskar Pfister

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Oskar Robert Pfister (* 23. Februar 1873 in Wiedikon; † 6. August 1956 in Zürich; heimatberechtigt in Zürich) war ein Schweizer reformierter Pfarrer und Psychologe.

Leben[Bearbeiten]

Oskar Pfister war der Sohn des reformierten Pfarrers Johannes Pfister (1838-1876) und der Klavierlehrerin Luise, geb. Pfenninger (1843-1918) und kam in Zürich-Wiedikon als jüngster von vier Brüdern zur Welt. Nach dem Tod des Vaters im März 1876 übersiedelte die Mutter, die aus einer pietistischen Familie stammte, in die Herrenhutter Gemeinde Königsfeld im badischen Schwarzwald. [1]. Er studierte Evangelische Theologie, Philosophie und Psychologie an den Universitäten Basel, Zürich und Berlin. 1898 promovierte er an der Philosophischen Fakultät der Universität Zürich über die Religionsphilosophie Alois Emanuel Biedermanns. Im selben Jahr heiratete er Erika Wunderly (1872-1929), die 1899 den gemeinsamen Sohn Oskar zur Welt brachte.

Von 1897 bis 1920 war er Pfarrer in Wald. 1920 übernahm er eine Pfarrstelle in Zürich, die er bis 1939 innehatte. Pfister unterhielt Beziehungen zu den religiösen Sozialisten von Leonhard Ragaz. Zwischen 1909 und 1939 korrespondierte er regelmässig mit Sigmund Freud über Theologie und Psychoanalyse. Er war einer der Pioniere der Psychoanalyse in der Schweiz und gehörte zum Kreis der Zürcher Schule der Psychoanalyse um Eugen Bleuler und Carl Gustav Jung. 1919 war er Mitgründer der Schweizerischen Gesellschaft für Psychoanalyse. Er verfasste die erste theologische Würdigung der Psychologie Sigmund Freuds, insbesondere des Buches Die Zukunft einer Illusion. 1929 starb seine Frau. 1930 heiratete er Martha Zuppinger-Urner, eine verwitwete, 1898 geborene verwitwete Cousine, die zwei Kinder in die Ehe mitbrachte.

1934 wurde er mit einem Ehrendoktorat der Universität Genf ausgezeichnet.

Ab 1939 bis zu seinem Tod lebte er in Zürich-Witikon.

Oskar Pfister Award[Bearbeiten]

Zum Andenken an Oskar Pfister vergibt die American Psychiatric Association zusammen mit der Association of Professional Chaplains für aussergewöhnliche interdisziplinäre Beiträge über Religion und Psychiatrie den Oskar Pfister Award. Zu den Preisträgern gehören: Jerome D. Frank, Victor Frankl, Hans Küng, Oliver Sacks, James W. Fowler, Ana-Maria Rizzuto, Allen E. Bergin und Irvin Yalom.[2]

Schriften[Bearbeiten]

  • Das Christentum und die Angst: Eine religionspsychologische, historische und religionshygienische Untersuchung. Zürich, Artemis 1944

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dieter Schwarz, Oskar Pfister. In: Werner Weber:: Helvetische Steckbriefe. 47 Schriftsteller aus der deutschen Schweiz seit 1800. Artemis Verlag, Zürich/ München 1981, ISBN 3-7608-0540-X, S. 169-179
  2. Liste vergangener Preisträger des Oskar Pfister Awards (PDF).