Oskar Zwintscher

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Selbstbildnis

Oskar Zwintscher (* 2. Mai 1870 in Leipzig; † 12. Februar 1916 in Dresden) war ein deutscher Maler.

Leben[Bearbeiten]

Zwintscher studierte von 1887 bis 1890 an der Akademie in Leipzig und war von 1890 bis 1892 Schüler von Leon Pohle und Ferdinand Pauwels an der Kunstakademie in Dresden. Nach seinem Studium ließ er sich als freischaffender Künstler in Meißen nieder, wo er einige Jahre auf der Albrechtsburg lebte und durch das „Munkeltsche Legat“, einem Stipendium der E. Munkeltschen Stiftung für sächsische Maler, für drei Jahre frei arbeiten konnte. Im Jahr 1898 trat er erstmals mit einer größeren Kollektion seiner Werke an die Öffentlichkeit. Er war Preisträger beim ersten Preisausschreiben von Ludwig Stollwerck für Entwürfe von Stollwerck-Sammelbildern im Jahre 1898. Preisrichter waren die Professoren Emil Doepler d.J., Woldemar Friedrich, Bruno Schmitz und Franz Skarbina aus Berlin sowie ein Teilhaber der Firma Stollwerck. Weitere Preisträger waren Adolf Münzer aus München, Gustav Adolf Closs aus Stuttgart, A. Haas aus München, August Unger aus Berlin, W. Wulff aus Karlsruhe, Helene Schulz aus Berlin, Hans Anker aus Berlin, A. Bauer jr. aus Düsseldorf, P.O. Engelhard aus München, A. Höfer aus München, A. Klingner aus Berlin, H. Krause aus Berlin, E. Neumann aus München, F.P. Schmidt aus Dresden, Ad. Wagner aus Kassel und P. Wendling aus Friedenau. [1]

Porträt Heinrich Vogeler, 1901

1898 wurde Zwintschers Sammelbildserie „Jahreszeiten“ veröffentlicht, 1900 folgte die Serie „Das Gewitter“. 1904 war er Preisrichter bei einem Preisausschreiben von Ludwig Stollwerck und Otto Henkell um die Einreichung von Entwürfen „von Illustrationen zum Zweck der Propaganda für ihre Fabrikate Schokolade bzw. Kakao und Champagner.“ Weitere Preisrichter waren Emil Doepler d.J. aus Berlin, Woldemar Friedrich aus Berlin , Klaus Mayer aus Düsseldorf, Bruno Schmitz aus Berlin, Raffael Schuster-Woldau aus München, Franz Skarbina aus Berlin und Kommerzienrat Georg Büxenstein aus Berlin. [2]

Zwintschers Grab

Die Bilder Zwintschers stehen ganz in der malerischen Tradition eines Cranach oder Holbein. Sie sind keine subjektiven Momentaufnahmen, sondern eine wirklichkeitsgetreue Aufnahme im Stile der alten Meister. Ludwig Richter, Moritz von Schwind und Arnold Böcklin haben den jungen Künstler beeinflusst. Mit dem Maler Sascha Schneider (Rudolf Karl Alexander Schneider) verband ihn eine enge Freundschaft.

Seit 1903 unterrichtete Zwintscher als Professor an der Dresdner Kunstakademie. Er war ein sehr sorgfältiger, ja pedantischer Maler und ein prinzipieller Gegner des Impressionismus. Ein Zeitgenosse beschrieb ihn einmal als „einen guten Sachsen und echten Sohn der mitteldeutschen Ebene, aber auch etwas geschäftsfremd und versponnen.“

Oskar Zwintscher starb 1916 in Dresden. Sein Grab befindet sich auf dem Künstlerfriedhof im Dresdner Stadtteil Loschwitz. Die Grabfigur, ein Ephebe mit gesenkter Fackel, stammt von Sascha Schneider.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Mädchen mit weißen Astern, 1903
  • Die schlechte Nachricht (1891)
  • Schwere Stunden (1893)
  • Sehnsucht (1895)
  • Ein Gespenst des Jahrhunderts (1898)
  • Gram (1898)
  • Heinrich Vogeler (1901)
  • Clara Rilke-Westhoff (1902)
  • Melodie (1903)
  • Pieta (1906)
  • Oberbürgermeister Beutler (1910)
  • Frau Apel (1912)
  • Lenzfreude (1915)
  • Bildnis des Schriftstellers Ottomar Enking
  • Bildnisse seiner Frau – Bildnis in Blumen (1904), Bildnis mit grünschwarzen Kacheln (1906), Gold und Perlmutter (1909), Bildnis im Sommergarten (1910)
  • Bildnisse von anderen Frauen und Kinderbildnisse – Bildnis mit Narzissen, Bildnis mit weißen Astern, Bildnis mit gelben Narzissen, Bildnis mit Georginen, Kinderbildnis mit Stiefmütterchen, Kind mit Rosen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Rolf Günther (Hrsg.): Oskar Zwintscher, 1870–1916. Leben und Werk mit dem Werkverzeichnis der Gemälde. Edition Sandstein, Dresden 1999, ISBN 3-930382-29-6.
  • Rolf Günther: Der Symbolismus in Sachsen 1870–1920. Edition Sandstein, Dresden 2005, ISBN 3-937602-36-4.
  • Birgit Nachtwey: Rainer Maria Rilke und der Maler Oskar Zwintscher in Worpswede. Eíne Dokumentation. Worpsweder Verlag, Worpswede 1999, ISBN 3-89299-190-1.
  • Joachim Uhlitzsch (Hrsg.): Oskar Zwintscher. Seemann, Leipzig 1984 (Seemann-Kunstmappe).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hofacker, Prof. Karl: Kunstgewerbeblatt 9. Jahrgang, Leipzig, 1898.
  2. Hofacker, Prof. Karl: Kunstgewerbeblatt 15. Jahrgang, Leipzig, 1904.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oskar Zwintscher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien