Osmanisch-saudischer Krieg

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Osmanisch-saudischer Krieg
Osmanisches Eyalet: Habeş inkl. Arabische Halbinsel
Osmanisches Eyalet: Habeş inkl. Arabische Halbinsel
Datum 1811 bis 1818
Ort heutiges Saudi-Arabien
Casus Belli Einnahme mehrere Gebiete der Arabischen Halbinsel und des Hedschas durch die Saudis.
Ausgang Sieg der osmanischen Armee, Vernichtende Niederlage für die saudischen Truppen
Folgen Zerschlagung und Auflösung des ersten Saudischen Staates, Zerstörung von Diraja und anderer saudischen Städte, Hinrichtung von Abdallah I. ibn Saud und Deportation mehrere Mitglieder der Saudi-Dynastie.
Konfliktparteien
First-saudi-state3.JPG Erster Saudi Staat
Befehlshaber
Ottoman flag.svg OttomanCoatOfArms.png Mahmud II.

Ottoman flag.svg Muhammad Ali Pascha

Ottoman flag.svg Ibrahim Pascha

Ottoman flag.svg Tosun Pascha

First-saudi-state3.JPG Saud I. ibn Abd al-Aziz

First-saudi-state3.JPG Abdallah I. ibn Saud

Truppenstärke
c.a 50.000 (darunter 20.000 Ägypter) c.a 20.000
Verluste
2000 tote und 1000 verletzte Soldaten 11000 tote Soldaten,

1000 verletzte Soldaten, über 15000 tote Zivilisten, Zerstörung von Diraja, Besetzung des Staatsgebietes durch das Osmanische Reich.

Der Feldzug Ibrahims gegen die Wahhabiten

Der osmanisch-saudische Krieg (auch bekannt als frühe Arabische Revolte) war eine Auseinandersetzung des Osmanischen Reiches unter Mahmud II. und einem Bündnis von Beduinenstämmen im Gebiet des heutigen Saudi-Arabien geführt von Saud I. ibn Abd al-Aziz, ab 1814 von dessen Sohn Abdallah I. ibn Saud. Sie bestand im Wesentlichen aus acht größeren Gefechten zwischen 1811 und 1818:

Alle Gefechte wurden von der Osmanischen Armee gewonnen.

Auslöser[Bearbeiten]

Die Dynastie der Saud vereinigte verschiedene Beduinenstämme unter ihrer Führung. Innerhalb weniger Jahre brachten sie den Großteil der Arabischen Halbinsel unter ihrer Herrschaft und drangen in das Hedschas vor, wo sie 1806 Mekka und Medina von den Osmanen eroberten.

Das Osmanische Reich, das sich mitten in einer Umbruchphase befand und mit Kriegen gegen Europa und Russland ausgelastet war, reagierte erst spät. Der osmanische Sultan Mahmud II. wollte die neue Macht in Zentral-Arabien einschränken und erteilte seinem ägyptischen Statthalter Muhammad Ali Pascha fünf Jahre später den Befehl, einen Feldzug gegen die Saudis durchzuführen. Der Befehlshaber der ägyptischen Armee war ab 1816 Ibrahim Pascha, der Sohn von Muhammad Ali Pascha.

Kriegsverlauf[Bearbeiten]

Die Osmanen hatten schon 1812 und 1813 Medina und Mekka zurückerobert und bereiteten sich auf einen Feldzug in den Nadschd vor, dafür wurden auch Serratkuli mobilisiert.

Allerdings hatten die Osmanischen Truppen aus Ägypten (20.000 Mann) große Nachschubprobleme, die erst gelöst werden konnten, nachdem Muhammad Ali Pascha das Kommando in Arabien übernahm. Im Januar 1815 gelang es Muhammad Ali, den Saudis unter Faisal zwischen Turaba und Kulakh im Naschd eine schwere Niederlage beizubringen, zuvor hatte die Osmanische Armee bereits sechs Gefechte für sich gewinnen können. Die Eroberung von Diriyya, die damalige Hauptstadt des Saudi Reiches konnte aber zunächst verhindert werden, da Muhammad Ali durch Unruhen der Mamelucken in Ägypten abgelenkt wurde und mit Abdallah I. einen Friedensvertrag abschloss.

1817 ließ Muhammad Ali den Krieg durch seinen Stiefsohn Ibrahim Pascha fortsetzen, dem schon im Mai ein Erfolg über Abdallah I. gelang. Im März 1818 erreichten die Osmanischen Truppen unter Ibrahim Diraja und erzwangen nach sehr heftigen Kämpfen und sechs Monate dauernder Belagerung mit schwerer Artillerie im September die Kapitulation der Stadt. Abdallah I. ibn Saud geriet in ägyptische Gefangenschaft und wurde an die Osmanen ausgeliefert. Am 17. Dezember 1818 erfolgte in Istanbul seine Hinrichtung durch Enthauptung mit einem Schwert, zuvor wurde er von einem Gericht wegen "Korruption auf Erden", "Spaltung von Muslimen" und "Rebellion gegen den Kalifen" zum Tode verurteilt. Ein Großteil des Saudi Clans wurde von Ibrahim nach Kairo und Istanbul deportiert. Im folgenden Jahr wurde Diraja von der Osmanischen Armee vollständig zerstört, die Ortsteile al-Turaif und Ghasiba blieben bis heute ruinös. Sie sind heute ein Ziel für einheimische Touristen in Saudi-Arabien.

Siehe auch: Geschichte des Islam

Quelle[Bearbeiten]

  • Cem Yayinları: (Türkiye Tarihi 3) Osmanlı Devleti 1600-1908. Istanbul 2000, ISBN 975-406-565-9