Ossetien

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Ossetien ist das Land des Volks der Osseten.

Nord- und Südossetien
Völker des Kaukasus: Osseten in hellgrün

Politisch[Bearbeiten]

Ossetien ist heute politisch in zwei verschiedene aneinander grenzende Regionen verschiedener Staaten geteilt:

Geographie[Bearbeiten]

Ossetien oder Ossetien-Alanien ist ein gebirgiges Gebiet im Kaukasus. Es grenzt im Nordwesten an Kabardino-Balkarien, im Nordosten an Inguschetien und Tschetschenien (siehe auch Nordossetien-Alanien), sowie im Süden und Südwesten an Georgien (siehe auch Südossetien).

Sprache und Religion[Bearbeiten]

Das Ossetische ist eine iranische Sprache. Die Osseten sind zumeist Christen der russisch-orthodoxen Kirche.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Osseten sind die einzige indoeuropäische (nordiranische) Ethnie, die im Zentralkaukasus lebt. Umgeben sind sie von Ethnien (Inguschen, Kabardiner, Georgier) die zur ibero-kaukasischen Sprachfamilie gehören. Die Osseten bezeichnen sich als Nachfahrer der Alanen, die in schriftlichen Quellen zum ersten Mal im 1. Jahrhundert n. Chr. auftauchen. Die Alanen lebten damals an den Nordhängen des Kaukasus, überwiegend im westlichen Teil, wo sie im frühen Mittelalter einen Staat gründeten. In georgischen Quellen bezeichnet man diesen Staat mit dem Namen „Owseti“ (Georgische Quellen kennen die Bezeichnung Alanen nicht, die russische Bezeichnung für die Osseten kommt aus dem georgischen „ Osseti“). Die Verbindungswege von Georgien nach Ossetien liefen durch das Tal des Flusses Terek (georgisch Tergi), daher nannte man den Ausgang durch das Dariali-Tal das “Tor der Osseten“, so die georgischen Quellen. Die Bezeichnung Dariali ist persischen Ursprungs: Dari-alan heißt übersetzt “Tor der Alanen“. Die Region ist seit dem Altertum besiedelt. Im 7. Jahrhundert vor Christus wanderten mit den Skythen verwandte iranische Stämme ein. Im 9. Jahrhundert n. Chr. entstand der Staat Alanien unter dem Volk der Alanen, den direkten Vorfahren der Osseten. Einige Bauwerke aus dieser Zeit sind heute noch vorhanden, u. a. Wehrtürme.[1]

Gouvernemente und Oblaste des Kaukasus im Russischen Reich

Im 13. Jahrhundert wurde Ossetien-Alanien von den Mongolen verwüstet, später stand die Region unter dem Druck der Osmanen und Tataren. Im 18. Jahrhundert erlangte Alanien-Ossetien die Unabhängigkeit. Da es aber zwischen den Großmächten Osmanisches Reich, Persien und Russland lag, entschied es 1774, freiwillig dem russischen Reich beizutreten und dafür eine gewisse Autonomie zu behalten.[2] Damit war das Gebiet der Osseten unter den ersten in der Kaukasusregion, die unter russische Oberhoheit gerieten. Im weiteren kam Nordossetien zur Oblast Terek des Russischen Reiches, während Südossetien als autonomer Okrug Teil des Gouvernement Tiflis war.

Zu Zeiten der Sowjetunion war Nordossetien unter dem Namen Nordossetische ASSR eine Autonome Sowjetrepublik (ASSR), während Südossetien die meiste Zeit Teil der Georgischen SSR war. Für die weitere Geschichte der Teile Ossetiens siehe unter Nordossetien-Alanien bzw. Südossetien.

Pläne zur Vereinigung[Bearbeiten]

Um die Konfliktbeilegung in Zchinwali voranzutreiben, trafen sich am 23. März 1991 der Vorsitzende des Obersten Rates der Russischen Föderation Boris Jelzin und der Vorsitzende des Obersten Rates der Republik Georgien Zwiad Gamsachurdia in Georgien in der Ortschaft Kasbegi. Es wurden einige wichtige Maßnahmen zur Konfliktbeilegung vereinbart, allen voran ein Beschluss über ein neues Abkommen zwischen Russland und Georgien. Das Abkommen sollte in Tbilissi unterzeichnet werden. Es wurde ein Gesprächsprotokoll unterzeichnet, das einige Schritte zur Normalisierung vorsah.

Am 26. August 2008 erkannte Russland Südossetien als unabhängigen Staat an. Damit stand sofort die Vereinigung Ossetiens zur Debatte. Am 29. August 2008 erklärten der südossetische Parlamentspräsident Snaur Gassijew und seine Vertreterin Gassiewa Kokoti, es sei mit Moskau eine Vereinigung Ossetiens innerhalb der Russischen Föderation vereinbart worden, die in einigen Jahren vollzogen werden solle. Der Kreml verneinte jedoch die Existenz einer solchen Abmachung.[3] Der Präsident Südossetiens, Eduard Kokoity, erklärte am 11. September, dass Südossetien nicht unabhängig, sondern ein Teil Russlands sein wolle. Diese Sache sei bereits durch die Geschichte entschieden. Die Vorfahren haben diese Entscheidung bereits getroffen.[4] Noch am selben Tag dementierten Kokoity und Russlands Außenminister Sergei Lawrow die Anschlusspläne und bekräftigten die Unabhängigkeit Südossetiens.[5] Die Aussage Kokoitys habe sich auf den freiwilligen Beitritt Ossetiens zu Russland im Jahre 1774 bezogen.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ossetien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/404901/index.do Die Presse: Ossetien von 1198 bis heute
  2. http://cominf.org/2008/09/10/1166478244.html Informationen der Republik Südossetien
  3. NEWSru.com: Спикер парламента ЮО раскрыл соглашение Медведева и Кокойты: РФ присоединит ЮО "в течение нескольких лет" (29. August 2008)
  4. Spiegel.de: Kaukasus-Konflikt: Südossetien will Russland beitreten
  5. Spiegel.de: Kaukasus-Konflikt: Südossetiens Präsident dementiert Russland-Anschluss
  6. http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Georgien/ossetien.html AG Friedensforschung Uni Kassel