Ossiacher See
| Ossiacher See | ||
|---|---|---|
| Geographische Lage | Östlich Villachs | |
| Zuflüsse | Tiebel | |
| Abfluss | Seebach zur Drau | |
| Orte am Ufer | Ossiach (Süden), Bodensdorf (Norden) | |
| Gemeinden | Villach, Ossiach, Steindorf, Treffen | |
| Daten | ||
| Koordinaten | 46° 40′ 13″ N, 13° 57′ 50″ O46.67027777777813.963888888889501Koordinaten: 46° 40′ 13″ N, 13° 57′ 50″ O | |
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| Höhe über Meeresspiegel | 501 m ü. A. | |
| Fläche | 10,7875 km² [1] | |
| Länge | 10,38 km [1] | |
| Breite | 1,54 km [1] | |
| Volumen | 206,28 Mio. m³ [1] | |
| Umfang | 25 km [1] | |
| Maximale Tiefe | 52,6 m [1] | |
| Mittlere Tiefe | 19,6 m [1] | |
| Einzugsgebiet | 162,91km²[2] | |
Der Ossiacher See (slowenisch Osojsko jezero) ist der drittgrößte See des österreichischen Bundeslands Kärnten. Er befindet sich nordöstlich von Villach.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Er liegt auf einer Höhe von 501 m ü. A. und ist an seiner tiefsten Stelle 52 m tief, die Fläche beträgt ca. 10,5 km². Die größte Ausdehnung erreicht er von Südwesten nach Nordosten mit einer Länge von etwa 10,2 Kilometer, an der schmalsten Stelle zwischen Ostriach und Ossiach ist der See ungefähr 600 Meter breit. Der See ist eingebettet zwischen den bewaldeten Steilabfällen der Gerlitzen im Norden und den westlichen Ausläufern der Ossiacher Tauern im Süden. Der Ossiacher See ist holomiktisch, das heißt, er wird während der Zirkulationsphasen im Frühjahr und Spätherbst bis zum Grunde durchgemischt. Naturbelassene Seen- und Uferbereiche des Ossiacher Sees wurden zu Natur- und Landschaftsschutzgebieten erklärt.
Die Ostbucht wird von der Bleistatt eingenommen, einem ehemaligen Moor (Bleistätter Moor), das von der Tiebel, dem Hauptzufluss des Sees, durchströmt wird. Entwässert wird der See über den Villacher Seebach in die Drau.
Der Hauptort am See ist Ossiach mit dem bekannten Stift Ossiach, größte Gemeinde jedoch Villach mit dem Ortsteil Landskron. Der Rest des Sees verteilt sich auf die Gemeinden Treffen mit Annenheim und Sattendorf sowie Steindorf mit dem Ortsteil Bodensdorf.
Flora und Fauna [Bearbeiten]
An Schwimmblattpflanzen kommen im See Seerose (Nymphaea alba) und Gelbe Teichrose (Nuphar lutea) vor. Landeinwärts folgen Gewöhnliche Teichbinse (Scirpus lacustris) und Rohrkolben, sodann Schilf (Phragmites australis). Eine seltene Pflanzenart im Röhricht ist der Kalmus (Acorus calamus), der hier häufig gemeinsam mit Igelkolben (Sparganium erectum) und Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus) wächst. Weiter landeinwärts folgt ein Gürtel aus Großseggen, vor allem Horsten der Steifen Segge (Carex elata), gefolgt von einem Schwarz-Erlen-Bruchwald. Die Flachmoore sind heute weitgehend durch Wiesen, Weiden und Äcker verdrängt. Eine Besonderheit im Bereich der Tiebelmündung ist die Wassernuss (Trapa natans). [3]
Im See kommen folgende 21 Fischarten vor: [1]
- Reinanke (Maräne, Coregonus lavaretus)
- Seeforelle (Salmo trutta f. lacustris)
- Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss)
- Hecht (Esox lucius)
- Wels (Silurus glanis)
- Aalrutte (Lota lota)
- Aal (Anguilla anguilla)
- Aitel (Leuciscus delineatus)
- Brachse (Abramis brama)
- Güster (Blicca bjoerkna)
- Karausche (Carassius carassius)
- Karpfen (Cyprinus carpio)
- Laube (Alburnus alburnus)
- Rotauge (Rutilus rutilus)
- Rotfeder (Scardinius erythrophthalmus)
- Schleie (Tinca tinca)
- Zährte (Vimba vimba)
- Barsch (Perca fluviatilis)
- Zander (Sander lucioperca)
- Sonnenbarsch (Lepomis gibbosus)
- Barbe (Barbus barbus)
Ingo Findenegg hatte in seiner Arbeit 1934[4] zusätzlich noch folgende Arten genannt: Gründling (Gobio gobio), Bitterling (Rhodeus sericeus amarus), Schneider (Aburnoides bipunctatus), Nerfling (Leuciscus idus), Hasel (Leuciscus leuciscus), Schmerle (Barbatula barbatula). [1]
Die Edelkrebs-Bestände im See waren 1890 die ersten in Kärnten, die von der Krebspest befallen wurden. Heute werden immer wieder Exemplare gesichtet, die aus den umliegenden Bächen eingewandert sein dürften. [1] Die Wandermuschel wurde 1972 in den See eingeschleppt und hat sich stark vermehrt, mit ihr das Blässhuhn.[3]
Charakteristische Wasservögel am See sind Haubentaucher, Blässhuhn und Stockente. Seltener sind Wasserralle, Zwergrohrdommel, Rohrschwirl und Drosselrohrsänger, Beutelmeise, Pirol und Eisvogel. [3] Der Vogelbestand ist in den letzten zehn Jahren stabil geblieben.[5]
Tourismus [Bearbeiten]
Der Ossiacher See ist ein bedeutendes Fremdenverkehrsgebiet mit jährlich rund zwei Millionen Nächtigungen. Die wichtigsten Urlaubsorte direkt am See sind Annenheim, Sattendorf, Bodensdorf, Steindorf und Ossiach. [6]
Um den See führt mit dem Ossiacherseeradweg R2 ein etwa 25 km langer Fahrradweg.
Naturschutz [Bearbeiten]
Im Bereich des Ossiacher Sees wurden einige Gebiete als Natur- oder Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen:[6]
- Naturschutzgebiet Tiebelmündung: 30,5 ha,
- LGBl. Nr. 30/1959. In: Landesgesetze für Kärnten, Jahrgang 1959, S. 67 f. (Online bei ANNO),
- LGBl. Nr. 19/1960. In: Landesgesetze für Kärnten, Jahrgang 1960, S. 16. (Online bei ANNO),
- LGBl. Nr. 16/1968. In: Landesgesetze für Kärnten, Jahrgang 1968, S. 18. (Online bei ANNO).
- Naturschutzgebiet Jammernspitz: 5,1 ha, LGBl. Nr. 31/1959, 19/1960
- Naturschutzgebiet Meerspitz: 8 ha, LGBl. Nr. 65/1957
- Naturschutzgebiet Ossiacher See - Westbucht: 8 ha, LGBl. Nr. 15/1964
- Landschaftsschutzgebiet Ossiacher See - Ost: 284 ha, LGBl. Nr. 26/1970
- Landschaftsschutzgebiet Ossiacher See - Westbucht: 20 ha, LGBl. Nr. 37/1970
- Landschaftsschutzgebiet Bodensdorf: 10 ha, LGBl. Nr. 25/1970
Siehe auch [Bearbeiten]
Literatur [Bearbeiten]
- Matthias Maierbrugger: Ferien am Ossiacher See. Heyn, Klagenfurt 1970. (93 Seiten; allgemeines Überblickswerk mit geschichtlichem Abriss der umliegende Orte ohne weiterführende Fußnoten). (Erweiterte Auflage 1978: ISBN 3-85366-273-0).
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ a b c d e f g h i j Kärntner Institut für Seenforschung: Der Ossiacher See. Kärnten – Österreich. Limnologische Langzeitentwicklung 1964 – 2005. Kärntner Institut für Seenforschung, Klagenfurt 2009. – Volltext online (PDF; 3,2 MB).
- ↑ Ossiacher See - Morphometrische Daten. Kärntner Institut für Seenforschung, abgerufen am 25. April 2013.
- ↑ a b c Ilse Spielvogel-Bodo: Der Ossiacher See zwischen gestern und heute. Geschichte, Kunst, Landeskunde der Seeregion mit den Gemeinden Ossiach, Steindorf/Bodensdorf, Treffen, Villach/Landskron und Feldkirchen in Kärnten. 2., geänderte Auflage. Kärntner Druck- und Verlagsgesellschaft, Klagenfurt 1998, ISBN 3-85391-149-8, S. 9–16.
- ↑ Ingo Findenegg: Beiträge zur Kenntnis des Ossiacher Sees. Carinthia II, 123./124. Jahrgang 1934, S. 61–78. – Volltext online (PDF; 2,7 MB).
- ↑ Siegfried Wagner, Werner Petutschnig: Wasservogelzählung in Kärnten 2011. Carinthia II, 201./121. Jahrgang 2011, S. 67–76.
- ↑ a b Ossiacher See auf Kärntner Institut für Seenforschung, abgerufen 2. Juli 2011.
Weblinks [Bearbeiten]
-
Commons: Ossiacher See – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien - Offizielles Tourismusbüro der Region
- Ossiacher See (Kärntner Institut für Seenforschung)
- Badestellen am Ossiacher See
- Ossiacher See Insider Tipps für Urlaub und Freizeit
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