Ostafrika

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Satellitenfoto von Ostafrika

Als Ostafrika werden die östlichen Länder des afrikanischen Kontinents bezeichnet, mit unterschiedlichen geographischen oder geopolitischen Definitionen.

Ostafrika[Bearbeiten]

Allgemein[Bearbeiten]

Reiseveranstalter beziehen sich bei Ostafrika auf Grund touristischen Interesses oft nur auf die Safari-Gebiete Kenia, Uganda und Tansania.

Der geografische Raum Ostafrika weist eine große kulturelle Heterogenität auf. Auch wenn man an der Küste auf eine repräsentativ-homogene Kulturtradition, die von Ostarabien und Indien mitgeprägte Gesellschaftsform der Swahili, verweisen kann, so tummeln sich im Küstenhinterland auf engstem Raum die verschiedensten Volksgruppen. Neben den Ostbantu finden sich hier auch Nachfahren der Kuschiten, Niloten und San, die sogenannten Buschleute. Auch wenn die Küstengesellschaft der Swahili längst ihre Blütezeit hinter sich hat, ist Swahili als Sprache das dominate Medium in der Gegend vor allem um die großen Seen.

Geographisch[Bearbeiten]

Die geographische Definition umfasst die Region etwa östlich des Nils beziehungsweise östlich des Ostafrikanischen Grabenbruchs. Eine eingeschränkte Definition begrenzt Ostafrika auf das Gebiet östlich des Ostafrikanischen Grabenbruchs zwischen Äthiopien und dem Fluss Rovuma, was die Länder Kenia, Tansania, Uganda, Burundi und Ruanda beinhaltet. Manchmal kommen Teile Mosambiks, Malawis und des Sudans hinzu.

Geopolitisch[Bearbeiten]

In der Statistikabteilung der UN werden unter dem Statistikbezirk Östliches Afrika mit Stand Oktober 2013 folgende 20 Länder unter Ostafrika geführt:[1]

Ostafrikanische Gemeinschaft[Bearbeiten]

Die Ostafrikanische Gemeinschaft ist eine wirtschaftliche Integrationsform der ostafrikanischen Länder Kenia, Uganda, Tansania, Ruanda und Burundi mit dem Ziel einer Wirtschafts- und Zollunion.

Geschichte[Bearbeiten]

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Kolonialgeschichte[Bearbeiten]

Gebietsansprüche europäischer Kolonialmächte in Ostafrika Ende des 19. Jahrhunderts (Brockhaus-Übersicht von 1887): Das spätere Italienisch-Somaliland ist noch als „deutscher Besitz“ gekennzeichnet

Die heutigen Staaten Tansania (Festlandsgebiet ohne Sansibar), Ruanda und Burundi sowie ein kleiner Teil Mosambiks (Kionga-Dreieck) bildeten die ehemalige Kolonie Deutsch-Ostafrika. Kenia wurde als Britisch-Ostafrika, Mosambik als Portugiesisch-Ostafrika bezeichnet. Zwischen 1885 und 1890 versuchten deutsche Vertreter eine Hegemonie des Deutschen Reiches herzustellen, die von der Somaliküste über Wituland bis nach Deutsch-Ostafrika reichen sollte. Die Pläne scheiterten jedoch an britischen und italienischen Kolonialbestrebungen. Äthiopien, Eritrea, und Somalia wurden 1936–1941 zu Italienisch-Ostafrika zusammengefasst, wobei Äthiopien lediglich besetzt wurde und längst nicht alle Teile unter italienische Gewalt gebracht wurden.

Die Grenzen vieler Staaten wurden durch die Kolonialmächte willkürlich ohne Beachtung von Kultur- oder Völkergrenzen festgelegt.

1967 gründeten Kenia, Tansania und Uganda die Ostafrikanische Gemeinschaft (East African Community, EAC) zur wirtschaftlichen Integration und förderten das in allen drei Ländern verbreitete Swahili als ostafrikanische Verkehrssprache, doch schon 1977 zerbrach diese Gemeinschaft an ihren Gegensätzen und gegenseitigen Einmischungen. Im Juli 2000 wurde die Gemeinschaft offiziell neu gegründet und zählt seit Juli 2007 auch Burundi und Ruanda zu ihren Mitgliedern.

Geschichte des Tourismus[Bearbeiten]

Tourismus hat in Ostafrika eine sehr lange Tradition. Die ersten Touristen kamen am Anfang des 20. Jahrhunderts und waren Reiche aus Europa und Amerika, die auf Großwildjagd gingen. In dieser Frühphase befanden sich darunter auch Prominente wie Winston Churchill und der US Präsident Theodore Roosevelt, welcher 500 Träger für unter anderem Unmengen an Champagner benötigte. Die Großwildjagd wurde in den 1920- und 1930er Jahren populär und auch Schriftsteller wie Ernest Hemingway verewigten diese Abenteuer in ihren Erzählungen, die oftmals verfilmt wurden. Die Großwildjagd blieb bis in die 1960er Jahre exklusiv, wobei es hier aber schon zu einem gut ausgebautes Hotel- und Lodgennetz kam.

Der Massentourismus begann in den späten 1960er Jahren. Die Zahlen ausländischer Besucher stiegen von 1963 bis 1971 in Kenia von 110.000 auf 400.000. In den 1970er Jahren wurde die Großwildjagd verboten und von der „Jagd mit der Kamera“ abgelöst. Die meisten Safaris zu den tansanischen Attraktionen Serengeti und Ngorongoro gingen nicht von Tansania, sondern von Kenia aus. Als 1977 die kenianisch-tansanische Grenze geschlossen wurde, erlitt Tansania den größten Schaden, denn die Besucherzahlen gingen bis 1985 von 178.000 auf 58.000 zurück. Kenias Boom dagegen hielt weiter an, so dass 1985 540.000 Touristen kamen (17 % mehr als im Vorjahr) und es im Folgejahr fast 650.000 waren. Stärkste Besucherkontingente kamen aus Deutschland (1985 mit 100.000), Großbritannien, Amerika (60.000) und aus der Schweiz (40.000). 1988 verfügte Kenia über fast 30.000 Hotelbetten, damit waren 80.000 Arbeitsplätze direkt mit dem Tourismus verbunden. 1986 resultierten daraus Einnahmen von fast 350 Millionen US-Dollar, welche die zweitgrößte Devisenquelle nach Kaffee darstellten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Standard Country and Area Codes Classifications. United Nations Statistics Division, 31. Oktober 2013, abgerufen am 12. Dezember 2013 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ostafrika – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Ostafrika – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen