Osten (Oste)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Osten
Osten (Oste)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Osten hervorgehoben
53.6963833333339.18919166666671Koordinaten: 53° 42′ N, 9° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Cuxhaven
Samtgemeinde: Hemmoor
Höhe: 1 m ü. NHN
Fläche: 48 km²
Einwohner: 1833 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 38 Einwohner je km²
Postleitzahl: 21756
Vorwahlen: 04771 und 04776Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: CUX
Gemeindeschlüssel: 03 3 52 044
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hinter den Höfen 1
21756 Osten
Webpräsenz: www.gemeinde-osten.de
Bürgermeister: Carsten Hubert (CDU)
Lage der Gemeinde Osten im Landkreis Cuxhaven
Nordsee Schleswig-Holstein Bremerhaven Landkreis Osterholz Landkreis Rotenburg (Wümme) Landkreis Stade Landkreis Wesermarsch Armstorf Bad Bederkesa Belum Beverstedt Hagen im Bremischen Bülkau Cadenberge Cappel (Niedersachsen) Cuxhaven Drangstedt Hagen im Bremischen Dorum Elmlohe Flögeln Geversdorf Hagen im Bremischen Hechthausen Hemmoor Hollnseth Ihlienworth Köhlen Köhlen Kührstedt Lamstedt Lamstedt Langen (bei Bremerhaven) Lintig Loxstedt Midlum (Land Wursten) Misselwarden Mittelstenahe Mulsum (Land Wursten) Neuenkirchen (Land Hadeln) Neuhaus (Oste) Nordholz Nordleda Oberndorf (Oste) Odisheim Osten (Oste) Osterbruch Otterndorf Padingbüttel Ringstedt Hagen im Bremischen Schiffdorf Steinau (Niedersachsen) Stinstedt Stinstedt Hagen im Bremischen Wanna Wingst Wremen Hagen im BremischenKarte
Über dieses Bild
Luftbild (Mai 2012)

Osten (plattdeutsch Oosten [ˈoːstən]) ist die östlichste Gemeinde im Landkreis Cuxhaven in Niedersachsen. Der an der Oste gelegene Ort gilt als Zentrum der Ostemarsch.

Die Gemeinde gehört zur Samtgemeinde Hemmoor und besteht aus den Orten Altendorf, Isensee und Osten.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort Osten wurde 1220 erstmals urkundlich erwähnt. 1391 wurden in einer schweren Sturmflut Fährweg, Schleuse und Kirche schwer beschädigt. Im Jahre 1526 wurde Osten evangelisch. 1717 gab es bei der Weihnachtsflut in Osten 17 Todesopfer. 1773 zerstörte eine Feuersbrunst insgesamt 42 Häuser. Im Jahre 1852 wurde der zunehmenden Bedeutung des Ortes mit der Einrichtung des Königlichen Amtes Osten und des Königlichen Amtsgerichts Osten Rechnung getragen. Der Ort erhielt 1881 mit dem Bahnhof Basbeck-Osten Anbindung an die Eisenbahnlinie Hamburg-Cuxhaven. Im Zuge der preußischen Verwaltungsreform entstanden 1885 aus den Ämtern Osten und Neuhaus der Kreis Neuhaus an der Oste, wodurch Osten politisch an Bedeutung verlor. 1909 wurde mit der Schwebefähre eine besondere Flussquerung eingeweiht, die zum Wahrzeichen des Ortes wurde. Nach 121 Jahren wurde das Amtsgericht Osten 1973 aufgelöst.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden Altendorf und Isensee eingegliedert.[2]

Politik[Bearbeiten]

Gemeindewahl 2011
Wahlbeteiligung: 58,67 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
52,37 %
42,92 %
4,70 %

Gemeinderat[Bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl am 11. September 2011 setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:

  • CDU: 6 Ratsmitglieder
  • SPD: 5 Ratsmitglieder

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Das Ostener Heimat- und Buddelmuseum zeigt eine Sammlung von rund 4500 Behältnissen alkoholischer Getränke, die der Spirituosenhersteller Jan ten Doornkaat in 35 Jahren zusammengetragen hat.

St.-Petri-Kirche[Bearbeiten]

Die stilreine Barockkirche St. Petri wurde 1746/1747 vom Hamburger Baumeister Prey aus Backsteinen neu erbaut. Prey war der Mitbauer der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis, dem Hamburger Michel. An den Ausmaßen der Kirche kann man noch heute den Wohlstand der Ostener in dieser Zeit sehen. Die Inneneinrichtung aus der Erbauungszeit ist unverändert erhalten; sie ähnelt unverkennbar der des Hamburger Michels. Der barocke Kanzelaltar mit seiner über 10 m hohen Rückwand, die zweigeschossige Westempore, die lange Reihe der Gutspriechen, das flache Holztonnengewölbe mit dem üppigen ornamentalen Schmuck über dem großen Kirchenschiff können durch die Einheitlichkeit des spätbarocken Stils beeindrucken. Die Orgel wurde von Jakob Albrecht 1751 geschaffen. Von den Gebrüdern Peternell wurde 1890 eine neue Orgel in den alten Prospekt eingebaut. Die Orgel wurde 1992 restauriert.

Schwebefähre[Bearbeiten]

Ostens alter Ortskern mit Schwebefähre
Schwebefähre in Betrieb

Osten besitzt die älteste Schwebefähre Deutschlands, die seit 1909 eine Verbindung über den Fluss Oste darstellt. Ihre Konstruktionsweise ermöglicht mit einer Durchfahrtshöhe von 30 m über NN selbst größeren Segelschiffen die Durchfahrt. Zur Zeit der Errichtung war die Oste noch ein wichtiger Handelsweg mit regem Schiffsverkehr, wohingegen heute die touristische Nutzung des Flusses stark überwiegt.

Die Fähre hatte eine Tragfähigkeit von 18 t und konnte bis zu 6 PKW oder 100 Personen gleichzeitig innerhalb von etwa 3 Minuten auf die andere Seite des Flusses übersetzen.

Die Schwebefähre gilt heute als technisches Baudenkmal. Sie ist allerdings nur noch für touristische Zwecke in Betrieb, da seit 1974 die Bundesstraße 495 eine bequemere Querung der Oste ermöglicht. Da nur acht Fähren dieser Art weltweit bekannt sind, eine davon in Rendsburg, weitere in Spanien und anderen Ländern, wurde die Bedeutung der Ostener Fähre als Kulturdenkmal anerkannt, und der spanische König Juan Carlos I. übernahm 2003 die Schirmherrschaft über den neu gegründeten Weltverband der Schwebefähren.

Die Deutsche Fährstraße, eine im Sommer 2004 eröffnete touristische Ferienstraße, die von Bremervörde nach Kiel führt, verbindet das Ostener Baudenkmal mit der zweiten deutschen Schwebefähre über dem Nord-Ostsee-Kanal zwischen Rendsburg und der Gemeinde Osterrönfeld, mit der Osten seit 2005 eine kommunale "Partnerschaft im Zeichen der Schwebefähre" unterhält. Seit 2006 ist die Schwebefähre komplett restauriert und transportiert auch wieder interessierte Menschen.

Vereinsleben[Bearbeiten]

Die Dorfgemeinschaft ist in zahlreichen Vereinen organisiert. Der Schützenverein Schüttdamm-Isensee von 1901 e. V. zählt mit ca. 770 Mitgliedern zu den größten Schützenvereinen in Niedersachsen. Die Landjugend Isensee besteht seit dem 11. November 2005.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Familie von Rönne sie waren Lehnsherren und Erbrichter von 1450 bis 1650. Der auf ihrem Wappenschild befindliche Fluss, wurde in dieser Zeit zum Amtssiegel der Stadt. Auch das Stadtwappen wurde von den Rönnes beeinflusst.
  • Claus Kröncke, deutscher Wasserbauingenieur bekannt durch den von ihm geplanten Rheindurchstich im Hessischen Ried
  • Hermann August Kröncke, Heimatdichter
  • Diederich Hahn, Abgeordneter des Deutschen Reichstags (1893–1903 und 1907–1912) und des Preußischen Hauses der Abgeordneten (1893–1918)
  • Justus Ruperti (1833–1899), deutscher lutherischer Geistlicher, zuletzt Generalsuperintendent in Holstein

Sagen und Legenden[Bearbeiten]

Zu den Sagen und Legenden mit Bezug auf Osten gehören:[3]

  • Der Galgen an der Sietwende
  • Der Taternblock in Isensee
  • Der Müller von Altendorf
  • Der Teufel und der Kartenspieler

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Osten (Oste) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 243.
  3. Hake Betken siene Duven - Das Sagenbuch von Elb- und Wesermündung von den Männern vom Morgenstern ISBN 3-931771-16-4