Osterhusen

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53.4197222222227.20472222222223Koordinaten: 53° 25′ 11″ N, 7° 12′ 17″ O

Osterhusen
Einheitsgemeinde Hinte
Wappen von Osterhusen
Höhe: 0–4 m ü. NN
Einwohner: 500
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 26759
Vorwahl: 04925
Denkmal für den Osterhusischen Akkord.

Osterhusen ist seit der Gemeindegebietsreform ein Ortsteil der Gemeinde Hinte in Ostfriesland. Osterhusen hat etwa 500 Einwohner (Stand: 2004). Das Dorf liegt in etwa auf Meereshöhe in einem Gebiet mit überwiegend Knick-, aber auch Kleimarsch. Die Streusiedlung befindet sich etwa einen Kilometer östlich von Hinte.

Geschichte[Bearbeiten]

Osterhusen wird im 10. Jahrhundert erstmals als in Ostahusun oder in Hosterhusen genannt. Spätere Bezeichnungen waren Aucherhusum (1347), in Astirhusum (1370) sowie Osterhuzen (1409). Die heutige Schreibweise ist seit 1479 geläufig. Der Name bezieht sich auf die östlich von Hinte gelegenen Häuser.[1]

Osterhusen gehört geschichtlich zu den bekanntesten Orten Ostfrieslands. Seine größte Bedeutung erlangte Osterhusen im 14. und 15. Jahrhundert als Stammsitz der Familie Allena, deren bekanntester Häuptling Folkmar Allena war. Zu dieser Zeit hatte Osterhusen zwei Burgen. Osterhusen war Sielort und durch einen Nebenfluss der Ems, die Ehe, mit Emden verbunden. Folkmar Allena gewährte den Seeräubern Zuflucht und erlangte durch deren Abgaben Reichtum und Wohlstand. 1391 war Folkmar mächtigster Häuptling Ostfrieslands. Folkmar wurde auf seiner Burg in Osterhusen ermordet.

Am 21. Mai 1611 stand Osterhusen erneut im Blickpunkt des Geschehens. In einem Bauernhaus wurde der als Magna Charta der Ostfriesischen Stände bezeichnete Osterhusische Akkord zwischen dem Graf Enno III. Cirksena, Vertretern der Ritterschaft, der Stände und des Bauernstandes beschlossen. Die Macht der Grafen wurde dadurch stark eingeschränkt. Ein zur Erinnerung an die Unterzeichnung gefertigter Pokal ist im Landesmuseum Emden zu sehen. Zur Erinnerung an das Ereignis wurde am 22. Mai 2011 in Osterhusen ein Denkmal enthüllt.

Am 1. Juli 1972 wurde Osterhusen in die Gemeinde Hinte eingegliedert.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft: Osterhusen, Gemeinde Hinte, Landkreis Aurich (PDF; 471 kB), eingesehen am 10. Dezember 2012.
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 263.