Ostersonntag

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Die Frauen am leeren Grab (russische Ikone, 17. Jh.)

Der Ostersonntag ist im Christentum der Festtag der Auferstehung Jesu Christi, der nach dem Neuen Testament als Sohn Gottes den Tod überwunden hat. Es ist der ranghöchste Feiertag im Kirchenjahr. Mit ihm beginnen das Osterfest und die Osterzeit, zugleich beendet die liturgische Vesper des Ostersonntags das Triduum Sacrum (die heiligen drei Tage).

Das Osterdatum wird wie das jüdische Hauptfest Pessach über einen gebundenen Mondkalender bestimmt. Es fällt in den westlichen Kirchen auf den ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond und bestimmt auch die Daten der beweglichen Festtage des Osterfestkreises. Auf den Ostersonntag folgt in vielen Ländern der Ostermontag als gesetzlicher Feiertag.

Bedeutung in der Liturgie[Bearbeiten]

Der Ostersonntag markiert das Ende der Fastenzeit und den Beginn der Osteroktav, die mit dem Weißen Sonntag endet. Nur in diesem Rahmen wird heute noch der Osterdienstag gefeiert.

Die Liturgie des Ostersonntags wird durch die Feier der Osternacht eingeleitet. Dieser heute meist am Vorabend nach Einbruch der Dunkelheit gefeierte Gottesdienst geht auf die altkirchliche Ostermatutin als Nachtwache („Vigil“) zurück, in der Ostkirche die Pannychis. Durch die liturgische Bewegung des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts wurde die Bedeutung der Osternacht als Vigil wieder neu entdeckt. Für die katholische Kirche wurde sie durch Papst Pius XII. ab 1951 reformiert und durch die Liturgiereform 1969 nochmals umgestaltet, nachdem sie seit dem 14. Jahrhundert ein Schattendasein am Morgen des Karsamstags geführt hatte.[1] Mit dem Beginn der Osternacht wechselt die liturgische Farbe zum Weiß der Osterzeit.

Der Wettlauf der Jünger Petrus und Johannes zum Grab (Gemälde von Eugène Burnand von 1898)

Während die in der Osternacht gelesenen Schrifttexte das Osterereignis als Erfüllung des Alten Bundes darstellen und die Auferstehung Jesu Christi im Evangelium erst angedeutet wird (etwa Lk 24,1−12 EU, die Botschaft der Engel am leeren Grab), weisen die Schrifttexte des Ostertages bereits über diesen hinweg auf die Bedeutung des Osterfestes für die Kirche hin. In den fünfzig Tagen der Osterzeit vom Ostersonntag bis Pfingsten werden keine Lesungen aus dem Alten Testament vorgetragen, sondern Lesungen aus den Paulusbriefen und der Apostelgeschichte. Als Evangelium am Ostersonntag wird Joh 20,1−18 EU (Entdeckung des leeren Grabes, Maria von Magdalas Begegnung mit dem Auferstandenen), in einer Abendmesse auch Lk 24,13−35 EU (Erzählung der Emmausjünger) gelesen.

Der Ostersonntag als Ankerpunkt im Kirchenjahr[Bearbeiten]

Die meisten beweglichen Gedenk- und Feiertage des Kirchenjahrs hängen vom Datum des Ostersonntags ab:

In der katholischen Kirche zusätzlich

Datum[Bearbeiten]

Hauptartikel: Osterdatum und Computus (Osterrechnung)

Der Ostersonntag ist der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling (festgesetzter Frühlingsanfang und frühester Frühlingsvollmond: 21. März). Der damit frühstmögliche Termin für den Ostersonntag ist der 22. März, der spätestmögliche der 25. April.

Datum des Ostersonntags in den kommenden Jahren:

  • 2014: 20. April
  • 2015: 5. April
  • 2016: 27. März
  • 2017: 16. April
  • 2018: 1. April
  • 2019: 21. April
  • 2020: 12. April

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. hierzu:  Balthasar Fischer: Ostern. I. Liturgisch. In: Josef Höfer, Karl Rahner (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche (LThK). 2. Auflage. Band 7, Herder, Freiburg im Breisgau 1962.