Osterwald (Höhenzug)

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Osterwald
Höchster Gipfel Fast (419,2 m ü. NN)
Lage Niedersachsen
Teil des Calenberger Bergland
Osterwald (Niedersachsen)
Osterwald
Koordinaten 52° 8′ N, 9° 38′ O52.1333333333339.6333333333333419.2Koordinaten: 52° 8′ N, 9° 38′ O
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Der Osterwald ist ein Höhenzug (bis 419,2 m ü. NN) des Calenberger Berglands und bildet zusammen mit dem Nesselberg und dem Kleinen Deister eine geschlossene Gruppe drei aneinander grenzender Gebirgszüge im Leinebergland. Er liegt zwischen Coppenbrügge, Eldagsen und Elze in Niedersachsen, Deutschland.

Osterwald von Nordosten betrachtet

Geographie[Bearbeiten]

Kleiner Deister, Nesselberg und Osterwald

Der Osterwald befindet sich im Calenberger Bergland im Norden des Leineberglands, das dort an das Calenberger Land grenzt. Er liegt etwa auf halber Luftlinie zwischen Hameln im Westen und Hildesheim im Osten und zwischen den Orten Coppenbrügge im Südwesten und Eldagsen im Norden und Elze im Osten. Er zählt naturräumlich zum Niedersächsischen Bergland und grenzt im Norden und Osten an die Calenberger Lössbörde. Am Dreieckigen Stein unweit der Sennhütte treffen die Landkreise Hildesheim und Hameln-Pyrmont sowie die Region Hannover aufeinander.

Am Südrand des Osterwaldes befindet sich das gleichnamige Dorf Osterwald, ein Ortsteil von Salzhemmendorf. Der Osterwald breitet sich südöstlich des Tales von Gehlen- und Gelbbach aus, in dem die Landesstraße 422 von Coppenbrügge im Südwesten und Eldagsen verläuft. Unmittelbar nord-nordwestlich dieses Tales schließt sich der Nesselberg an. Jenseits bzw. südlich von Coppenbrügge befindet sich der Ith.

Hydrografie[Bearbeiten]

Im Osterwald entspringen zahlreiche Bäche, deren Wasser über die Haller und die Saale in die Leine fließt. Die einzige Ausnahme ist ein Bach, der westlich vom Fast entspringt und über den Gelbbach und die Hamel in die Weser fließt.

Hutewald[Bearbeiten]

Verschneiter Hutewald im Wisentgehege Springe.

Die Niedersächsische Landesforsten (NLF) führen seit 2014 das Projekt "Gelbbach" im Saupark Springe zwischen Coppenbrügge und Eldagsen durch. Auf einer Fläche von etwa 20 Hektar wird ein Hutewald entstehen, der durch die Beweidung mit Nutztieren gepflegt werden soll. Konzipiert wird das Projekt als Ökokonto; denn es dient als Ersatz für die Beeinträchtigung des Naturhaushaltes an anderer Stelle durch den Bau von Straßen und Anlagen.

Dazu wird das Forstamt Saupark den Fichtenwald entfernen und durch naturnahe Eichenmischwälder und durch Sumpf- und Bruchwald ersetzen. Die Entwässerungsgräben werden verschlossen. Gleichzeitig entstehen kleine Gewässer für Amphibien, Insekten und Vögel wie dem Schwarzstorch. Hier sollen sich auch Bergmolch, Feuersalamander und Erdkröte ansiedeln. In bestimmten Bereichen werden typische Arten naturnaher Sumpf- und Moorwälder wie Eichen und Erlen angepflanzt.

Auf einem Drittel der Fläche werden in größeren Abständen einzelne Eichen gepflanzt, die langfristig zu mächtigen Bäumen mit großen Kronen heranwachsen und das Aussehen des zukünftigen Hutewaldes prägen. Einige Relikte des ehemaligen Hutewaldes, der nun neu angepflanzt wird, stehen noch heute am Gelbbach.[1]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kloster[Bearbeiten]

Hauptartikel: Kloster Wülfinghausen

An der Ostseite des Osterwaldes liegt hinter dem großräumigen früheren Klostergut das im 12. Jahrhundert gegründete Kloster Wülfinghausen. Die heutige Bausubstanz des Klosters stammt wegen mehrerer Brände vom Anfang des 18. Jahrhunderts. Seit 1994 wird es von sieben Schwestern einer evangelischen Communität bewohnt.

Wallburg[Bearbeiten]

Hauptartikel: Barenburg (Osterwald)
Bergsporn mit den Resten der Barenburg, vom Kloster Wülfinghausen aus gesehen

Etwa 1 km westlich des Klosters Wülfinghausen befindet sich auf einem spornförmigen Ausläufer des Osterwaldes die Barenburg. Es handelt sich um eine Wallburganlage von 5,5 ha Größe im Innenraum. Die Anlage befindet sich in strategisch günstiger Lage, da zwei Seiten durch schroff abfallende Felswände und Hänge auf natürliche Weise gesichert sind. Im Süden diente ein etwa 300 m langer Steinwall mit Vorwall und vorgelagertem Graben als Schutz. Da bisher keine Ausgrabungen vorgenommen worden und auch keine Funde bekannt sind, wird die Errichtungszeit der Anlage in der vorrömischen Eisenzeit vermutet. Sie könnte bis ins Mittelalter als Fliehburg Verwendung gefunden haben, da sie zum Besitz des Klosters zählte.

Bergbau[Bearbeiten]

Hauptartikel: Hüttenstollen Osterwald

Im Osterwald wurde bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts Osterwaldsandstein, Kalkstein und Steinkohle abgebaut. Der Steinkohlebergbau blickt auf eine mehr als 400-jährige Tradition zurück. Erste Schürfungen nach Steinkohle erfolgten 1585 im Auftrag des Herzogs Julius von Braunschweig.[2] Der Hüttenstollen Osterwald ist heute ein Besucherbergwerk und Museum.

Im Osterwald wurde der Wealdensandstein, der Osterwaldsandstein gebrochen, der regional und im Raum Hannover in der Gründerzeit häufig verbaut wurde.

Berge[Bearbeiten]

Zu den Bergen und Erhebungen des Osterwalds gehören − mit Höhe in Meter über Normalnull (NN):

  • Fast (419,2 m)
  • Hoher Stuhl, 391,0 m
  • Ahrensberg, ca. 365 m
  • Ritterkreuz, ca. 360 m
  • Hohlenberg, 358,0 m
  • Hainholz, 298,0 m
  • Großer Rotehengst, 268,1 m
  • Limberg, 182,0 m
  • Kendelke, 141 m

Ort(steile) am Osterwald[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Presseinformation der Niedersächsischen Landesforsten vom 28. Juli 2014
  2. Steinkohleabbau im Osterwald, Calenberger Zeitung vom 13. Oktober 2006 S. 13

Weblinks[Bearbeiten]