Osterwohle

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52.83777777777811.00777777777828Koordinaten: 52° 50′ 16″ N, 11° 0′ 28″ O

Osterwohle
Stadt Salzwedel
Höhe: 28 m ü. NN
Fläche: 26,87 km²
Einwohner: 484 (31. Dez. 2008)
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 29413
Vorwahl: 039038
Osterwohle (Sachsen-Anhalt)
Osterwohle
Osterwohle
Lage von Osterwohle in Sachsen-Anhalt

Osterwohle ist ein Ortsteil der Kreisstadt Salzwedel im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt, Deutschland.

Geschichte[Bearbeiten]

Bis Ende 2009 bildete Osterwohle mit den Ortsteilen Bombeck, Groß Gerstedt, Klein Gerstedt, Wistedt und dem Wohnplatz Wolfsmühle eine eigenständige Gemeinde und war Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Salzwedel-Land.

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschloss der Gemeinderat der Gemeinde Osterwohle am 30. Juli 2008, dass die Gemeinde Osterwohle in die Hansestadt Salzwedel eingemeindet wird. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.[1][2]

Nach Eingemeindung der bisher selbstständigen Gemeinde Osterwohle wurden Bombeck, Groß Gerstedt, Klein Gerstedt, Osterwohle und Wistedt Ortsteile der Hansestadt Salzwedel. Für die eingemeindete Gemeinde wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. der Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die eingemeindete Gemeinde Osterwohle und künftigen Ortsteile Bombeck, Groß Gerstedt, Klein Gerstedt, Osterwohle und Wistedt wurden zur Ortschaft der aufnehmenden Hansestadt Salzwedel. In der eingemeindeten Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Osterwohle wurde ein Ortschaftsrat mit fünf Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der letzte Bürgermeister der Gemeinde war Jürgen Bangemann.

Kirche[Bearbeiten]

Hauptartikel: Dorfkirche Osterwohle

Der Kern der Kirche in Osterwohle stammt vermutlich aus dem 13. Jahrhundert. Die einzigartige Dorfkirche wurde 1607–1621 in dem in Deutschland sehr seltenen manieristischen Stil von Oleke von der Schulenburg, geb. von Saldern, mit ihrem privaten Geld umgebaut und ausgestattet.[3] „Oleke ließ als Witwe die schlichte Dorfkirche in Osterwohle erbauen, die wegen ihrer künstlerischen wertvollen Innenausstattung zu den bedeutendsten der Altmark gehört“ [4]. Besonders beachtlich sind die von mehreren Meistern vor 1621 angefertigten Schnitzarbeiten. In der Kirche befinden sich Grabsteine und ein Epitaph von Georg von der Schulenburg und seiner Frau Anna von Veltheim, Schulenburg.

Burg und Gut[Bearbeiten]

Nach dem Landbuch Karls IV. bestand 1375 Osterwohle aus vier freien Höfen.[5] 1499 wurde Fritz von der Schulenburg (gestorben 1510, IX. Generation der Schulenburgs) mit der Burg beliehen. Er und seine Nachkommen erwarben die Höfe. Daraus ging das bis 1945 bestehende Gut Osterwohle mit dem 538 Hektar großen Forst Trippleben hervor. Es war bis zur Bodenreform 1945 im Besitz der Schulenburgs. Letzter Besitzer war Werner Graf von der Schulenburg-Beetzendorf (1908–1979, Forstwirt und Pfarrer, XXI. Generation). [6] Bis 1945 war die Landwirtschaft an einen Dr. Martin Lampe verpachtet, der im Januar 1946 von der Sowjetischen Besatzungsmacht (NKWD) verhaftet wurde und im Speziallager Nr. 1 Mühlberg verstarb. Teile des Gutshauses, einer ehemaligen Wasserburg aus dem 12. Jahrhundert, sind noch erhalten.[7]

Persönlichkeit des Ortes[Bearbeiten]

  • Gottfried Christian Rothe, geboren 1708 im Osterwohler Ortsteil Bombeck, lutherischer Theologe und Generalsuperintendent der Altmark und Prignitz sowie von Pommern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Amtsblatt des Landkreises Nr. 12/2008 Seite 195-196
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  3. Dietrich Werner Graf von der Schulenburg, Hans Wätjen: Geschichte des Geschlechts von der Schulenburg 1237–1983. Verlag Günter Hempel 1984, Stammtafel 7 auf S. 129
  4. Schulenburg, Wätjen, a.a.O. S. 134
  5. Georg Schmidt: Das Geschlecht von der Schulenburg, I. Teil: Ursprung, Wappen, Lebensweise usw.. Mittler & Sohn, Berlin 1908, 374
  6. Genealogisches Handbuch des Adels, Gräfliche Häuser Band XVI, Starke Verlag 2000, S. 453
  7. Georg Schmidt, Das Geschlecht von der Schulenburg, I. Teil: Ursprung, Wappen, Lebensweise usw., Mittler & Sohn, Berlin 1908, 373 ff