Ostgotenreich

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Größte Ausdehnung des Reiches.

Das Ostgotenreich wurde von den Ostgoten in Italien und angrenzenden Regionen gegründet und bestand von 493 bis 553.

Eroberung Italiens durch die Ostgoten[Bearbeiten]

Der Ostgotenherrscher Theoderich zog 488 im Auftrag des oströmischen Kaisers Zenon, der den Amaler loswerden wollte, mit dem Großteil der Ostgoten nach Italien, um Odoaker zu vertreiben. Dieser hatte 476 Romulus Augustulus, den letzten Westkaiser in Italien, abgesetzt und als Patricius das Land regiert. Theoderich sollte Rom und Italien für das Imperium zurückerobern, bis der Kaiser selbst in den Westen kommen würde. Die Goten marschierten 489 in Italien ein. Odoakers Truppen wurden zurückgedrängt, doch Odoaker selbst verschanzte sich in Ravenna; damit begann die fünfjährige Rabenschlacht.

Herrschaft Theoderichs des Großen[Bearbeiten]

493 verständigten sich Theoderich und Odoaker auf eine Herrschaftsteilung. Am 5. März 493 zog Theoderich in Ravenna ein und ermordete wenige Tage später Odoaker. Fortan herrschte Theoderich als princeps Romanus und „an Stelle des Kaisers“ über Italien, Ostrom musste dies hinnehmen. 497 kam es dann zu einer vorläufigen Einigung zwischen Ravenna und Konstantinopel, wobei sich die Duldung der gotischen Herrschaft aus Sicht des Kaisers wohl nur auf Theoderich, nicht auf etwaige Nachkommen bezog.

Nach Ausschaltung der Konkurrenz im eigenen Lager war die Herrschaft Theoderichs gekennzeichnet von der Anknüpfung an die spätantike Verwaltungspraxis in Italien, vom Bestreben um einen Ausgleich zwischen Goten und Römern (die Arianer bzw. Katholiken waren) und die Konsolidierung der Macht (Heirats- und Bündnispolitik). Er konnte jedoch nicht die Etablierung der fränkischen Herrschaft über Gallien verhindern; nur die Mittelmeerküste blieb auch nach 507 zunächst westgotisch. 511 machte er sich zum König über die vier Jahre zuvor von den Franken besiegten Westgoten. Im Inneren kam es zu einer kulturellen Spätblüte Italiens.

Tod Theoderichs und dynastische Konflikte[Bearbeiten]

Die letzten Jahre des Theoderich wurden überschattet von Fehlleistungen, wie der Hinrichtung des Boethius. Theoderich starb schließlich am 30. August 526, wobei zahlreiche Legenden über seinen Tod entstanden. Sein Grab in Ravenna ist leer, die Byzantiner haben die sterblichen Überreste des Königs, der bald der "der Große" hieß, bei der Rückeroberung entfernt.

Die Zeit danach war chaotisch: Als Vormund des designierten, aber erst 10-jährigen Nachfolgers Athalarich regierte Theoderichs Tochter Amalasuntha. Ihr Vetter Theodahad entmachtete sie jedoch 534. Ostrom griff unter dem energischen Kaiser Justinian I. in den Kampf ein: Der oströmische Feldherr Belisar landete 535 auf Sizilien und stieß rasch bis nach Rom vor. Die rebellierenden Goten stürzten Theodahad und erhoben 536 Witichis zum König, der Belisar bis 540 standhalten konnte. Doch im Mai 540 zog Belisar in Ravenna ein und nahm den König gefangen: Die Ostgoten schienen besiegt.

Die Reste des Gotenheeres erhoben aber 541 Totila zum König, dem es dann völlig überraschend gelang, innerhalb kurzer Zeit größere Teile Italiens zurückzuerobern. Offenbar hatten sich die kaiserlichen Beamten in kürzester Zeit so unbeliebt gemacht, dass Totila viele Anhänger fand. In den folgenden zehn Jahren wurde das Land durch den Krieg so gründlich verwüstet, dass diese Katastrophe das Ende der spätantiken Kultur Italiens bedeutete; es tobte ein grausamer Krieg mit wechselndem Glück. Auch der erneut entsandte Belisar konnte aufgrund zu geringer Truppenstärke – die kaiserliche Hauptarmee war durch einen Krieg gegen die persischen Sassaniden gebunden – keine Entscheidung herbeiführen und wurde schließlich wieder abberufen. 552 wurde die neue oströmische Italienarmee (etwa 30.000 Soldaten) dann von Narses angeführt, der Totila 552 in der Schlacht von Busta Gallorum entscheidend schlug (Tod Totilas).

Mit Teja endete im Herbst 552 in der Schlacht am Milchberg die ostgotische Agonie. Die meisten Goten unterwarfen sich Narses. Die überlebenden Goten wurden teils zu oströmischen Untertanen, teils leisteten sie an einigen Orten noch bis 562 hinhaltenden Widerstand, und teils schlossen sie sich den Franken und Langobarden an.

Herrscher des Ostgotenreiches[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Patrick Amory: People and Identity in Ostrogothic Italy, 489–554. Cambridge 1997.
  • Frank M. Ausbüttel: Theoderich der Große. Darmstadt 2004.
  • Wilhelm Enßlin: Theoderich der Große. 2. Aufl. München 1959.
  • Herwig Wolfram: Die Goten. 5. Aufl. München 2009.