Ostrach

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Ostrach in Oberschwaben. Für weitere Bedeutungen von Ostrach siehe Ostrach (Begriffsklärung)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ostrach
Ostrach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ostrach hervorgehoben
47.95259.3813888888889611Koordinaten: 47° 57′ N, 9° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Sigmaringen
Höhe: 611 m ü. NHN
Fläche: 108,93 km²
Einwohner: 6588 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 60 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88356
Vorwahl: 07585
Kfz-Kennzeichen: SIG
Gemeindeschlüssel: 08 4 37 086
Gemeindegliederung: 12 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 19
88356 Ostrach
Webpräsenz: www.ostrach.de
Bürgermeister: Christoph Schulz
Lage der Gemeinde Ostrach im Landkreis Sigmaringen
Alb-Donau-Kreis Bodenseekreis Landkreis Biberach Landkreis Konstanz Landkreis Ravensburg Landkreis Reutlingen Landkreis Tuttlingen Zollernalbkreis Bad Saulgau Beuron Bingen (bei Sigmaringen) Gammertingen Herbertingen Herdwangen-Schönach Hettingen Hohentengen (Oberschwaben) Illmensee Inzigkofen Krauchenwies Leibertingen Mengen Mengen Meßkirch Neufra Ostrach Pfullendorf Sauldorf Scheer Schwenningen (Heuberg) Sigmaringen Sigmaringendorf Sigmaringendorf Stetten am kalten Markt Veringenstadt Wald (Hohenzollern)Karte
Über dieses Bild

Ostrach ist eine Gemeinde am südlichen Rand des Landkreises Sigmaringen in Oberschwaben. Durch Ostrach führen die Oberschwäbische Barockstraße, die Hohenzollernstraße und die Schwäbische Dichterstraße.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Ostrach liegt zwischen Donau und Bodensee, Sigmaringen und Ravensburg, Bad Saulgau und Pfullendorf am gleichnamigen Fluss, der hier durch eine Engstelle zwischen zwei Moränenrücken − wie dem Wagenhart im Osten − des Rheingletschers aus der letzten Eiszeit hindurch fließt und das Burgweiler-Pfrunger Ried zur Donau hin entwässert. Die Landschaft ist hügelig und waldreich. Durch Kiesabbau in zwei Kieswerken sind Baggerseen nördlich und südlich des Ortsteils Jettkofen entstanden. Die Gemeinde erstreckt sich auf etwa 10.893 Hektar (Stand: 31. Dez. 2010)[2], mit 757 Hektar Siedlungs- und Verkehrsfläche[3].

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Ostrach unterscheidet den Hauptort Ostrach (mit dem Weiler Dichtenhausen) sowie die Ortschaften Burgweiler (mit den Teilorten Waldbeuren, Ochsenbach, Oberochsenbach, Zoznegg, Egelreute, Ulzhausen, Hahnennest, Mettenbuch und den Höfen Freudenberg, Rothenbühl und Sturmberg), Jettkofen, Kalkreute-Spöck (mit den Teilorten Kalkreute und Spöck sowie dem Hof Arnoldsberg), Laubbach (mit den Teilorten Oberweiler und Unterweiler sowie den Häusern Laubbacher Mühle und der Wüstung Oberstirndorf), Magenbuch-Lausheim (mit den Teilorten Magenbuch und Lausheim, dem Junghof, der Weihermühle sowie der Wüstung Sternberg), Tafertsweiler (mit den Teilorten Bachhaupten, Eschendorf, Gunzenhausen und Wirnsweiler sowie der Wüstung Birkweiler), Wangen und Weithart (mit den Teilorten Eimühle, Einhart, Habsthal, Bernweiler und Levertsweiler sowie der Wüstung Werlishausen).[4][5]

Wappen Ortschaften Einwohner
(Stand: 31. Dez. 2010)[6]
Fläche
(Stand: 31. Dez. 2010)[2]
Ostrach Ostrach (Hauptort) 3605 916 Hektar (ha)
Burgweiler Burgweiler 1004 2474 ha
Jettkofen Jettkofen 258 431 ha
KalkreuteSpöck Kalkreute-Spöck 233 779 ha
Kein Wappen Verfügbar Laubbach 204 853 ha
Magenbuch Magenbuch-Lausheim 274 1651 ha
Tafertsweiler Tafertsweiler 283 1950 ha
Wangen Wangen 146 283 ha
Kein Wappen Verfügbar Weithart 786 1555 ha

Schutzgebiete[Bearbeiten]

Im Gebiet der Gemeinde Ostrach sind zur Zeit fünf Naturschutzgebiete, das Pfrunger-Burgweiler Ried, die Areale Laubbachmühle, Schwarzes Moos, Taubenried und Mühlebach, drei Landschaftsschutzgebiete, die typische oberschwäbische Schmelzwasserlandschaft Altshausen-Laubbach-Fleischwangen, das Gebiet um den Lausheimer Weiher und das Taubenried, sowie das Vogelschutzgebiet Pfrunger und Burgweiler Ried ausgewiesen (Stand: März 2015).

Geschichte[Bearbeiten]

Die älteste urkundliche Erwähnung von Ostrach datiert aus dem Jahr 851, wenn sich auch hier bereits aus der Kupferzeit Metallfunde zeigten.[7] Aus der Früheisenzeit und Späthallstattzeit finden sich im Ostrachtal mehrere Grabhügel, u.a. der „Dreibühl“ im Laubbacher Holz oder im Wald Dachsbau bei Tafertsweiler.[8] In der Zeit des Römischen Reichs führte hier die Römerstraße Altshausen–Ostrach–Wangen–Habstahl–Krauchenwies vorbei.[9]. Zudem fanden sich beim Wasserhochbehälter römische Reste.[10]

1317 war das Gemeindegebiet und der Hauptort zwischen der Grafschaft Friedberg (östlich) und der Grafschaft Sigmaringen (westlich) geteilt. Die Grenze bildete von Norden her die Ostrach bis zur Brücke (an der Kirche) und von dort an die Straße über Laubbach nach Riedhausen.[11] Beginnend im 13. Jahrhundert bis 1324 ging das Gebiet Ostrach-Burgweiler-Bachhaupten durch stückweise Verkäufe allmählich vom Reichsgut in den Besitz des Klosters Salem über. Später baute Salem mit dem planmäßigen Erwerb die Herrschaft Ostrach auf. Die Reichsabtei übte die Ortsherrschaft und die Niedergerichtsbarkeit aus.[12] 1637 kamen Burgweiler und seine engere Umgebung an die Grafschaft Heiligenberg des Hauses Fürstenberg und von dort 1806 zu Baden.

Am 21. März 1799 bekämpften Österreicher und Franzosen sich in der Schlacht bei Ostrach. Ostrach und Bachhaupten kamen 1803 zu Thurn und Taxis und 1806 zu Hohenzollern-Sigmaringen. Bis 1862 war es Sitz des Oberamtes Ostrach, es markiert zugleich den südöstlichsten Punkt der Hohenzollernschen Lande, abgesehen von der Exklave Achberg.

Während des Zweiten Weltkriegs arbeiteten bei Ostrach russische und französische Kriegsgefangene. Als die Lufthoheit schon längst verloren war, wurden in Burgweiler Personenzüge bombardiert und beschossen.[13] Wegen „Hochverrates“ wurde am 23. Januar 1945 der Zentrumspolitiker und Rechtsanwalt Reinhold Frank aus Bachhaupten hingerichtet. Eine Kolonne von ausgemergelten, vielfach kranken KZ-Häftlingen erreichte am 22. April 1945 die Gemeinde auf ihrem Todesmarsch ins KZ Schörzingen.[14]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Ostrach im „Dreiländerkreis“ Sigmaringen

Die Neubildung der Gemeinde Ostrach im Zuge der Gemeindereform erfolgte in Etappen. Bereits am 1. Januar 1969 wurde die frühere badische Exklave Dichtenhausen von Burgweiler nach Ostrach umgemeindet. Am 1. Januar 1971 wurde Spöck, am 1. Dezember 1971 Wangen nach Ostrach eingemeindet, Magenbuch (mit Lausheim) folgte am 1. April 1972, Einhart, Habsthal (mit Bernweiler), Laubbach (mit Unterweiler und Oberweiler), Levertsweiler und Tafertsweiler (mit Bachhaupten, Eschendorf und Gunzenhausen) am 1. Oktober 1974. Am 1. Januar 1975 schlossen sich Ostrach, Burgweiler (mit Hahnennest, Mettenbuch, Ochsenbach, Oberochsenbach, Zoznegg, Waldbeuren, Ulzhausen, Egelreute), Jettkofen und Kalkreute zur neuen Gemeinde Ostrach zusammen. Schließlich wurde am 1. Januar 1978 die frühere württembergische Exklave Wirnsweiler von Saulgau getrennt und nach Ostrach eingegliedert.[15] Ostrach ist die einzige Gemeinde in Baden-Württemberg, die ehemals selbständige Gemeinden aus allen drei Landesteilen (Baden, Hohenzollern und Württemberg) in sich vereint. Etwa einen Kilometer südlich von Laubbach befand sich das Dreiländereck, an dem die Gebiete von Baden, Hohenzollern und Württemberg aufeinanderstießen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahlen
2009 6845
2010[6] 6818
2011 6741
2012 6685
2013 6631
2014 6755

Religionen[Bearbeiten]

In der Gemeinde Ostrach gibt es insgesamt sieben katholische Pfarrgemeinden. Sie gehören zur 1827 errichteten Erzdiözese Freiburg. Seit 1990 gehören sie alle dem Dekanat Sigmaringen-Meßkirch an. Sieben von ihnen bilden die Seelsorgeeinheit Ostrachtal. Dies sind die Pfarrgemeinden Ostrach, Burgweiler, Einhart, Habsthal, Levertsweiler, Magenbuch und Tafertsweiler. Zu diesen sieben Pfarrgemeinden gehören noch zahlreiche Ortsteile, die teilweise auch eigene Kapellen besitzen. Die Kirchen und Kapellen der Pfarrgemeinden und Filialorte reichen teilweise in sehr alte Zeiten zurück. In den letzten Jahren wurden – oder werden – sie grundlegend renoviert und teilweise umgestaltet. Die Renovations- und Umbaumaßnahmen erfahren große Unterstützung durch die Mitglieder der Pfarrgemeinden. Die hauptberufliche Seelsorge geschieht in der Seelsorgeeinheit Ostrachtal durch einen Pfarrer, einen Pater und einen Gemeindereferenten. Die Seelsorgeeinheit teilt sich in 27 Ortsteile auf. Das Pfarrgemeinderatsgremium mit 21 gewählten Frauen und Männern aus der gesamten Seelsorgeeinheit kümmern sich zusammen mit den Seelsorgern um die Fragen und die Leitung der Pfarreien und der Seelsorge.

Evangelische Christen in Ostrach gehören der Evangelische Kirchengemeinde Ostrach-Wald im Kirchenbezirk Balingen an. Ein Kuriosum, denn zwischen den politischen Gemeinde Ostrach und Wald liegt die Gemeinde Pfullendorf. In der Struktur der Evangelische Kirchengemeinde spiegelt sich die Zerrissenheit der politischen Landschaft des süddeutschen Raums vor der Gründung des Deutschen Reichs wider. Die freie Reichsstadt Pfullendorf wurde 1805 Baden zugeschlagen und gehört deshalb heute zur Evangelischen Landeskirche in Baden. Die Evangelische Landeskirche in Hohenzollern schloss sich 1950 der Evangelischen Landeskirche in Württemberg an. Die Struktur neuer evangelische Kirchengemeinden in Oberschwaben in den 1950er-Jahren wie in Ostrach folgte dem Muster. Bedingt durch die Flüchtlinge aus dem Osten wurde die Zahl der evangelischen Christen in kleinen Gemeinden groß genug, um eigene Kirchengemeinden zu bilden. Ostrach und Wald, historisch zu Hohenzollern gehörend, kamen deshalb als eine Kirchengemeinde zusammen. Dass die Kirche in Ostrach und nicht in Wald gebaut wurde, hat auch historische Gründe: Ostrach entwickelte sich von der Einwohnerzahl her stärker als Wald. 250 evangelische Christen in Wald stehen 1000 in Ostrach gegenüber.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahlen in Baden-Württemberg 2014 vom 25. Mai 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 54,6 % (- 3,2) zu folgendem Ergebnis:[16][17][18]

Partei / Liste Stimmenanteil +/− Sitze +/−
CDU 41,4 % − 5,4 7 − 2
SPD/Freie Bürger 33,6 % + 11,1 6 + 2
FW 25,0 % + 6,9 5 + 2
Unabhängige Liste Ostrach 0 % − 12,6 0 - 2

Die UL – Unabhängige Liste Ostrach ist bei der Gemeinderatswahl 2014 nicht mehr angetreten. Die unechte Teilortswahl wurde mit Änderung der Hauptsatzung durch den Gemeinderat am 28. Juli 1998 abgeschafft, das heißt die Satzungsänderung war erstmals für die nächste regelmäßige Wahl des Gemeinderats anzuwenden, nämlich am 24. Oktober 1999.[2]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Am 22. April 2007 wurde Christoph Schulz im ersten Wahlgang mit 57,7 Prozent zum Bürgermeister von Ostrach gewählt worden. Er löste Herbert Barth im Amt ab. Dieser war nach 32 Dienstjahren nicht mehr zur Wahl angetreten, er wurde am 7. Juli 2007 offiziell verabschiedet.[19]

  • Karl Müller (Hohenz. Zentrumspartei)
  • Gottfried Hartenfels (NSDAP)[20]
  • Josef Locher (CDU)
  • Karl Reck (FWV)
  • Wilfried Walter (CDU)
  • 1975–2007: Herbert Barth (CDU)
  • seit 2007: Christoph Schulz (CDU)

Ehemalige Bürgermeister von Einhart:

  • Josef Briem (CDU)

Ehemalige Bürgermeister von Kalkreute:

  • Kilian Söllner (CDU)

Ehemalige Bürgermeister von Magenbuch:

  • Josef Kugler (Hohenzollerischer Bauernbund)

Ehemalige Bürgermeister von Spöck:

  • Fritz Staiger (CDU)

Wappen[Bearbeiten]

Wappen Ostrach.svg

Das Wappen von Ostrach zeigt ein geteiltes Schild, oben in Silber eine schräggelegte rote Speerspitze, unten in Schwarz ein doppelreihig von Rot und Silber geschachter Schrägbalken.

Die Speerspitze entstammt dem Siegel des Ortsadligen Heinrich genannt Schwendi von Ostrach aus dem Jahre 1309. Der Schrägbalken (Zisterzienserbalken) weist auf die Zugehörigkeit Ostrachs zum Kloster Salem vom 13. bis 19. Jahrhundert hin.

Als Abschluss der Gemeindereform 1975 wurde auf Antrag der Ostracher Verwaltung das bisherige Ostracher Wappen zum Wappen der Gesamtgemeinde und am 18. April 1978 durch das Landratsamt Sigmaringen neu verliehen.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Seit 1970 besteht eine offizielle Partnerschaft mit Étréchy, einer 40 km südlich von Paris gelegenen Gemeinde. Die Partnerschaft wurde 1966 durch eine private Freundschaft angebahnt und führte seither schon zu zahlreichen Begegnungen, Besuchen und Gegenbesuchen von Vereinen und Gruppen und auch einem Jugendaustausch im Europa-Camp, zusammen mit Lydd, der englischen Partnerstadt von Etrechy. Sogar eine deutsch-französische Hochzeit wurde in diesen Reihen gefeiert. Auf französischer Seite sind im Partnerschaftsausschuss rund 15 Mitglieder vertreten, Ostrach stellt derzeit etwa zwölf Vertreter.[21] Anlässlich des 40-Jahr-Jubiläums im Jahre 2010 wurden von den Bürgermeistern Christoph Schulz (Ostrach) und Julien Bourgeois (Étréchy) Erneuerungsurkunden unterzeichnet.[22]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Gemeinde Ostrach bildet zusammen mit der Stadt Pfullendorf und den Gemeinden Illmensee, Wald und Wilhelmsdorf die 1999 gegründete Ferienregion „Nördlicher Bodensee“[23] und ist Teil des „Ferienland Hohenzollern“. Hier treffen die Hohenzollernstraße, die Oberschwäbische Barockstraße und die Schwäbische Dichterstraße zusammen.

Museen und Galerien[Bearbeiten]

Die Gemeinde Ostrach im Landkreis Sigmaringen hat eine vielfältige Museums- und Galerienlandschaft:

Grenzsteinmuseum bei Burgweiler
  • Grenzsteinmuseum Ostrach östlich der Ortschaft Burgweiler
  • Heimatmuseum: Im Ostracher Amtshaus, das 1586/87 als Verwaltungssitz des Klosters Salem für die Besitzungen im Bereich „Ob den Bergen“ erbaut worden ist, sind zwei Museen untergebracht, das Heimatmuseum Ostrach und das Volkskundemuseum. Das Heimatmuseum präsentiert in mehreren Abteilungen die Geschichte der Gemeinde. Den größten Raum nimmt dabei die „Schlacht bei Ostrach“ ein. Dabei werden die Ursachen, der Ablauf und die Folgen der Schlacht aufgezeigt, in der am 21. März 1799 das französische Revolutionsheer auf die Koalitionsarmee unter der Führung Österreichs getroffen ist. Zu sehen sind ein aus 3000 Zinnfiguren aufgebautes Diorama, Originalwaffen, Schlachtpläne und Bildmaterial. Ebenso wird dargestellt, wie es zur „Dreiländergemeinde Ostrach“ und ihren Grenzen gekommen ist. Im Grenzsteinmuseum werden diese Grenzen aufgezeigt. Aufbau eines Grenzsteins, Zeugen, Karten und Vermessungsgeräte sind dort zu sehen. Die Bande von Franz Xaver Hohenleiter, genannt „der Schwarze Veri“, die 1818/19 in diesem Grenzgebiet ihr Unwesen treiben konnte, hat im Museum ebenfalls ihre Spuren hinterlassen. Durch den Nachlass des Fotoateliers Gutmann ist es möglich, alte Fotogerätschaften und Bildmaterial aus der Anfangszeit der Fotografie zu zeigen. Im weiteren Ausbau wird vor allem die Ostracher Geschichte unter der Klosterherrschaft Salem dargestellt. Ein Abdruck der „Großen Karte“ aus dem Jahre 1705 in Originalgröße von rund 4 × 5 m ist zu sehen.
  • Volkskundemuseum: Im Amtshaus Ostrach entstand auf private Initiative ein Volkskundemuseum, deren Ausstellung sich mit volkskundlichen Themen in der Region zwischen Bodensee und Unterland beschäftigt, so zum Beispiel 2008 mit einer Sonderausstellung über die „Sackmalerei“.[24]
  • Atelier Laubbach: Im Teilort Laubbach befindet sich das Atelier und Galerie Laubbach. Seit über fünfundzwanzig Jahren zeigt der Maler und Holzschneider Peter Weydemann Ausstellungen in seinem Atelier, mit denen er vor allem gegenständliche Kunst der Gegenwart – Grafik, Zeichnung, Malerei und Skulptur – präsentiert.
  • Zudem befindet sich im Teilort Tafertsweiler eine in einem alten Schweinestall untergebrachte private Sammlung, die sich alten landwirtschaftlichen und handwerklichen Gerätschaften widmet.[25]

Musik[Bearbeiten]

In einem Bauernhaus im Ortsteil Bachhaupten wurde die Ostracher Liederhandschrift aus dem Jahr 1740 entdeckt, eine handschriftliche Aufzeichnung von Kunstliedern. Im Heimatmuseum wird die Liederhandschrift thematisch dargestellt.

Bauwerke[Bearbeiten]

Burgen[Bearbeiten]

  • Rund 500 Meter östlich von Burgweiler stand auf einer Erhebung eine aus der Mitte des 11. Jahrhunderts stammende Burg. Außer dem Turmhügel und den aufgefüllten Gräben erinnert nichts mehr an die einstige Burganlage. Seine Erbauer waren die Edlen zu Wilare (Weiler). Spätere Besitzer waren die Freiherren zu Gundelfingen. Seit 1969 pflegt und nutzt der Musikverein Burgweiler den Burghügel. Traditionell einmal jährlich findet auf der Burg bei Burgweiler das so genannte Burgfest statt.
  • Auf Ostracher Gemeindegebiet finden sich noch weitere Burgstellen: Die hochmittelalterliche Burgstelle Arnoldsberg (400 Meter nordwestlich des Hofes Arnoldsberg), die hochmittelalterliche Burgstelle Burg Dichtenhausen (Lage heute unbekannt), die Burgstelle Freudenberg (ein Kilometer nördlich des Hofes Freudenberg bei Ochsenbach), die hochmittelalterliche Burgstelle der Ortsburg Ostrach (Lage heute unbekannt), die Burgstelle Waldburg (bei Waldbeuren, genau Lage heute unbekannt) und die Burgstelle Burg Leiterberg (bei Wangen).

Sakralbauten[Bearbeiten]

St. Pankratius um 1920
Die St. Pankratius-Kirche
  • Die Katholische Pfarrkirche St. Pankratius bildet mit ihrem Turm von 1569 mit Staffelgiebeln das weit sichtbare Wahrzeichen Ostrachs. Der barocke Chor wurde zwischen 1704 und 1706 von Michael Wiedemann gebaut, das neugotische Langhaus von 1897 bis 1899. Die Kirche verfügt über zwei Seitenaltäre mit Aufbau von 1638. Im südlichen Altar befindet sich ein Gemälde der Himmelfahrt Christie von 1638, womöglich von Zacharias Binder. Des Weiteren zwei Tafeln mit heiligen Bischöfen aus der Werkstatt von Bartholomäus Zeitblom und Bildwerke aus dem 17. bis 18. Jahrhundert.[26] Die Kirche hat ein Sakramentshäuschen aus Sandstein. Bei der Orgelrenovierung 1974 kam es zu einer schlechten Ausführung, da minderwertige Materialien eingebaut wurden.[27]
  • Im Ostracher Altenpflegeheim Elisabethenhaus befindet sich die Heilig-Kreuz-Kapelle. Die Hauskapelle wurde 1937 im ersten Stock des damaligen Elisabethen-Krankenhauses eingeweiht. 1978/79 wurde an des Elisabethenheim angebaut; die Kapelle fand ihren neuen Standort in der ehemaligen Küche. Schon damals beherrschten Relikte aus der früheren Pfarrkirche die Apsis: Patroziniumskreuz, Altar und Tabernakel. Der Kreuzweg ist der Oberammergauer Malerei nachempfunden. Besondere Kunstwerke sind die Fenster des Ulmer Malers Wilhelm Geyer, einem der bedeutendsten Vertreter der religiösen Kunst des 20. Jahrhunderts. 2010 wurde die Kapelle neu gestaltet.[28]
  • Für die evangelische Kirchengemeinde befindet sich in Ostrach die Christuskirche. Sie wurde samt Pfarrhaus erst in den 1950er-Jahren gebaut und am 11. März 1956 geweiht. Der Kirchenbau erfolgte zum größten Teil in Eigenarbeit durch ehemalige Flüchtlinge. Große Unterstützung fand die Evangelische Kirchengemeinde dabei auch von den katholischen Mitchristen. Im Jahre 2001 wurde die Kirche durch einen Anbau zu einem kleinen Gemeindezentrum erweitert.
  • Die Katholische Filialkirche St. Michael im Ortsteil Bachhaupten wurde 1727/28 von Johann Georg Wiedemann unter Einbeziehung des mittelalterlichen Turmuntergeschosses gebaut. Die Saalkirche zweigt sich mit eingezogenem, halbrund geschlossenem Chor. Er weist Dokorationsformen des frühen Rokokos auf. Die Stuckmarmoraltäre sind ein Werk von Joseph Anton Feuchtmayr um 1727. Im Hochaltar befindet sich eine um 1620 gefertigte Figur einer Mater dolorosa. Im südlichen Seitenaltar ist ein Blatt das den Heiligen Wendelin zeigt, ein Werk von Franz Joseph Spiegler von 1729. Die Kanzel ist von 1727.[29]
  • Die dreischiffige Burgweiler Kirche St. Blasius wurde im Jahr 1883 umgebaut. Hierbei wurde der romanische Turm und die Krypta aus dem 12. Jahrhundert in den Bau miteinbezogen.
  • Die Katholische Pfarrkirche St. Nikolaus in Einhart hat ihren Anfang im 16. Jahrhundert und wurde 1718 umgestaltet. Der Chor zeigt sich netzgewölbt mit Bemalung von 1524. Sie zeigt die zwölf Apostel. Zur Ausstattung gehören gotische Holzfiguren, ein bronzenes Vortragekreuz mit Korpus um 1200, ein Kreuz um 1525 und Rundmedaillons aus dem 17. Jahrhundert. Der gemalte Kreuzweg ist ein Werk von Johann Nepomuk Meichsner vom 1762.[30]
  • Im Ortsteil Habsthal befindet sich das Kloster Habsthal: 1259 begannen die Dominikanerinnen von Mengen mit dem Bau des Klosters, im Jahr 1681 wurde es im Barockstil umgebaut. Die Klosterkirche St. Stephan stammt aus dem Jahr 1748 und hat Stuckaturen. Der Hochaltarblatt ist von Zehnder, die Stuckmarmorkanzel von Joseph Anton Feuchtmayer, Muschelwerk, Deckenfresken von Gottfried Bernhard Götz.[31][32]
Hauptartikel: Kloster Habsthal
  • In Jettkofen befindet sich die Kapelle St. Wolfgang.
  • Die Marienkapelle in Laubbach wurde erstmals Anfang 13. Jahrhundert erwähnt. Sie wurde vermutlich 1602 von der Abtei Schussenried in nachgotischen Formen neu erbaut und verfügt über einen neugotischen Turm von 1868. Sie zeigt sich heute als Saalkirche mit Westturm und eingezogenem dreiseitigen Chor. Die Skulpturen stammen aus dem 14. bis 18. Jahrhundert.[33]
  • Die Katholische Kapelle St. Rupert in Lausheim ist ein kleiner, romanischer Bau mit halbrunder Apsis aus dem 12. Jahrhundert. Die Fenster wurden im 18. Jahrhundert vergrößert. Zur Ausstattung zählen ein Altar um 1700 und einige Bildwerke im 14. bis 18. Jahrhundert, darunter auch ein Gemälde der Heiligen Ida von Toggenburg aus dem Jahre 1797.[34]
  • Die Katholische Pfarrkirche St. Luzia in Levertsweiler zeigt sich als Saalkirche in neugotischen Formen aus dem Jahre 1840 nach Plänen des Fürstlich Thurn- und Taxisschen Werkmeisters Baur aus Buchau. Sie geht jedoch auf eine Martinskirche des 13. Jahrhunderts zurück, die nach einem Brand von 1278 entstand. Der Turm ist aus dem 15. Jahrhundert. Zur Ausstattung gehören mehrere qualitätvolle gotische Hulzskulpturen: Heilige Barbara und Katharina (beide um 1500) sowie Martin und Wendelin (beide um 1400).[35]
  • Die Katholische Pfarrkirche St. Pankratius in Magenbuch wurde 1263 erwähnt und 1725 durch den ansässigen Baumeister Lukas Schindler neu erbaut. Sie zeigt sich heute als Saalbau mit gerade geschlossenem Chor. Altarmensa und Tabernakel entstanden um 1500, der Aufbau mit Gemälde im 17. Jahrhundert. Zur Ausstattung zählen des Weiteren einige Bildwerke aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Im Pfarrhaus befinden sich zwei Gemälde die heilige Bischöfe darstellen aus der Schule des Bartholomäus Zeitblom.[34]
  • Die Pfarrkirche St. Urban befindet sich im Ortsteil Tafertsweiler.
  • Die Sankt-Michaels-Kapelle im Ortsteil Wangen ist ein romanischer Bau aus dem 12. Jahrhundert. Die anno 1900 angeschaffte Glocke, auch Wetterglocke genannt, wurde dann geläutet, wenn schwere Gewitter mit Sturm und Hagel herannahten, und rief die Dorfbewohner dazu auf, die Wetterkerze anzuzünden und um den Schutz der Herrgotts für Mensch, Tier und Hof zu beten. Ansonsten wurde die Glocke regelmäßig drei Mal täglich von Hand geläutet. Dieser Zustand änderte sich während der Amtszeit von Pfarrer und Kammerer Georg Moser, der 1963 eine elektrische Läutanlage einbauen ließ.[36]

Industriedenkmale[Bearbeiten]

  • Die ehemalige Torffabrik Ostrach ist ein industriegeschichtliches Fabrikareal mit maroder Bausubstanz am Rande der Gemeinde Ostrach. Das Industriegebäude mit historischen Charakter soll renoviert, restauriert und ausgebaut werden. Es handelt sich um einen so genannten Zweitbau. Der bereits 1897 in Betrieb genommene Erstbau ist schon um 1910 für die Brenntorfproduktion nicht mehr ausreichend gewesen. Allerdings musste die Torfbrikettproduktion im Zweitbau auch schon nach 1926 eingestellt werden, da Stein- und Braunkohle die Torfbriketts vom Markt verdrängt hatten. Bis dahin hatten insbesondere Kleinlandwirte und -handwerker ein Zubrot in der Torffabrik gefunden. Verarbeitet wurde dort der im Pfrunger Ried gestochene Torf, der per Schmalspurbahn zur Fabrik transportiert wurde. In der Vergangenheit wurde schon mal angedacht, diese mit Blick auf den Tourismus zu reaktivieren.[37][38]
  • Ein etwa ein Kilometer langer Bahndamm überspannt das Ostrachtal im Süden des Ortes. Der Fluss selbst wird mit einer markanten Gitterbrücke überquert.

Kleindenkmale[Bearbeiten]

Buchbühldenkmal

Auf der Gemarkung Ostrach wurden Ende 2008 105 „sakrale Kleinbauwerke“ (Flurkreuze) gezählt.[39] Sie treten mit über 25 Prozent verstärkt als Metallkreuze auf.[40]

  • An die Schlacht bei Ostrach von 1799 wird in mehreren Denkmalen erinnert[41]:
    • Das Buchbühldenkmal ist ein auf dem Buchbühl weithin sichtbares Ehrenmal. Es hat eine Höhe von neun Meter und misst fünf Meter im Quadrat. Es wurde im Jubiläumsjahr 1899 zum Gedenken an die bei der Schlacht gefallenen Soldaten errichtet.
    • An der Straße von Ostrach nach Krauchenwies befindet sich ein hölzerner Bildstock: Das verglaste Bild an der Stele zeigt einen französischen und einen österreichischen Infanteristen. Er wurde 1963 und 1999 restauriert.
    • Ein weiterer hölzerner Bildstock befindet sich im Walddistrikt „Dreibühl“ am Verbindungsweg Laubbach–Riedhausen. Er trägt die eingeschnitze Inschrift: „Zum Gedenken an die Schlacht bei Ostrach. Bei Vorhutgefechten am 20.3.1799 sind hier 16 fanz. und 3 österr. Soldaten gefallen“. Der alte Bildstock stand bis 1945 und wurde 1992 neu errichtet.
  • An der Grenze der ehemals selbstständigen Gemeinden Levertsweiler und Habstahl befindet sich ein 1905 gestiftetes und 200 renoviertes Sandsteinkreuz mit vergoldetem Christuskorpus und Inschrift.[42]
  • In Jettkofen befindet sich ein weithin sichtbares Wegkreuz aus Sandstein. Dieses landschaftsprägende Kleindenkmal wurde in den 1880er Jahren als Mahnmal für die zu Kriegsopfer des Siebziger Kriegs errichtet. Nachdem eine Restaurierung nicht mehr in Frage kam, wurde es 2010 durch eine Neuanfertigung ersetzt und kirchlich geweiht.
  • In Bachhaupten erhielt sich das ehemalige Friedhofskreuz: ein geschmiedetes Metallkreuz auf einem Steinsockel mit rankenden Rosenzweigen und vergoldetem Christuskorpus.[43]
  • Das Weiße Kreuz in Einhart steht am Hang oberhalb der Siedlung. Es soll aus der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg stammen und vor Krankheit, Pest und Unglücksfälle schützen.[44]
  • Ein Bildstock gedenkt Hermann Klein aus Ostrach, der am 30. Oktober 1881 von einem Baum erschlagen wurde. Er resultierte aus einem Windbruch bei einem Gewittersturm.[45]
  • In Ostrach erinnert an der L 194 Richtung Pfullendorf ein sehr massives Steinkreuz an den Tod eines unbekannten Häftlings, der hier am 22. April 1945 ums Leben kam.[46]
  • An der Straße zwischen Tafertsweiler und Eschendorf steht ein Holzkreuz mit Gusskörper. Das in der Zwischenzeit ersetzte Originalkreuz wurde im Oktober 1912 wegen Unglück und Krankheit von den Ehe- und Wirtsleuten Konrad und Mathilda Heinzler gestiftet.[47]
  • Im Tiefenbacher Weg in Burgweiler erinnert ein restauriertes Bild, das einen Mann zeigt, der auf einen vor ihm Knienden einschlägt, an einen Totschlag aus dem Jahr 1867: Ein Bauer aus Kalkreute wurde auf dem Heimweg vom Liebhaber seiner Frau erschlagen. Täter und Frau wurden zum Tode verurteilt, aber nicht hingerichtet. Beide starben im Gefängnis in Hornstein.[48]
  • In Magenbuch befindet sich das sogenannte Franzosenkreuz, ein Sühnekreuz aus Kalktuff von 1565. Eine volkstümliche Sage besagt, dass ein französischer Offizier hier begraben sein soll, der 1799 in der Schlacht bei Ostrach gefallen sein soll.[49]

Des Weiteren befinden sich auf dem Gemeindegebiet etliche Grenzsteine[50]:

  • Ein Grenzstein des Kloster Salem befindet sich im Forst Magenbuch in der Nähe des Junghofs. Er bildete die Grenze zur Stadt Pfullendorf und zeigt sich mit dem Wappen des Zisterzienser.
  • Grenzsteine des Hauses Thurn und Taxis findem sich zwischen Ostrach und Mottschieß sowie in Tafertsweiler in Richtung Heratskirche´(Grenze zur Grafschaft Friedberg-Scheer).

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Das heutige Landhotel Gasthaus Hirsch wurde bereits als „Obere Taferne“ in den Geschichtsbüchern des Klosters Salem erwähnt. Der jetzige Bau stammt aus dem Jahre 1728. Seit 1906 ist der „Hirsch“ im Besitz der aus Pfullendorf stammenden Familie Ermler, damals Ermler/Riester. An der Hausecke befindet sich ein Wirtshausschild in Form eines Hirsches, es ist ein Werk des Kunstschmiedemeisters Peter Klink.[51]
  • Aus der Salemer Zeit ist noch das Amtshaus erhalten, das nach dendrochronologischer Datierung 1595 erbaut wurde.[52] Zehntscheuern gibt es noch in Burgweiler, Habsthal, Magenbuch, Laubbach und Ostrach. Der Ehemalige Salemer Klosterhof in Bachhaupten entstand um 1700. Er zeigt sich innerhalb der alten Mauerfriedung als zweigeschossiger Bau unter Krüppelwalmdach.[29]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Der Brunnen der Bauzemeckerzunft

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Ostrach befindet sich im Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) und seit dem 1. Januar 2009 auch im Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo).

Am 15. August 1875 bekam Ostrach über die Bahnstrecke Altshausen–Schwackenreute Anschluss an die Eisenbahn. Damit erhielt die württembergische Allgäubahn von Aulendorf eine Verlängerung über die preußische Provinz Hohenzollernsche Lande nach Baden. Bahnhöfe gab es in Ostrach und in Burgweiler. Der Personenverkehr wurde am 28. September 1966 eingestellt. Der letzte Güterzug fuhr am 31. Juli 2002.

Im Juli 2009 wurde die Strecke zwischen Altshausen und Pfullendorf wieder für den Güterverkehr und Sonderzüge reaktiviert.[54] Seit 2010 gibt es einen regelmäßigen Sonderzug zwischen Pfullendorf und Aulendorf und zurück. Im Jahr 2015 verkehrt der 3-Löwen-Takt Radexpress Oberschwaben vom 3. Mai bis 18. Oktober an 15 Sonn- und Feiertagen zwischen Aulendorf, Altshausen, Ostrach, Burgweiler und Pfullendorf. Im Februar fuhr außerdem an zwei Terminen der Fasnetexpress nach Altshausen und Herbertingen.

Bildung[Bearbeiten]

Die 2008 abgerissene Freiherr-vom-Stein-Schule war ein geschichtsträchtiges Gebäude. Der erste Teil des Gebäudes war 1957/58 als ländliche Berufsschule für Jungen und Mädchen erstellt worden. Auf Anraten von Landwirtschaftsschulrat Norbert Wahl bekam die Einrichtung den Namen des Freiheitskämpfers Freiherr vom Stein. Im Rahmen der Aufhebung der Berufsschule und der Entwicklung des Schulwesens mit den Schwerpunkten Haupt- und Realschule war 1966 ein weiterer Trakt angebaut worden. 1971 endete die schulische Nutzung durch die Erstellung des Schulzentrums Ostrachtalschule an der Schlößlesstraße.[55]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Torfabbau im 19. Jahrhundert war der erste Schritt in die Industrialisierung. Kies im Nass- und Trockenabbau unter Einsatz modernster Technik erfolgt ebenfalls bereits seit vielen Jahrzehnten. Heute bietet die Region Ostrach und Umgebung eine Vielfalt an Unternehmen sowohl im Hightech- als auch im traditionellen Bereich. Das Handwerk ist stark vertreten. Dienstleistungsunternehmen unterschiedlicher Branchen wie Ingenieurbüros und Medienagenturen sind angesiedelt. Durch die Nähe namhafter Freizeitfahrzeughersteller wie Hymer und Carthago Reisemobilbau haben zahlreiche Zulieferer ihren Standort in der Gemeinde Ostrach.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Anneliese Drewing-Müller († 2007)
  • Herbert Barth (1943–2008), Politiker (CDU), 32 Jahre lang Bürgermeister von Ostrach, erhielt am 10. März 2008 das Bundesverdienstkreuz am Bande und am 6. Juli 2007 die Ehrenbürgermedaille.
  • Adolf Hitler (1889–1945). Der Gemeinderat “stimmte auf Veranlassung der Ortsgruppe der NSDAP zu”, den Reichskanzler und Führer zum Ehrenbürger Ostrachs zu ernennen. Man konnte damit auf diplomatische Weise zeigen, dass die Ehrung nicht aus eigenem Antrieb erfolgte. Diese Ehrenbürgerschaft ist bereits 1945 wieder erloschen.[56]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Lambert Bumiller (1852–1908), Pfarrer, Dekan, Reichstags- und Landtagsabgeordneter
  • Josef Briem (†), Landjugendleiter, Bauernverbandsobmann, Bürgermeister und Ortsvorsteher von Einhart, ab 1994 Träger der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg.[58]
  • Christian Sauter (* 1988), Fußballprofi, spielte in der Jugend beim FC Ostrach

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ostrach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c Angaben nach Renate Döring, Gemeinde Ostrach, vom 11. Januar 2011.
  3. Ursula Mallkowsky (sky): Verwaltung blickt in die Zukunft der Gemeinde. In: Südkurier vom 9. November 2010
  4. Die Ortschaften von Ostrach; abgerufen am 9. März 2015
  5. Vgl. Ostrach in: Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 827–833.
  6. a b Angaben nach Renate Döring, Gemeinde Ostrach, vom 4. Februar 2011.
  7. Vgl. Oscar Paret: Württemberg in vor- und frühgeschichtlicher Zeit. (Veröffentlichungen der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg Reihe B, Bd. 17). Kohlhammer, Stuttgart 1961. S. 117.
  8. Vgl. Oscar Paret: Württemberg in vor- und frühgeschichtlicher Zeit. (Veröffentlichungen der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg Reihe B, Bd. 17). Kohlhammer, Stuttgart 1961. S. 178, 180, 204, 268 u. 271.
  9. Walter Kempe: Bernweiler und die Eimühle bei Habsthal. In: Hohenzollerischer Geschichtsverein (Hrsg.): Hohenzollerische Heimat, 43. Jahrgang, Nr. 1/März 1993. S. 2–7, hier S. 2f.
  10. Vgl. Oscar Paret: Württemberg in vor- und frühgeschichtlicher Zeit. (Veröffentlichungen der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg Reihe B, Bd. 17). Kohlhammer, Stuttgart 1961. S. 403.
  11. J. D. G. v. Memminger: Beschreibung des Oberamts Saulgau, 1829, Kap. A2, II. 1a 6 auf Wikisource
  12. Zum Weitersagen! Wussten Sie eigentlich, dass…. In: Südkurier vom 26. Oktober 2011
  13. Josef Unger (ugr): Rätsel um die Ostrach-Brücke. In: Südkurier vom 12. März 2005
  14. Jürgen Witt: Gedenken an Opfer der NS-Tyrannei. Nazi-Verfolgung in der Region. In: Südkurier vom 29. Januar 2015
  15. Vgl. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. hrsg. von d. Landesarchivdirektion Baden-Württemberg, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 784.
  16. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
  17. Südkurier
  18. Schwäbische Zeitung
  19. Siegfried Volk (siv): Ein Mann formt die Gemeinschaft. In: Südkurier vom 6. Juli 2007
  20. Josef Unger (ugr): Erinnerungen eines Zeitzeugen. In: Südkurier vom 20. August 2011
  21. Ursula Mallkowsky (sky): 40 Jahre Partnerschaft. In: Südkurier vom 28. Mai 2011
  22. Mit Champagner Freundschaft erneuert. In: Südkurier vom 14. Juni 2010
  23. Gemeinsam für den Tourismus. In: Südkurier vom 5. Dezember 2011
  24. Josef Unger (ugr): „Sackmalerei“ interessiert auch in Amerika. In: Südkurier vom 29. September 2010
  25. Josef Unger (ugr): Schätze vergangener Zeiten sind hier sicher. In: Südkurier vom 23. Dezember 2011
  26.  Georg Dehio (Hrsg.): Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Baden-Württemberg I: Die Regierungsbezirke Stuttgart und Karlsruhe, Deutscher Kunstverlag, München 1993 – Neuauflage Herbst 2011, ISBN 978-3-422-03024-4, Ostrach, S. 527.
  27. Hermann-Peter Steinmüller (hps): 288 Seiten Kulturgeschichte. In: Südkurier vom 24. November 2010
  28. Josef Unger (ugr): Ein Ort der Besinnung. In: Südkurier vom 23. September 2010
  29. a b  Georg Dehio (Hrsg.): Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Baden-Württemberg I: Die Regierungsbezirke Stuttgart und Karlsruhe, Deutscher Kunstverlag, München 1993 – Neuauflage Herbst 2011, ISBN 978-3-422-03024-4, Bachhaupten, S. 25.
  30.  Georg Dehio (Hrsg.): Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Baden-Württemberg I: Die Regierungsbezirke Stuttgart und Karlsruhe, Deutscher Kunstverlag, München 1993 – Neuauflage Herbst 2011, ISBN 978-3-422-03024-4, Einhart, S. 166.
  31. Werner Fischer (wf): Zum Weitersagen! Wussten Sie eigentlich, dass…. In: Südkurier vom 31. Dezember 2014
  32.  Georg Dehio (Hrsg.): Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Baden-Württemberg I: Die Regierungsbezirke Stuttgart und Karlsruhe, Deutscher Kunstverlag, München 1993 – Neuauflage Herbst 2011, ISBN 978-3-422-03024-4, Habsthal, S. 267 f..
  33.  Georg Dehio (Hrsg.): Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Baden-Württemberg I: Die Regierungsbezirke Stuttgart und Karlsruhe, Deutscher Kunstverlag, München 1993 – Neuauflage Herbst 2011, ISBN 978-3-422-03024-4, Laubbach, S. 409 f..
  34. a b  Georg Dehio (Hrsg.): Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Baden-Württemberg I: Die Regierungsbezirke Stuttgart und Karlsruhe, Deutscher Kunstverlag, München 1993 – Neuauflage Herbst 2011, ISBN 978-3-422-03024-4, Magenbuch, S. 430.
  35.  Georg Dehio (Hrsg.): Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Baden-Württemberg I: Die Regierungsbezirke Stuttgart und Karlsruhe, Deutscher Kunstverlag, München 1993 – Neuauflage Herbst 2011, ISBN 978-3-422-03024-4, Levertsweiler, S. 419.
  36. Josef Unger (ugr): Seit 40 Jahren Dienst in Kapelle. In: Südkurier vom 15. März 2011
  37. Ursula Mallkowsky (sky): Neues Leben in alter Torfbrikettfabrik. In: Südkurier vom 15. März 2011
  38. Ursula Mallkowsky (sky): Rat steht hinter der Torfbrikettfabrik. In: Südkurier vom 25. März 2011
  39. rbr: Instandsetzung. 105 Feldkreuze sind erhalten. In: Südkurier vom 14. Januar 2009; abgerufen am 9. März 2015
  40.  Willi Rößler (Hrsg.): Feldkreuze, Bildstöcke, Gedenkstätten und Grenzsteine im Landkreis Sigmaringen. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2005, ISBN 978-3-86595-043-7, S. 10 f..
  41.  Willi Rößler (Hrsg.): Feldkreuze, Bildstöcke, Gedenkstätten und Grenzsteine im Landkreis Sigmaringen. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2005, ISBN 978-3-86595-043-7, S. 90 f..
  42.  Willi Rößler (Hrsg.): Feldkreuze, Bildstöcke, Gedenkstätten und Grenzsteine im Landkreis Sigmaringen. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2005, ISBN 978-3-86595-043-7, S. 6 f..
  43.  Willi Rößler (Hrsg.): Feldkreuze, Bildstöcke, Gedenkstätten und Grenzsteine im Landkreis Sigmaringen. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2005, ISBN 978-3-86595-043-7, S. 20 f..
  44.  Willi Rößler (Hrsg.): Feldkreuze, Bildstöcke, Gedenkstätten und Grenzsteine im Landkreis Sigmaringen. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2005, ISBN 978-3-86595-043-7, S. 24.
  45.  Willi Rößler (Hrsg.): Feldkreuze, Bildstöcke, Gedenkstätten und Grenzsteine im Landkreis Sigmaringen. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2005, ISBN 978-3-86595-043-7, S. 82.
  46.  Willi Rößler (Hrsg.): Feldkreuze, Bildstöcke, Gedenkstätten und Grenzsteine im Landkreis Sigmaringen. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2005, ISBN 978-3-86595-043-7, S. 84.
  47.  Willi Rößler (Hrsg.): Feldkreuze, Bildstöcke, Gedenkstätten und Grenzsteine im Landkreis Sigmaringen. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2005, ISBN 978-3-86595-043-7, S. 94 f..
  48.  Willi Rößler (Hrsg.): Feldkreuze, Bildstöcke, Gedenkstätten und Grenzsteine im Landkreis Sigmaringen. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2005, ISBN 978-3-86595-043-7, S. 96.
  49.  Willi Rößler (Hrsg.): Feldkreuze, Bildstöcke, Gedenkstätten und Grenzsteine im Landkreis Sigmaringen. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2005, ISBN 978-3-86595-043-7, S. 100.
  50.  Willi Rößler (Hrsg.): Feldkreuze, Bildstöcke, Gedenkstätten und Grenzsteine im Landkreis Sigmaringen. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2005, ISBN 978-3-86595-043-7, S. 122.
  51. Josef Unger (ugr): Neues Schild für „Hirsch“. In: Südkurier vom 5. August 2011
  52. Josef Unger (ugr): Josef Unger blickt auf Alt-Ostrach. In: Südkurier vom 2. Januar 2009 lebensart-see.de
  53. Pfingstturnier FC Ostrach U 19. Stelldichein der Jugendelite.
  54. Beschluss des Pfullendorfer Gemeinderats laut Südkurier, 28. März 2009 lebensart-see.de
  55. Josef Unger (ugr): Die Bagger sind jetzt da. Abriss der Freiherr-vom-Stein-Schule in vollem Gang – Geschichtsträchtiges Gebäude. In: Südkurier, 27. November 2008 lebensart-see.de
  56. Parole “Volk ohne Raum” verführte. In: Schwäbische Zeitung vom 29. August 2009
  57. http://www.swr.de
  58. Josef Unger (ugr): 110 Senioren schwelgen in Erinnerungen. In: Südkurier vom 8. September 2011