Ostrau (Sachsen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ostrau
Ostrau (Sachsen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ostrau hervorgehoben
51.213.166666666667171Koordinaten: 51° 12′ N, 13° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Mittelsachsen
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Ostrau
Höhe: 171 m ü. NHN
Fläche: 52,6 km²
Einwohner: 3744 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 71 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04749
Vorwahlen: 034324, 034362
Kfz-Kennzeichen: FG, BED, DL, FLÖ, HC, MW, RL
Gemeindeschlüssel: 14 5 22 450
Gemeindegliederung: 25 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Karl-Marx-Straße 8
04749 Ostrau
Webpräsenz: www.gemeinde-ostrau.de
Bürgermeister: Dirk Schilling[2] (CDU)
Lage der Gemeinde Ostrau im Landkreis Mittelsachsen
Altmittweida Augustusburg Bobritzsch-Hilbersdorf Leisnig Brand-Erbisdorf Burgstädt Claußnitz Döbeln Dorfchemnitz Eppendorf Erlau (Sachsen) Flöha Flöha Frankenberg/Sa. Oederan Frauenstein (Erzgebirge) Freiberg Geringswalde Großhartmannsdorf Großschirma Großweitzschen Hainichen Halsbrücke Hartha Hartmannsdorf (bei Chemnitz) Bobritzsch-Hilbersdorf Königsfeld (Sachsen) Königshain-Wiederau Kriebstein Leisnig Leubsdorf (Sachsen) Lichtenau (Sachsen) Lichtenberg/Erzgeb. Lunzenau Mittweida Mochau Mühlau (Sachsen) Mulda/Sa. Neuhausen/Erzgeb. Roßwein Niederwiesa Oberschöna Oederan Ostrau (Sachsen) Penig Rechenberg-Bienenmühle Reinsberg (Sachsen) Rochlitz Rossau (Sachsen) Roßwein Sayda Seelitz Striegistal Taura Waldheim Wechselburg Weißenborn/Erzgeb. Zettlitz Zschaitz-Ottewig SachsenKarte
Über dieses Bild

Ostrau ist die nördlichste Gemeinde im Landkreis Mittelsachsen. Sie ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Ostrau.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt ca. 10 km nordöstlich der Stadt Döbeln und ca. 15 km südwestlich von Riesa, im Tal des kleinen Flusses Jahna und den umliegenden Höhenrücken im Nordwesten der Lommatzscher Pflege.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Großgemeinde Ostrau gehören folgende Ortsteile:

  • Auerschütz
  • Beutig
  • Binnewitz
  • Clanzschwitz
  • Delmschütz
  • Döhlen
  • Jahna
  • Kattnitz
  • Kiebitz
  • Merschütz
  • Münchhof
  • Niederlützschera
  • Noschkowitz
  • Oberlützschera
  • Obersteina
  • Ostrau
  • Pulsitz
  • Rittmitz
  • Schlagwitz
  • Schmorren

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Großweitzschen und Zschaitz-Ottewig (Landkreis Mittelsachsen), Lommatzsch und Stauchitz im Landkreis Meißen sowie Mügeln und Naundorf im Landkreis Nordsachsen.

Geschichte und Eingemeindungen[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Kirche im Ortsteil Zschochau

Der Hauptort Ostrau wird als Ostrowa (aus dem sorbischen Ort in der Aue oder der Ort am Werder oder der Ort zwischen den zwei Flüssen) erstmals in einer Schenkungsurkunde des Klosters Altenzella erwähnt.

Ältester Ortsteil dürfte aber Jahna sein, der im Jahr 929 erstmal urkundlich erwähnt wurde.

Um 1190 erhielt „Ostrowa“ ein Vorwerk, woraus das Klostergut und spätere Brauschenkengut hervorging. Später entwickelte sich daraus die Gaststätte „Wilder Mann“. Nach der Säkularisation des Klosters Altzella kamen Ostrau, Gohris (anteilig), Münchhof, Trebanitz und Niederlützschera als Exklaven zum Nossener, später zum Mügelner Amt.[3]

In Ostrau wurde 1689 eine Hexenverfolgung durchgeführt. Anna Maria, Witwe vom Drescher Nicol Braune, geriet in einen Hexenprozess und wurde verbrannt. Dies war das letzte bekannte vollstreckte Todesurteil mit Feuer für Zauberei in Kursachsen.[4] Im Ortsteil Sömnitz kamen 1644 Hans Roßberg und seine Frau in einen Hexenprozess.[5]

Durch die Inbetriebnahme der Eisenbahnlinie Großbauchlitz–Riesa 1847 erhielt Ostrau einen Bahnhof.

Im 1939 erhielt Ostrau ein Wappen, das in der gleichen Form noch heute existiert. Es enthält einen Kalkofen, der von Weizenähren eingerahmt wird. Es weist auf den Dolomitabbau, dem einzigen Industriezweig hin, den Ostrau hat. Hier gibt es eine anhaltende Tradition der Graukalkerzeugung.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Auerschütz[6] 1. Januar 1993
Beutig[7] vor 1880 Eingemeindung nach Trebanitz
Binnewitz[8][9] 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Jahna
Clanzschwitz[7] 1. Oktober 1937 Eingemeindung nach Pulsitz
Däbritz[7] vor 1880 Eingemeindung nach Schrebitz
Delmschütz[7] vor 1880 Eingemeindung nach Auerschütz
Döhlen[7] vor 1880 Eingemeindung nach Görlitz
Gaschütz[7][8][9] vor 1880
1. Juli 1950
Eingemeindung nach Sömnitz,
Umgliederung nach Auerschütz
Görlitz[7] 1. April 1936 Eingemeindung nach Schrebitz
Gohris[7] vor 1880
Goldhausen[7] vor 1880 Eingemeindung nach Jahna
Jahna[8] 15. September 1961 Zusammenschluss mit Pulsitz zu Jahna-Pulsitz
Jahna-Pulsitz[6] 1. Januar 1994
Kattnitz[8][9] 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Noschkowitz
Kiebitz[6] 1. Januar 1999
Lützschera[7] 1. April 1938 Eingemeindung nach Auerschütz
Merschütz[7] vor 1880 Eingemeindung nach Oberwutzschwitz
Münchhof[7] vor 1880 Eingemeindung nach Trebanitz
Niederlützschera[7] vor 1880 Zusammenschluss mit Oberlützschera zu Lützschera
Niedersteina[7] vor 1880 Eingemeindung nach Oberwutzschwitz
Niederwutzschwitz[7] vor 1880 Eingemeindung nach Oberwutzschwitz
Noschkowitz[6] 1. Januar 1999
Oberlützschera[7] vor 1880 Zusammenschluss mit Niederlützschera zu Lützschera
Obersteina[8][9] 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Kiebitz
Oberwutzschwitz[7] 19. September 1919 Umbenennung in Wutzschwitz
Pulsitz[8] 15. September 1961 Zusammenschluss mit Jahna zu Jahna-Pulsitz
Rittmitz[8] 1. Januar 1973 Eingemeindung nach Noschkowitz
Schlagwitz[7] vor 1880 Eingemeindung nach Rittmitz
Schmorren[7] 1. Oktober 1937 Eingemeindung nach Pulsitz
Schrebitz[6] 1. Januar 1999
Sömnitz[8][9] 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Schrebitz
Töllschütz[7] 1. April 1938 Eingemeindung nach Kiebitz
Trebanitz[8][9] 1. Juli 1950
Wutzschwitz[8][9] 1. Juli 1950
2012
Eingemeindung nach Ostrau,
Umgliederung nach Ostrau
Zschochau[8] 1. April 1968

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten]

(Stichtag: 31. Dezember):

Jahr Einwohner
1998 4.771
2000 4.636
2002 4.477
Jahr Einwohner
2004 4.409
2006 4.273
2008 4.166
Jahr Einwohner
2010 4.010
2012 3.840 [10]
2013 3.744

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[11]
Wahlbeteiligung: 48.5 % (2009: 56.2 %)
 %
50
40
30
20
10
0
40,2 %
29,1 %
24,2 %
3,1 %
3,3 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-4,7 %p
-0,4 %p
+8,0 %p
-6,3 %p
+3,3 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a Freie n.m.org.Wählervereinigung

Seit der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 17 Sitze im Gemeinderat folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:[12]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Wirtschaft des Ortes ist jahrhundertelang durch den Abbau von Kalk geprägt worden, dessen Tagebaurestlöcher und einzelne historische Produktionsanlagen noch erkennbar sind. Von einem Betrieb wird dieses Gestein gegenwärtig gewonnen.[13]

Vorkommende Lössböden in der Lommatzscher Pflege boten der Landwirtschaft gute Bedingungen, in der bis zur politischen Wende 1990 viele Einwohner beschäftigt waren. Zu DDR-Zeiten wurde in Ostrau eine überregional bedeutende Milchviehanlage errichtet. Diese gehört heute zur Ostrauer Agrar AG.

Im Oktober 1990 erfolgte der erste Spatenstich für das neue Gewerbegebiet in Ostrau, im Jahr 1991 erfolgten die ersten Ansiedlungen, mittlerweile sind 59 Firmen dort vertreten.

Verkehr[Bearbeiten]

Durch das Gemeindegebiet führt die Bundesstraße 169. Die Gemeinde ist auch über die Bundesautobahn 14, Anschluss Döbeln-Nord (etwa fünf Kilometer), zu erreichen. Ostrau besitzt einen Bahnhof an der Bahnstrecke Riesa–Chemnitz, welcher von Elsterwerda und Chemnitz aus mit stündlich verkehrenden Regionalbahnen bedient wird.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Clemens Fleischer: Geschichtliche Nachrichten von Rittmitz. Eine Festschrift zur 400jährigen Jubelfeier der Begründung kirchlicher Verhältnisse in Rittmitz am 19. September 1880. Dresden 1880 (Digitalisat)
  • Gisela Reibig, Elvira Sprößig: Ostrau im Jahna-Tal. Geiger Verlag, Horb am Neckar 1996, ISBN 3-89570-129-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ostrau – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Ostrau (Sachsen) – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.gemeinde-ostrau.de/fileadmin/gemeinde-ostrau/user_upload/Dokumente/Gesamtergebnis.jpg
  3. Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen
  4. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 482
  5. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 550.
  6. a b c d e Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen
  7. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943
  8. a b c d e f g h i j k Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  9. a b c d e f g Verzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere, 1952, Herausgeber: Ministerium des Innern des Landes Sachsen
  10. http://www.statistik.sachsen.de/download/010_GB-Bev/Bev_Gemeinde.pdf
  11. http://www.statistik.sachsen.de/wpr_neu/pkg_w04_ver.prc_ver?p_bz_bzid=GR09&p_ebene=GE&p_ort=14522450
  12. http://www.gemeinde-ostrau.de/kommunalpolitik.html
  13. Ostrauer Kalkwerke GmbH. auf www.ostrauer-kalkwerke.de