Ostritz
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Landkreis: | Görlitz | |
| Höhe: | 207 m ü. NN | |
| Fläche: | 23,37 km² | |
| Einwohner: |
2468 (31. Dez. 2012)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 106 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 02899 | |
| Vorwahl: | 035823 | |
| Kfz-Kennzeichen: | GR, LÖB, NOL, NY, WSW, ZI | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 6 26 420 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Markt 1 02899 Ostritz |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Marion Prange (Parteilos) | |
| Lage der Stadt Ostritz im Landkreis Görlitz | ||
Ostritz (Oberlausitzer Mundart: Usterz[2], sorbisch Wostrowc) ist eine sächsische Landstadt im Landkreis Görlitz in der Oberlausitz. Ostritz liegt im Südosten Sachsens am westlichen Neißeufer, direkt an der Grenze zur polnischen Stadt- und Landgemeinde Bogatynia.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie[Bearbeiten]
Geografische Lage[Bearbeiten]
Das Stadtgebiet erstreckt sich entlang des Westufers der Lausitzer Neiße im Naturraum Östliche Oberlausitz. Von Norden nach Süden folgen aufeinander: Leuba, die eigentliche Stadt Ostritz (das Gebiet der mittelalterlichen deutschen Stadtgründung), Altstadt (Ostrusna, das ehemalige sorbische Dorf) und ganz im Süden das Kloster St. Marienthal mit seiner vorgelagerten Siedlung.
Geschichte[Bearbeiten]
Die erste Ansiedlung um 500 n. Chr. war ein einfaches slawisches Dorf aus Holz und Lehm erbauten Hütten, welches die Form eines nicht vollständig geschlossenen Rundlings aufwies. Es lag an einem Nebenarm der Neiße an der alten Straße nach Friedland. Durch die Neiße führte lediglich eine Furt, es gab damals noch keine Brücke. Die Herrschaft Ostritz ging um 1230 vom böhmischen König an die Burggrafen von Dohna auf Schloss Grafenstein über. Der erste Besitzer der Herrschaft Ostritz dürfte Burggraf Otto I. von Dohna gewesen sein, welcher in den Jahren 1206 und 1239 erwähnt wird. Seine Tochter Adelheid von Dohna († vor 1267) war die erste Äbtissin des Zisterzienserinnenklosters St. Marienthal, welches 1234 gegründet wurde.
Eingemeindungen[Bearbeiten]
Im Jahr 1933 wurde der Ort Altstadt (ehemals Alt-Ostritz) zur Stadt eingemeindet. Die Ortschaft St. Marienthal folgte im Jahr 1950.[3] Die Gemeinde Leuba wurde zum 1. Januar 1994 in die Stadt Ostritz eingegliedert.[4]
Politik[Bearbeiten]
Gemeinderat[Bearbeiten]
Im Stadtrat sind seit den Kommunalwahlen von 2009 drei Gruppierungen vertreten:
| CDU | 7 Sitze | |
| Unabhängige Bürgerinnen und Bürger für Ostritz und Leuba | 6 Sitze | |
| Bürgerinitiative Siedlung | 1 Sitz |
(Stand: Kommunalwahl am 7. Juni 2009)
Bürgermeister[Bearbeiten]
Marion Prange ist seit dem 1. August 2008 Bürgermeisterin, sie setzte sich mit 80,46 % gegen einen Mitbewerber durch. Ihr Vorgänger, Friedrich Tschirner, trat bei der Wahl im Juni 2008 nicht mehr an.
Wappen[Bearbeiten]
Das Stadtwappen von Ostritz zeigt eine Äbtissin mit Stab unter einem turmgekrönten Torbogen. Es erinnert daran, dass die Nonnen des Klosters St. Marienthal am 9. Dezember 1368 unter Leitung der Äbtissin Agnes von Grißlau sich vor der im Bau befindlichen Stadtmauer postierten, um so deren Zerstörung durch die rivalisierende Sechsstadt Zittau zu verhindern. Dieses Vorhaben konnte zwar nicht verhindert werden, jedoch wurden die Beziehungen zwischen Stadt und Kloster gefestigt, was das Wappen seitdem nach außen hin symbolisiert.
Städtepartnerschaften[Bearbeiten]
Am 3. Oktober 1990 schlossen Ostritz und die westfälische Stadt Schloß Holte-Stukenbrock einen Partnerschaftsvertrag, der 2008 aufgelöst wurde.
Im Jahr 2003 bekundete die nahegelegene polnische Stadt Bogatynia den Wunsch einer Partnerschaft. Bislang kam es zu keinem Partnerschaftsvertragsschluss, jedoch wurde die Zusammenarbeit zwischen beiden Städten intensiviert.
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
- Kloster St. Marienthal
- Katholischer Friedhof mit Kriegerdenkmal
- Schausägewerk
- Evangelische Kirche
- Markt mit Rathaus
- Radweg durchs Neißetal nach Hirschfelde
- Stift Joachimstein
Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]
Verkehr[Bearbeiten]
Ostritz liegt an der Bundesstraße 99 zwischen Görlitz und Zittau, die 1825 anstelle der alten Verkehrsverbindung, die am südlichen Ortsausgang einen westlichen Verlauf nahm, die Chaussee, erbaut wurde. Außerdem gibt es noch eine wichtige Straßenverbindung in nordwestlicher Richtung über Bernstadt a. d. Eigen nach Löbau und zur A 4 Richtung Dresden.
Die Stadt liegt an der Neißetalbahn, die Zittau mit Görlitz verbindet. Durch die Grenzziehung von 1945 lag der östlich der Neiße befindliche Ostritzer Bahnhof nunmehr in Krzewina Zgorzelecka (Grunau) im unter polnische Verwaltung gestellten Gebiet. Die 1945 gesprengte Brücke wurde wiederaufgebaut, jedoch nur mit halber Breite der Widerlager. Erst 1948 wurde zwischen den verantwortlichen Stellen in der damaligen Sowjetischen Besatzungszone in Deutschland und Polen ein erleichterter Durchgangsverkehr vereinbart. Danach konnten Reisende die Behelfs-Grenzbrücke ausschließlich zum Erreichen des Bahnhofsgebäudes benutzen. Dies wurde vom polnischen Militär streng überwacht, sodass ein Abweichen vom vorgeschriebenen Weg oder den Bahnsteigen unmöglich war. Seit 1990 dient die Neißebrücke auch als offizieller Grenzübergang für Fußgänger und Radfahrer zwischen Ostritz und Krzewina Zgorzelecka. Mit dem Beitritt Polens zur Europäischen Union entfielen 2004 die Zollformalitäten, während Passkontrollen noch bis zum Beitritt Polens zum Schengener Abkommen im Dezember 2007 durchgeführt wurden.
Ostritz hat mit seiner polnischen Nachbarstadt eine Absichtserklärung unterzeichnet, die Behelfs-Neißebrücke an der Bahnhofstraße durch eine neue zu ersetzen, die mindestens die ursprüngliche Breite des bestehenden Widerlagers ausnutzt. Damit könnten wieder PKW die Neiße überqueren. Ferner wurde beschlossen, die Klosterbrücke im Ortsteil St. Marienthal wieder aufzubauen. Trotz Schengen-Beitritts Polens und Entfall der Formalitäten auf Regierungsebene wurden beide Vorhaben mangels finanzieller Mittel noch nicht realisiert.
Sonstiges[Bearbeiten]
Ostritz ist bekannt als energieökologische Modellstadt Ostritz-St. Marienthal, die sich der Nutzung von regenerativen Energiequellen verschrieben hat.
Persönlichkeiten[Bearbeiten]
- Christian August Pfaltz (1629–1702), Kanonikus am St.-Veits-Dom in Prag, bedeutender katholischer Prediger und Schriftsteller
- Mechthild von der Neiße (1647–1699), Zisterziensernonne im Kloster St. Mariental, bedeutende Mystikerin und Kräuterkundige
- Gottfried Tollmann (1680–1766), evangelischer Pfarrer und Kirchenliederdichter
- Karl Heinrich Seibt (1735–1806), Pädagoge und katholischer Theologe
- Franz Gareis (1775–1803), Kunstmaler
- Joseph Gareis (1778–1844), Bildhauer
- Franz Bernhard Schiller (1815–1857), Bildhauer
- Edmund Kretschmer (1830–1908), Komponist
- Julius Rolle (1889–1977), Lehrer und Buchautor (Heimatbuch der Stadt Ostritz, erschienen im Selbstverlag der Stadt Ostritz, 1990)
- Erna von Abendroth (1887-1959), Krankenschwester
- Alfred Zerbel (1904–1987), Inspekteur des Heeres der Bundeswehr
- Emil Pischel (1908–1989), Kunstmaler
- Hans Pflugbeil (1909-1974), Kirchenmusiker und Gründer der Greifswalder Bachwoche
Literatur[Bearbeiten]
- Cornelius Gurlitt: Ostritz. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 29. Heft: Amtshauptmannschaft Zittau (Land). C. C. Meinhold, Dresden 1906, S. 146.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ [http://www.statistik.sachsen.de/download/010_GB-Bev/Bev_Gemeinde.pdf Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2012 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
- ↑ www.oberlausitzer-woerterbuch.de
- ↑ Ostritz im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- ↑ Gebietsänderungen ab 1. Januar 1994 bis 31. Dezember 1994. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, abgerufen am 1. Oktober 2012 (PDF; 64 kB).
Weblinks[Bearbeiten]
- Website der Stadt
- Ostritz im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- Informationen zum Ostersaatreiten an Ostersonntag in Ostritz
- Artikel über die energieökologische Modellstadt Ostritz
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