Ostsächsische Sparkasse Dresden

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Logo der Sparkassen  Ostsächsische Sparkasse Dresden
Staat Deutschland
Sitz Güntzplatz 5
01307 Dresden
Rechtsform Anstalt des öffentlichen Rechts
Bankleitzahl 850 503 00[1]
BIC OSDD DE81 XXX[1]
Verband Ostdeutscher Sparkassenverband
Website www.ostsaechsische-sparkasse-dresden.de
Geschäftsdaten 2013[2]
Bilanzsumme 11,8 Mrd. EUR
Einlagen 9,8 Mrd. EUR
Kundenkredite 4,2 Mrd. EUR
Mitarbeiter rd. 1.800, davon 113 Auszubildende
Geschäftsstellen 101
Leitung
Verwaltungsrat Michael Geisler (Vorsitzender)
Vorstand Joachim Hoof (Vorsitzender); Ulrich Franzen, Heiko Lachmann
Liste der Sparkassen in Deutschland
Der Hauptsitz der Sparkasse befindet sich im Sparkassenhaus Dresden am Güntzplatz
Filiale in Pirna

Die Ostsächsische Sparkasse Dresden ist eine öffentlich-rechtliche Sparkasse mit Sitz in Dresden in Sachsen. Ihr 3.416 Quadratkilometer großes Geschäftsgebiet erstreckt sich von der Landeshauptstadt Dresden, über den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge bis zum Landkreis Bautzen. Sie ist die größte Sparkasse Ostdeutschlands und gemessen an der Bilanzsumme mit 11,8 Milliarden Euro die neuntgrößte Sparkasse in der Bundesrepublik Deutschland.

Organisationsstruktur[Bearbeiten]

Als Anstalt des öffentlichen Rechts unterliegt die Ostsächsische Sparkasse Dresden den Rechtsgrundlagen des Sparkassengesetzes des Freistaats Sachsen und der durch den Verwaltungsrat der Sparkasse erlassenen Satzung. Die Organe der Sparkasse sind der Vorstand und der Verwaltungsrat. Der Vorstand besteht aus dem Vorsitzenden und zwei Mitgliedern. Die Sparkasse ist Mitglied im Ostdeutschen Sparkassenverband und über diesen dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband angeschlossen.

Die Ostsächsische Sparkasse Dresden gehört neben weiteren sächsischen Sparkassen zu hundert Prozent der Sachsen-Finanzgruppe und somit den Kapitaleignern der Gruppe: den sächsischen Kommunen und dem Freistaat Sachsen.

Die Sparkasse ist stark passivlastig, die Einlagen (inkl. verbriefter und nachrangiger Verbindlichkeiten) betragen ca. 10 Milliarden Euro, der Kreditbestand 4,2 Milliarden Euro.[3]

Die Sparkasse betreibt 101 Filialen und 49 Selbstbedienungs-Stellen mit ca. 200 Geldautomaten. Außerdem können Bewohner entlegener Gebiete ihre Bankgeschäfte in einer der fünf mobilen Filialen abwickeln, die an verschiedenen Haltepunkten im Geschäftsgebiet Station machen.

Eine Besonderheit ist, dass im Landkreis Bautzen neben der Ostsächsischen Sparkasse Dresden (im Westen des Landkreises) auch die Kreissparkasse Bautzen (im Osten des Landkreises) agiert.

Die Sparkasse hat 600.000 Privatkunden (Marktanteil im Privatkundengeschäft: 66 Prozent), davon 3000 aus Tschechien und Polen.[4]

Insgesamt beschäftigt die Ostsächsische Sparkasse Dresden und ihre Tochterunternehmen rund 1.800 Mitarbeiter. Davon sind 113 Auszubildende und Studenten der Berufsakademie, die auf ihre berufliche Zukunft vorbereitet werden. Das Ausbildungszentrum befindet sich in einem Neubau am Sparkassenhaus am Güntzplatz.[5]

Die Frauenquote beträgt 74 Prozent. Gemäß dem Sächsischen Personalvertretungsgesetz findet einmal im Jahr eine Personalversammlung statt.

Die Sparkasse hat folgende Tochtergesellschaften:

  • SWI GmbH
  • I&V Immobilien Betriebs- und Vermarktungsgesellschaft mbH
  • S-Mobil GmbH
  • SIB Innovations- und Beteiligungsgesellschaft mbH

An der S-Factoring GmbH ist sie mit 50 % beteiligt.

Geschichte[Bearbeiten]

1819 gründeten auf Initiative von Graf Peter Karl Wilhelm von Hohenthal Kaufleute in der Kleinstadt Königsbrück, die zum heutigen Geschäftsgebiet gehört, die erste und damit älteste Sparkasse Sachsens.

Am 3. Februar 1821[6] wurde die erste Sparkasse in der Stadt Dresden eröffnet.

Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts und die Anfänge des 20. Jahrhunderts waren bestimmt von Modernisierungs- und Wachstumsschüben. Sachsen entwickelte sich zum treibenden Motor für die Industrialisierung Deutschlands und die Sparkasse der Residenzstadt profitierte von steigenden Löhnen und zunehmender Kreditnachfrage. Mit den Eingemeindungen um die Jahrhundertwende wurden zahlreiche neue Stadtteilfilialen eröffnet, die Führungsstruktur und die Ausbildung des Personals professionalisiert und der bargeldlose Zahlungsverkehr etabliert.

Nach einem kurzen Einbruch in den Inflationsjahren stabilisierte sich der Reallohn ab 1923 wieder, wie auch der Kontenbestand der Stadtsparkasse Dresden. Die bald folgende Weltwirtschaftskrise von 1929 und der Zweite Weltkrieg mit der Zerstörung Dresdens führten auch für die Sparkasse zu tiefgreifenden Einschnitten.

45 Jahre lang war das Kreditinstitut dann Teil der sozialistischen Planwirtschaft.

1986 wurde in der Filiale am Güntzplatz der erste Geldautomat des Instituts aufgestellt.[7]

1990 brachte die deutsche Einheit marktwirtschaftliche Bedingungen und damit auch die Notwendigkeit, sich mit neuen Mitbewerbern im Bankensektor auseinanderzusetzen.

1995 übernahm der Vorgänger Stadtsparkasse Dresden im Zuge der ersten Kreisgebietsreform einige Filialen der Kreissparkasse Dresden. Im Jahr 2004 entstand aus einem Zusammenschluss der Stadtsparkasse Dresden mit der Sparkasse Elbtal-Westlausitz die Ostsächsische Sparkasse Dresden, wobei der Fusionspartner wiederum aus Fusionen der Sparkassen Freital-Pirna und Westlausitz (2003), Weißeritzkreis und Pirna-Sebnitz (1999), sowie Pirna und Sebnitz, Freital und Dippoldiswalde sowie Kamenz und Hoyerswerda (alle 1995 im Rahmen der Kreisgebietsreform) hervorging. Die Vorgängerinstitute entstanden jeweils 1952 im Rahmen der Reorganisation der Sparkassen in der DDR.

Im Jahre 1999 richtete das Institut ein eigenes Sparkassenmuseum in Dresden ein.

Geschäftsausrichtung und Geschäftserfolg[Bearbeiten]

Die Ostsächsische Sparkasse Dresden betreibt als Sparkasse das Universalbankgeschäft. Sie ist Marktführer in ihrem Geschäftsgebiet. Im Verbundgeschäft arbeitet die Sparkasse mit der Ostdeutschen Landesbausparkasse, der DekaBank, der Sparkassen-Versicherung Sachsen und der Deutsche Leasing zusammen.

Der Erfolg der Ostsächsischen Sparkasse Dresden hängt eng am Wirtschaftswachstum Sachsens. Im Jahr 2013 erreichte die Sparkasse ein Jahresergebnis von 20,4 Mio. Euro, davon wurden 7,1 Mio. Euro im Rahmen der sächsischen Ausschüttungsverordnung bereits als Vorwegzuführung der Sicherheitsrücklage zugewiesen. Die Kernkapitalquote von 10,9 Prozent soll bis 2015/2016 auf 12 Prozent steigen.[3][8]

Im privaten Kundengeschäft und als wichtigster Finanzierungspartner des regionalen Mittelstands ist die Sparkasse Marktführer in ihrem Geschäftsgebiet. Die wichtigste Säule des Kundengeschäfts ist dabei das stationäre Filialnetz.

Im Sparkassenhaus am Dresdner Güntzplatz befindet sich die Sortenkasse (20 verschiedene Währungen sind sofort verfügbar) und die größte Kunden-Schließfachanlage in Sachsen[9].

Regionales Engagement[Bearbeiten]

Im Geschäftsgebiet der Ostsächsischen Sparkasse Dresden fördern fünf eigene Stiftungen in den Bereichen Kunst, Kultur, Sport, Jugend, Umwelt und Soziales gemeinnützige Projekte und Vereine. Die Stiftungen sind mit einem Stiftungskapital von 10,7 Millionen Euro ausgestattet. Die Stiftungen der ehemaligen Stadtsparkasse Dresden widmen sich ausschließlich Projekten aus der Landeshauptstadt. Die Stiftungen der ehemaligen Sparkasse Elbtal-Westlausitz fördern nur Projekte in den Landkreisen Bautzen und Sächsische Schweiz/Osterzgebirge. Darüber hinaus unterstützt die Ostsächsische Sparkasse Dresden mehr als 1000 Vereine der Region mit jährlich mehr als 3 Millionen Euro bei Veranstaltungen als Haupt- oder Co-Sponsor.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2010 FOCUS MONEY: Sieger im Bankentest in Dresden
  • 2011 FOCUS MONEY: Sieger im Bankentest in Dresden
  • 2012 FOCUS MONEY: Sieger im Bankentest in Dresden
  • 2012 WirtschaftsWoche: Bester Baufinanzierer in Dresden, Gesamturteil sehr gut[10]
  • 2013 FOCUS MONEY: Sieger im Bankentest in Dresden[11]
  • 2013 FOCUS MONEY: Sieger im Bankentest in Pirna[12]

Trivia[Bearbeiten]

  • Im Callcenter der Sparkasse gehen täglich ca. 3.000 Anrufe ein.
  • Mit dem Postunternehmen PostModern besteht eine Kooperation. Die Sparkassenfilialen bieten Briefmarken an und außerhalb befinden sich entsprechende Post-Briefkästen von PostModern.

Literatur[Bearbeiten]

  • Josef Wysocki: Stadtsparkasse Dresden 1821–1996. Deutscher Sparkassenverlag, Stuttgart 1996. ISBN 3-09-303827-8.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  2. Bilanzflyer 2013
  3. a b Bilanz 2013. Ostsächsische Sparkasse Dresden. Abgerufen am 18. März 2014.
  4. Online-Artikel Sächsische Zeitung vom 17. April 2012
  5. Sächsische Zeitung vom 21. Januar 2014
  6. Buch "Geschichte der Stadtsparkasse Dresden", 1996
  7. Sächsische Zeitung vom 31. Mai 2013
  8. Online-Artikel Sächsische Zeitung vom 17. April 2012
  9. Dresdner Neueste Nachrichten vom 6./7. April 2013
  10. Wirtschaftswoche, Ausgabe 49/2012
  11. Sparkasse gewinnt Bankentest in Dresden. Website der Ostsächsischen Sparkasse Dresden. Abgerufen am 30. September 2013.
  12. City Contest Pirna 2013. Website von Meine Bank vor Ort. Abgerufen am 18. März 2014

51.05398213.759195Koordinaten: 51° 3′ 14″ N, 13° 45′ 33″ O