Ostseeflughafen Stralsund-Barth

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ostseeflughafen Stralsund-Barth
Ostsee-Flughafen Stralsund-Barth Logo 2014 Baltic Sea Airport Stralsund.jpg
Ostseeflughafen Barth oktober11.JPG
Kenndaten
ICAO-Code EDBH
IATA-Code BBH
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 25 km westlich von Stralsund
Basisdaten
Eröffnung 1936
Betreiber Ostseeflughafen Stralsund-Barth GmbH
Start- und Landebahn
09/27 1450 m × 30 m Asphalt

i1 i3


i7 i10 i12

i14

Der Ostseeflughafen Stralsund-Barth ist ein Regionalflughafen im Landkreis Vorpommern-Rügen und liegt auf der Gemarkung der Stadt Barth. Er ist als Verkehrsflughafen klassifiziert.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Bus: Der Flugplatz ist von Barth und Stralsund aus zu erreichen.

PKW: Über die Bundesstraße 105 und dann über die Landesstraße 23 nach Barth gelangt man mit dem Auto zum Flughafen.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Bau des Platzes als Einsatzhorst der Luftwaffe begann 1935, unter anderem wurden sieben Flugzeughallen errichtet, in den 1940er Jahren kam eine befestigte Start- und Landebahn hinzu. Die erste Belegung erfolgte im Juli 1936 durch die III./KG 152, 1937 kamen Teile des Lehrgeschwaders 1 hinzu. Im Herbst/Winter 1939/40 wurden hier die II. und III. Gruppe des Kampfgeschwaders 30 aufgestellt. Ab 1942 nutzte die Heinkel A. G. einige der vorhandenen Hallen als Ausweichstandort als Ersatz für das in Rostock bei Bombenangriffen beschädigte Werk. Ab 1943 wurden für die Flugzeugproduktion auch Zwangsarbeiter eingesetzt. Gebaut wurde unter anderem der „Volksjäger“ He 162. 1944/45 erfolgten mehrere alliierte Luftangriffe. Am 2. Mai 1945 wurde der Platz durch Einheiten der Roten Armee besetzt und im Laufe des weiteren Jahres durch sowjetische Jagdfliegereinheiten genutzt (u. a. 309. Jagdfliegerdivision). Kurz nach Kriegsende wurden während einer mehrtägigen Aktion (Operation „Revival“) ab 12. Mai 1945 über 9000 in deutsche Kriegsgefangenschaft geratene westalliierte Flieger des sich nördlich befindlichen Lagers Stalag Luft I durch umgerüstete Bomber der 8. US-Luftflotte von Barth aus in ihre Heimatländer überflogen. 1947 begann die Demontage der Werksmaschinen und der Infrastruktur und deren Verbringung in die Sowjetunion, die Produktionsgebäude und Hallen wurden gesprengt. In den folgenden Jahren wurde das Gelände nur als Übungsschießplatz genutzt.

Ab dem 15. Juni 1957 begann erneut die fliegerische Nutzung des Areals durch die Lufthansa, später durch die Interflug der DDR. Dazu wurde die beschädigte Startbahn instand gesetzt und einige Bauten, darunter ein Tower, eine kleine Werfthalle und eine Abfertigungsbaracke errichtet. Bis 1975 diente Barth als Inlandflughafen und wurde durch zweimotorige Maschinen vom Typ IL-14 und An-24 angeflogen. Ab 1961 teilte sich die zivilen Fluggesellschaften den Platz mit der NVA, die hier die Fallschirmsprungausbildung des Fallschirmjägerbataillons 5, des späteren Luftsturmregiment 40 durchführte. Weitere Einheiten waren das Kampfschwimmerkommando-18 und das Marinehubschraubergeschwader 18, das Barth als Ausweichflugplatz nutzte.

Am 1. Oktober 1975 wurde aufgrund eines Ministerratsbeschlusses der Personenflugverkehr eingestellt und der Flugplatz nur noch als Agrarflugplatz der Interflug genutzt.

Am 27. September 1990 erhielt der Flugplatz seine Wiederzulassung als Flughafen. Am 1. Juli 1991 gründete sich die Betreibergesellschaft Ostseeflughafen Stralsund-Barth GmbH. 1994 bekam der Flughafen eine Anflugbefeuerung und seit 1995 ist in Landerichtung 27 ein Nichtpräzisionsanflugverfahren RNAV (GPS) verfügbar.

Bis zum Jahr 2011 erhielt der Flughafen ein neues Abfertigungsgebäude mit Tower. Die vorhandenen Bauten aus den 1950er Jahren wurden bereits im Sommer 2010 teilweise abgerissen. Für das Vorhaben wurde ein Investitionszuschuss von 2,7 Millionen Euro durch das Land gewährt.[1]

Der rundum modernisierte Ostseeflughafen wurde am 25. Mai 2012 feierlich eröffnet. Das neue Konzept zielt auf die Etablierung als Top-Standort für die Offshore-Windparkindustrie und für anspruchsvollen Tourismus.[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Stefan Büttner: Rote Plätze: Russische Militärflugplätze in Deutschland 1945–1994. Aerolit, Berlin 2007, ISBN 978-3-935525-11-4.
  •  Thomas Bußmann: Stahlbeton, Gras und Bahnbefeuerung – Die militärisch genutzten Flugplätze der DDR. MediaScript, Cottbus, Berlin 2011, ISBN 978-3-9814822-0-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ostseeflughafen Stralsund-Barth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Flughafen Stralsund-Barth
  2. "Ostseeflughafen Stralsund-Barth weiht neues Terminal ein" (offizielle Webseite)