Ostseeland Verkehr

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Ostseelandverkehr GmbH (OLA)
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Basisinformationen
Unternehmenssitz Schwerin
Webpräsenz www.ostseelandverkehr.de
Bezugsjahr 2011[1]
Geschäftsführung

Andreas Winter; Stefan Schönholz

Mitarbeiter 168
Umsatz 48,3 Mio. Euro
Linien
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Anzahl Fahrzeuge
Triebwagen 10 Talent-Triebwagen
6 LINT
Statistik
Fahrleistung 4,1 Mio. km pro Jahr
Sonstige Betriebseinrichtungen
Betriebshöfe Schwerin, Neubrandenburg

Die Ostseeland Verkehr GmbH (OLA) ist ein Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) in Mecklenburg-Vorpommern. Es entstand 2005 durch die Fusion der Ostmecklenburgische Eisenbahn (OME), der ersten Privatbahn im Land Mecklenburg-Vorpommern, und der MecklenburgBahn (MEBA). Veolia Verkehr, die Muttergesellschaft der ehemaligen OME, hält 70 % und Nahverkehr Schwerin, die der ehemaligen MEBA, 30 % der Anteile.
Die OLA war bis 2013 Betreiber des Schienenpersonennahverkehrs auf mehreren Linien im Land Mecklenburg-Vorpommern und bis 2011 auf zwei Linien im Land Brandenburg. Ab Fahrplanwechsel im Dezember 2013 bestellte Mecklenburg-Vorpommern die bis dahin von der OLA betriebenen Leistungen bei anderen Anbietern, so dass seitdem die OLA keinen Schienenpersonennahverkehr mehr durchführt. Des Weiteren ist die OLA Betreiberin des ersten privatwirtschaftlich betriebenen Fernzugs in der Bundesrepublik, dem InterConnex.

Entwicklung[Bearbeiten]

Im Frühjahr 2005 fusionierten die Ostmecklenburgische Eisenbahn und die MecklenburgBahn zur Ostseeland Verkehr. Zwar sollten zu Anfang die Namen OME und MEBA erhalten bleiben, doch alle Triebwagen bekamen OLA-Aufkleber. Des Weiteren wurden alle Pressemitteilungen und Fahrplanhinweise einheitlich über die OLA herausgegeben.

Daten[Bearbeiten]

Bus der Personenverkehr Müritz GmbH / OLA

Die OLA beschäftigte im Jahr 2011 168 Mitarbeiter und erreichte einen Jahresumsatz von 48,3 Millionen Euro. Sie befördert jährlich ca. 4,9 Millionen Fahrgäste (Stand: 2008) im Schienenpersonennahverkehr, -fernverkehr und Omnibusverkehr.[2]

Die Gesellschaft besaß 16 Triebwagen, 6 vom Typ LINT 41 und 10 Talent, sowie 70 Busse[3], unterhält Werkstätten und Niederlassungen in Neubrandenburg und Schwerin und ist zertifiziert nach ISO 9001 (EQ Zert). Einige Talent-Triebzüge wurden 2014 an die Bayerische Oberlandbahn verkauft.[4]

Beteiligungen[Bearbeiten]

Die OLA ist seit dem 1. April 2006 alleinige Gesellschafterin der Personenverkehr GmbH Müritz, Waren (Müritz).[5] In den Jahren 2006 und 2007 war sie auch zu 51 % am Löcknitzer Unternehmen Orwat Bus GmbH & Co. KG beteiligt.[1]

Angeschlossen sind außerdem die Connex Kundencenter GmbH und die Eisenbahnwerkstatt-Gesellschaft mbH (Neubrandenburg).[6]

Schienenpersonennahverkehr[Bearbeiten]

Talent-Triebwagen der OLA in Sukow

Im Schienenenpersonennahverkehr übernahm die OLA nach der Fusion von OME und MEBA den Betrieb auf mehreren Linien in Mecklenburg-Vorpommern von den beiden Vorgängergesellschaften. Zwei Linien verlor sie 2009 und 2011 als Resultat von Ausschreibungen. Ebenfalls verlor die OLA im Jahr 2011 den Betrieb auf zwei Linien im Bundesland Brandenburg, welche sie zwei Jahre zuvor übernommen hatte.

Die OLA nahm 2012 an der Neuausschreibung der seit 2005 betriebenen Verbindungen zwischen Lübeck, Bützow, Güstrow, Neubrandenburg, Pasewalk und Ueckermünde aufgrund der damaligen Unternehmenspolitik der Muttergesellschaft nicht teil. Daraufhin bekam als einziger Bewerber die DB Regio den Zuschlag, die die Verbindungen ab Dezember 2014 betreiben soll. Die OLA hatte später dieser Entscheidung widersprochen, da die Ausschreibungsbedingugen später geändert worden waren.[7] Sie unterlag inzwischen beim Oberlandesgericht Rostock.

Ebenfalls entschied das Land Mecklenburg-Vorpommern, der OLA keinen Folgeauftrag für die Ende 2013 auslaufenden Verträge auf allen Strecken zu erteilen. Einerseits betraf das die Überbrückungsleistungen zwischen Bützow und Ueckermünde bzw. Neustrelitz und Stralsund von Ende 2013 bis zum Beginn des neuen Vertrages Ende 2014. DB Regio wurde auch für dieses eine Jahr vom Land zum Betreiber bestimmt. Andererseits ging es um die Linie Rehna – Schwerin – Parchim, die noch nicht in einem neuen Vergabeverfahren ausgeschrieben wurde. Hier ist die Ostdeutsche Eisenbahn der neue Betreiber ab Dezember 2013. Auch gegen diese Übergangsvergaben hatte die OLA geklagt, die Klage wurde im November 2013 ebenfalls vom Oberlandesgericht Rostock abgewiesen.[8]

Schienenpersonenfernverkehr[Bearbeiten]

Connex-Lok Baureihe 146 mit Zug Warnemünde − Rostock − Berlin − Leipzig im Leipziger Hauptbahnhof

Hauptartikel: InterConnex Die OME betrieb seit 2002 mit dem InterConnex den ersten privatwirtschaftlichen Fernzug in Deutschland. Seit der Fusion im Jahr 2005 ist die OLA Betreiberin dieses Zuges.

Zuggattung Zuglauf Takt
 X  WarnemündeRostock HbfGüstrowWaren (Müritz)Neustrelitz HbfBerlin HbfLeipzig Hbf 1 Zugpaar (Warnemünde – Berlin)
2 Zugpaare (Berlin – Leipzig)

Ehemalige Linien[Bearbeiten]

OLA in Mecklenburg-Vorpommern im Fahrplanjahr 2012/ 2013

Bei der Gründung der OLA übernahm das Unternehmen den Verkehr auf mehreren Linien in Mecklenburg-Vorpommern, die bereits von ihren Vorgängergesellschaften OME und MEBA betrieben worden waren.

Talent-Triebwagen der OLA bei Priemerburg

Von der OME waren dies folgende Linien:

Zuggattung Verlauf Fahrzeuge im Regelbetrieb Takt
OLA Rostock Hbf – Laage – Plaaz – Priemerburg – Güstrow Bombardier Talent 060 min (HVZ)
120 min (NVZ)
OLA Bützow – Güstrow – Neubrandenburg – Pasewalk – Ueckermünde Stadthafen Bombardier Talent 0120 min (Überlagerung mit RE 6 zum Stundentakt)
OLA Stralsund Hbf – Grimmen – Demmin – Neubrandenburg – Neustrelitz Hbf Bombardier Talent 04 Stunden (Überlagerung mit RE 5 zum Stundentakt)
OLA Bergen (Rügen) – Putbus – Lauterbach – Lauterbach Mole Alstom Coradia LINT 060 min (Sommer)
120 min (Winter)

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2009 ging der Betrieb Linie auf der Linie Bergen – Lauterbach auf die Eisenbahn-Bau- und Betriebsgesellschaft Pressnitztalbahn über, die bei einer vorherigen Ausschreibung erfolgreich war. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2012 wurde die Linie Rostock – Laage – Güstrow Bestandteil der erweiterten S-Bahn Rostock und an die DB Regio Nordost übergeben, die bei der Ausschreibung erfolgreich war. Der Betrieb auf den beiden anderen Linien wurde nach Auslaufen des Vertrages im Dezember 2013 auf DB Regio übertragen.

Von der MEBA hatte die OLA folgende Linie übernommen:

Zuggattung Verlauf Fahrzeuge im Regelbetrieb Takt
OLA Rehna – Gadebusch – Schwerin – Crivitz – Parchim Alstom Coradia LINT 060 min (HVZ)
120 min (Rehna-Gadebusch in NVZ)

Nach dem Auslaufen des Verkehrsvertrages übernahm die ODEG im Dezember 2013 den Betrieb auf dieser Linie.

Im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) übernahm die OLA mit ihrer Marke Märkische Regiobahn am 9. Dezember 2007 den Verkehr mit 34 Mitarbeitern und vier Triebwagen des Typs Desiro auf folgenden Regionalbahnlinien:

Zuggattung Verlauf Fahrzeuge im Regelbetrieb Takt
MR 33 Berlin-Wannsee – Michendorf – Beelitz Stadt – Treuenbrietzen – Jüterbog Desiro 060 min (Berlin – Beelitz)
120 min (Beelitz – Jüterbog)
MR 51 Brandenburg – Pritzerbe – Premnitz – Rathenow Desiro 060 min

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2011 wurden diese Linien der ODEG übergeben, die bei einer Ausschreibung erfolgreich war.

Seit Ende 2013 betreibt die OLA somit keine Linien im Schienenpersonennahverkehr mehr.

Tarife[Bearbeiten]

Das Streckennetz der Ostseeland Verkehr verlief in verschiedene Tarifgebieten. Die Ostseeland Verkehr hatte für die Strecken Güstrow–Rostock, Bützow–Ueckermünde sowie Stralsund–Neustrelitz und Pasewalk–Züssow gemeinsam mit der Deutschen Bahn eine Tarifgemeinschaft gebildet, hier galten Preise und Fahrscheine beider Unternehmen.

Auf der Strecke Parchim–Schwerin–Rehna galt der dortige Haustarif, der in Höhe und Struktur dem Tarif der Deutschen Bahn entspricht. In den Verbundgebieten galten die Tarifbestimmungen der regionalen Verkehrsverbünde und Tarifgemeinschaften. Dies waren der Verkehrsverbund Warnow, der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg und die Verkehrsgemeinschaft Westmecklenburg.

Angebote wie das Schöne-Wochenende-Ticket, das Schleswig-Holstein-Ticket, das Mecklenburg-Vorpommern-Ticket, das Berlin-Brandenburg-Ticket auf der Strecke Pasewalk–Ueckermünde und die Vergünstigungen der BahnCard galten in ihrem jeweiligen örtlichen und zeitlichen Geltungsbereich auch auf den Nahverkehrsstrecken der Ostseeland Verkehr.

Die Ostseeland-Verkehr ist Mitglied im Tarifverband der Bundeseigenen und Nichtbundeseigenen Eisenbahnen in Deutschland (TBNE).

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ostseeland-Verkehr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Jahresabschluss 2011. Ostseelandverkehr GmbH, 25. September 2012, abgerufen am 27. Mai 2013.
  2. Siehe zwischenstopp, das Magazin für Mitarbeiter und Freunde der Veolia-Verkehrssparte, Juni 2008, S. 7; 4,0 Millionen Zug- und 4,3 Millionen Bus-Kilometer (die Angaben in der Rubrik "Zahlen/Fakten" unter www.ostseelandverkehr.de sind veraltet)
  3. Siehe Fahrzeugliste www.privat-bahn.de. Abgerufen am 27. Januar 2011.
  4.  eisenbahn-magazin. Nr. 7, Alba, Meerbusch 2014, ISSN 0342-1902, S. 23.
  5. Siehe Angaben in der Rubrik „Entwicklung“ unter www.ostseelandverkehr.de. Abgerufen am 27. Januar 2011.
  6. Siehe Angaben in der Rubrik „Verbundene Unternehmen“ unter www.ostseelandverkehr.de. Archiviert vom Original am 14. Februar 2008. Abgerufen am 27. Januar 2011.
  7. Doch noch Chancen für die OLA? EVG Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, 30. Mai 2013, abgerufen am 27. Juli 2013.
  8. Aus für die OLA bestätigt. In: Bahn-Report, 1/2014, S. 36–37.