Osvaldo Golijov

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Osvaldo Golijov (* 5. Dezember 1960 in La Plata) ist ein argentinischer Komponist osteuropäischer, jüdischer Abstammung.

Studium[Bearbeiten]

Nachdem Osvaldo Golijov am Konservatorium in La Plata Klavier und bei Gerardo Gandini Komposition studiert hatte, ging er 1983 nach Israel. In Jerusalem studierte er bei Mark Kopytman an der Rubin Academy und vertiefte sich in die gegensätzlichen Musiktraditionen dieser Stadt. 1986 ließ er sich in den USA nieder, um an der University of Pennsylvania promoviert zu werden. Er studierte dort bei George Crumb und war als Schüler von Oliver Knussen Stipendiat in Tanglewood.[1]

Karriere[Bearbeiten]

Anfang der 1990er Jahre begann Golijov eng mit zwei Streichquartetten zusammenzuarbeiten: dem St Lawrence String Quartet und dem Kronos Quartet. Anlässlich des 10-jährigen Bestehens der Kooperation von Osvaldo Golijov und dem St Lawrence String Quartet veröffentlichte EMI im Jahr 2002 „Yiddishbbuk“, eine für den Grammy nominierte CD mit Golijovs Kammermusik. Das Kronos Quartet brachte drei Aufnahmen von Projekten mit Golijov heraus: „The Dreams and Prayers of Isaac the Blind“, „Caravan“ und „Nuevo“. Des Weiteren arbeitete der Komponist mit der rumänischen Zigeunerkapelle Taraf de Haïdouks, der mexikanischen Rockgruppe Café Tacuba, dem Tabla-Virtuosen Zakir Hussain und dem argentinischen Komponisten, Gitarristen und Produzenten Gustavo Santaolalla zusammen. Für die Sängerin Dawn Upshaw komponierte er „Three Songs for Soprano and Orchestra“, die Oper „Ainadamar“, den Zyklus „Ayre“ und Arrangements von Volksliedern. Großen Erfolg feierte Osvaldo Golijov mit der Uraufführung der „Markuspassion“ (La Pasión según San Marcos) im Jahr 2000. Das Werk wurde anlässlich des 250.Todestags von Johann Sebastian Bach für das Europäische Musikfest von Helmuth Rilling in Auftrag gegeben. Die bei Hänssler auf CD erschienene Aufnahme der Uraufführung wurde 2002 für den Grammy und den Latin Grammy nominiert. Für die Uraufführung von Ayre gründete Golijov ein weiteres Ensemble: „The Andalucian Dogs“. Dieses führte das Werk zusammen mit Dawn Upshaw in der Zankel Hall auf und spielte es für die Deutsche Grammophon ein. Die Aufnahme erschien im Januar 2006 und wurde im selben Jahr mit einem Gramophone Award und 2007 mit einem Grammy ausgezeichnet. Osvaldo Golijov erhielt zahlreiche Aufträge von renommierten Ensembles und Institutionen in den USA und Europa. Zu seinen vielen Auszeichnungen gehört auch eine MacArthur Fellowship. Osvaldo Golijov ist Composer In Residence bei zahlreichen Festivals und Orchestern (Chicago Symphony Orchestra für die Spielzeiten 2006/07 und 2007/08, Spoleto Festival, die Reihe „Music Alive“ des Los Angeles Philharmonic Orchestra, Festivals von Marlboro und Ravinia etc). Der Komponist ist derzeit außerordentlicher Professor am College of the Holy Cross in Worcester, MA, wo er seit 1991 lehrt, und gehört zudem zum Lehrkörper des Boston Conservatory.[2]

Werke (Auswahl)[3][4][Bearbeiten]

Bühnenwerke[Bearbeiten]

Filmmusik[Bearbeiten]

Kammermusik[Bearbeiten]

Vokalwerke[Bearbeiten]

Diskographie[Bearbeiten]

Verlag[Bearbeiten]

Golijovs Werke werden bei Boosey & Hawkes verlegt:

Boosey & Hawkes, an Imagem Company, is proud to announce it has purchased Ytalianna Music Publishing LLC, including the acquisition of worldwide copyrights to all published works by the celebrated Argentine composer Osvaldo Golijov.[18]

Hier eine Auswahl an Einspielungen seiner Werke:[19]

CDs[Bearbeiten]

  • 1994: Night Prayers - Kronos Quartet (Nonesuch)
  • 1997: The Dreams and Prayers of Isaac the Blind (Nonesuch)
  • 2000: Caravan - Kronos Quartet (Nonesuch)
  • 2001: Soundtrack - The Man Who Cried (Sony Classical)
  • 2002: Nuevo - Kronos Quartet (Nonesuch)
  • 2002: Yiddishbbuk (EMI)
  • 2003: World to Come - Maya Beiser (Koch International Classics)
  • 2003: Anthem - Matt Haimovitz (Oxingale)
  • 2003: Klezmer Concertos and Encores (Naxos)
  • 2004: Voices of Light - Dawn Upshaw (Nonesuch)
  • 2004: Borromeo String Quartet Living (Live recording from the Borromeo String Quartet's Archive)
  • 2005: Ayre - Dawn Upshaw (Deutsche Grammophon)
  • 2005: Goulash - Matt Haimovitz (Oxingale)
  • 2006: Ainadamar (Deutsche Grammophon)
  • 2007: Oceana, Tenebrae, 3 Songs (Deutsche Grammophon)
  • 2007: Soundtrack - Youth without Youth (A & M Records)
  • 2007: New Impossibilities (Sony Classical)
  • 2007: Opera Fantasies for Violin (Naxos)
  • 2008: La Pasión según San Marcos (Hänssler Classic)
  • 2009: Tetro - Soundtrack (Deutsche Grammophon)

DVDs[Bearbeiten]

  • 2004: Borromeo String Quartet Living (Live-Aufnahme)
  • 2004: Voices of our Time - Dawn Upshaw (TDK VTDU)
  • 2005: Holocaust – A Music Memorial Film from Auschwitz (BBC)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Stoeger Prize (1996) zusammen mit Martin Bresnick für das kammermusikalische Schaffen
  • Gramophone Award (2006) & Grammy (2007) für "Ayre" - Osvaldo Golijov & The Andalucian Dogs
  • Prix Caecilia (2007) & Grammy in den Kategorien »Beste Aufnahme klassischer Musik der Gegenwart« und »Beste Opernaufnahme« für "Ainadamar“ - Osvaldo Golijov, Dawn Upshaw und das Atlanta Symphony Orchestra

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kurzbiographie auf der offiziellen Homepage des Komponisten: Bio-Photos.
  2. Kurzbiographie auf der offiziellen Homepage des Komponisten: Bio-Photos.
  3. Werkliste der offiziellen Homepage des Komponisten: Works.
  4. Werkkatalog zu Osvaldo Golijov bei Boosey & Hawkes
  5. Spielplan 2007/2008 des Staatstheaters Darmstadt.
  6. Frank Raudszus: Zwei Seiten des Ausdruckstanzes an einem Abend. Besprechung im Online-Magazin Egotrip
  7. Anthony Tommasini: A Life as a Passion Play, in the Shadow of García Lorca Artikel in The New York Times-online vom 24. Januar 2006.
  8. Daniel Verdú: Espert: “Solo Shakespeare tiene el poder de comunicación de Lorca” Artikel in El País-online vom 3. Juli 2012.
  9. Juan Ángel Vela del Campo:Ecos de la tragedia. Artikel in El País-online vom 9. Juli 2012.
  10. Elvira Lindo Garrido: Lo lorquiano. Artikel in El País-online vom 15. Juli 2012.
  11. Homepage des New Yorker Ensembles Continuum.
  12. Archiv der Münchner Biennale.
  13. Interview des Focus-Magazin (Nr. 17, 1994) mit Hans Werner Henze ; Hinweis am Ende des Textes.
  14. Video zu Tekyah, 2004 von der BBC in Auschwitz-Birkenau aufgezeichnet und im Januar 2005 ausgestrahlt.
  15. Javier Clavere: Masterarbeit im Fach Musik aus dem Jahr 2008
  16. Claus Spahn: United Colours of Bach. Artikel in Die Zeit-online vom 14. September 2000.
  17. Spielplan 2012/2013 der Carnegie Hall: Aufführung vom 10. März 2013.
  18. Rubrik Aktuelles auf der Homepage des Musikverlages Boosey & Hawkes
  19. Liste der Einspielungen auf der offiziellen Homepage des Komponisten: Discography.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]