Otakar Borůvka

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Otakar Borůvka (* 10. Mai 1899 in Uherský Ostroh, Mähren; † 22. Juli 1995 in Brno, Tschechien) war ein tschechischer Mathematiker, der heute vor allem durch seine Beiträge zur Graphentheorie bekannt ist, die er schon lange vor der Etablierung der Graphentheorie als mathematische Disziplin veröffentlichte.

Leben[Bearbeiten]

Borůvka besuchte die Gesamtschule in Uherské Hradiště, bevor er 1916 an die Militärschule in Hranice na Moravě wechselte und sich später an der militärtechnischen Akademie im niederösterreichischen Mödling bei Wien einschrieb. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges graduierte er 1918 an der Gesamtschule in Uherské Hradiště.

In seiner Veröffentlichung O jistém problému minimálním (zu Deutsch Über ein gewisses Minimierungsproblem) aus dem Jahr 1926, beschrieb Borůvka einen Algorithmus zur Berechnung eines minimalen Spannbaumes eines elektronischen Netzwerkes, der heute nach ihm benannt ist (Algorithmus von Borůvka). Ein Großteil seiner Ergebnisse in diesem Zusammenhang wurde später in der theoretischen Informatik, die sich ebenfalls für das Problem minimaler Spannbäume interessiert, quasi erneut entdeckt; siehe Algorithmus von Prim und Algorithmus von Kruskal.

Schriften[Bearbeiten]

  • Grundlagen der Gruppoid- und Gruppentheorie (= Hochschulbücher für Mathematik. Bd. 46). Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1960
  • Lineare Differentialtransformationen 2. Ordnung (= Hochschulbücher für Mathematik. Bd. 67). Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1967

Weblinks[Bearbeiten]