Otmar Freiherr von Verschuer

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Otmar Freiherr von Verschuer (* 16. Juli 1896 in Richelsdorfer Hütte; † 8. August 1969 in Münster (Westfalen)) war ein deutscher Mediziner, Humangenetiker und Zwillingsforscher. Verschuer war einer der führenden Rassenhygieniker der NS-Zeit. Einer seiner Doktoranden war Josef Mengele.

Elternhaus, Schule, Aufnahme des Studiums[Bearbeiten]

Am 16. Juli 1896 wurde er in Richelsdorfer Hütte in Osthessen als Kind des Grubenunternehmers und Kaufmanns Hans von Verschuer sowie seiner Frau Charlotte, geb. v. Arnold geboren. Nach 1873 hatte Hans von Verschuer zusammen mit einem Geschäftspartner die Hütte erworben, 1913 wurde sie verkauft.[1] Nach dem Besuch der Oberrealschule in Karlsruhe (heute Helmholtz-Gymnasium Karlsruhe) legte er dort 1914 sein Abitur ab. In der Schulzeit hatte er ein Interesse an "exakten Naturwissenschaften" entwickelt.[2] Er schrieb sich für das Wintersemester 1914/15 im Fach Rechtswissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn ein. Die Mitgliedschaft im Wandervogel, die adlige Herkunft und die Lektüre der Schriften von Arthur de Gobineaus und Houston Stewart Chamberlains führten ihn zu Fragen der Vererbungs- und Rassenswissenschaft.[3]

Erster Weltkrieg[Bearbeiten]

Verschuer trat im August 1914 als Fahnenjunker in das Füsilier-Regiment 80 ein, in dem sein Vater Offizier gewesen war. Im Laufe des Krieges diente er an der West- und Ostfront, wurde dreimal verwundet[4] und mit dem Eisernen Kreuz II. und I. Klasse sowie dem Orden vom Zähringer Löwen und dem Verwundetenabzeichen in Silber ausgezeichnet. Bei Kriegsende war Verschuer Oberleutnant. Weihnachten 1918 kehrte er zu seiner Familie zurück.

Weimarer Republik[Bearbeiten]

Ab 1919 studierte Verschuer Medizin an der Philipps-Universität Marburg. Er war im dortigen VDSt korporiert. Er organisierte sich außerdem im Studentenkorps Marburg (StuKoMa) von Bogislav von Selchow.

Als rechte Hand und erster Adjutant von Selchows führte Verschuer im März 1920 im Rahmen des Kapp-Putsches das Bataillon des StuKoMa zu einem Einsatz vor Ort in Thüringen.[5]

In Mechterstädt wurden aus einer Liste von 40 Verdächtigen am Morgen des 25. März 1920 fünfzehn Personen - darunter vier Gemeinderäte - durch das Studentenkorps ausgewählt und verhaftet. Ihnen wurde vorgeworfen, sie seien „rote“ Aufständische gegen die nach dem Kapp-Putsch sukzessiv wiederhergestellte staatliche Ordnung. Die 15 Verhafteten wurden angeblich bei einem Fluchtversuch erschossen. Diese Ereignisse gingen als Morde von Mechterstädt in die Geschichte ein. Aufgrund der damaligen öffentlichen Empörung über die Morde wurden die unmittelbar tatbeteiligten Studenten wegen Mordes angeklagt und vor Militärgerichte gestellt. Zwei unterschiedliche Hauptverfahren endeten jeweils mit einem Freispruch.

In Marburg wurde für Verschuer „der Boden unter den Füßen zu heiß“,[6] so dass er gemeinsam mit seinem Freund Karl Diehl an die Universität Hamburg wechselte und von dort aus nach München, wo er sein Studium beendete. Im Wintersemester 1921/1922 war er Gast an der Universität Freiburg, wo er seinen zukünftigen Mentor Eugen Fischer kennenlernte.

1923 begann Verschuer an der Universität Tübingen als Assistent von Wilhelm Weitz, der ihm sein Spezialgebiet nahe brachte, die erbbiologische Forschung mit Zwillingen. 1927 ging er an das Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik in Berlin-Dahlem. 1929/30 hielt er zusammen mit den beiden weiteren Direktoren des KWI für Anthropologie: Fischer und Hermann Muckermann mehr als 200 Vorträge über Rassenhygiene.[7]

Im Jahr 1928 publizierte er, laut eigenen Angaben auf Aufforderung der Zeitschrift für Nationalwirtschaft, zu deren Mitherausgebern Erich Jung, Friedrich Lent oder Max Wundt gehörten einen Artikel über die Beziehung zwischen Sozialpolitik und Rassenhygiene, aufbauend auf Ideen des österreichischen Rechtsextremisten Othmar Spann.[8]

Im Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Im Juni 1933 wurde die Deutsche Gesellschaft für Rassenhygiene und Rassenforschung "verstaatlicht", Verschuer wie auch die andern Vorstandsmitglieder aus dem KWI in Berlin mussten zurücktreten und wurden durch Ernst Rüdin als von Wilhelm Frick ernannten "Reichskommissar" der Gesellschaft ersetzt.[9] Im Mai 1933 wurde ein "Sachverständigenbeirat für Bevölkerungs- und Rassenpolitik beim Reichsinnenminister" gegründet, dessen Aufgabe auch der Entwurf eines Sterilisationsgesetz war. Für die Durchführung des daraus resultierenden Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses vom 14. Juli 1933 wurde neben Fischer und Fritz Lenz auch Verschuer aufgefordert ihren Sachverstand beizutragen.[10] Die Wissenssoziologen Kurt Bayertz, Jürgen Kroll und Peter Weingart beschreiben die neue Situation so: Die Machtergreifung bot die Verheißung der Professionalisierung der Rassenhygiene zum Preis der Abhängigkeit von politischer Kontrolle, was angesichts der ideologischen Affinität kein hoher Preis war.[11] 1936 wird er Richter am Erbgesundheitsobergericht.[12]

Ab 1934 erschien, bis 1939 als Beilage zum Deutschen Ärzteblatt, seine Zeitschrift Der Erbarzt. Darin wurden "Ergebnisse der Erbforschung" an die frei praktizierende deutsche Ärzteschaft vermittelt.[13]

Professur in Frankfurt (1935–1942)[Bearbeiten]

1935 wechselte Verschuer an das von ihm geleitete Institut für Erbbiologie und Rassenhygiene in Frankfurt, das im Gebäude des von der Gestapo 1933 geschlossenen Institutes für Sozialforschung eingerichtet worden war. Die Aufgabenstellung dieses Institutes beschrieb Verschuer in der von ihm herausgegebenen Zeitschrift Der Erbarzt 1935: Er huldige dem "Führer des Deutschen Reiches", der als erster Staatsmann "die Erkenntnisse der Erbbiologie und Rassenhygiene zu einem leitenden Prinzip der Staatsführung" gemacht habe.[14] Verschuers Abteilung für "Menschliche Erblehre" am KWI wurde nach seinem Weggang aufgelöst, in Teilen von Fischer und Fritz Lenz übernommen, er zum externen Mitglied ernannt.[15]

1936 wurde Verschuer zum Professor an der Universität Frankfurt am Main ernannt.

Von 1936 bis 1938 war Gerhart Stein, ein in der SA aktiver Student, einer von Verschuers Doktoranden. Er promovierte über Roma, die er vor allem im Zwangslager für "Zigeuner" in Berlin-Marzahn untersuchte. Noch vor Abgabe der Arbeit arbeitete Stein für die Rassenhygienische Forschungsstelle. Josef Mengele, der seit Januar 1937 zu Verschuers Institut gehörte, promovierte 1938 mit „Sippenuntersuchungen bei der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte. Er versuchte deren Erblichkeit statistisch nachzuweisen.[16]

Bereits 1936 gehörte Verschuer als Fachmann für Biologie dem Beirat der Forschungsabteilung Judenfrage des Reichsinstituts für Geschichte des Neuen Deutschlands an, ab 1938 gehörte er zu dessen Sachverständigenbeirat und erstattete Abstammungsgutachten.[17][18]

In einer Rede in der Universität über „Rassenhygiene als Wissenschaft und Staatsaufgabe“ sagte der Antisemit Verschuer unter anderem:

„Der Staat Adolf Hitlers, der zum ersten Mal die Erb- und Rassenpflege wirksam zur Durchführung gebracht hat, ist also gleichzeitig ein Staat, der die Erziehung des Volkes wie kein anderer Staat stark in die Hand genommen hat“

Benno Müller-Hill: Das Blut von Auschwitz und das Schweigen der Gelehrten. In: Doris Kaufmann (Hrsg.): Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus. Wallstein, ISBN 3-89244-423-4, S. 191

Als Herausgeber der Zeitschrift Der Erbarzt schrieb er unter anderem im Januar 1940 im Leitartikel:

„Die mit uns geführten vereinten Völker erkennen mehr und mehr, daß die Judenfrage eine Rassenfrage ist, und daß sie deshalb eine Lösung finden muß, wie sie von uns zunächst für Deutschland eingeleitet wurde.“

– Benno Müller-Hill: Das Blut von Auschwitz und das Schweigen der Gelehrten. S. 193

1940 trat Verschuer der NSDAP bei und wurde Mitherausgeber des Lehrbuchs Grundriß der menschlichen Erblichkeitslehre und Rassenhygiene, des sogenannten Baur/Fischer/Lenz.[17] Verschuer war als Nachfolger von Eugen Fischer von Oktober 1942 bis 1948 Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik, außerdem Fachmann für Biologie der Forschungsabteilung Judenfrage des Amtes Rosenberg.[19] 1941 war er geladener Gast bei der Eröffnung von Alfred Rosenbergs Institut zur Erforschung der Judenfrage,[17] das als erste Einrichtung einer geplanten Hohen Schule der NSDAP in Frankfurt am Main entstand. Ende 1942 wurde Verschuer in den Beirat der neu gegründeten Gesellschaft für Konstitutionsforschung berufen.[17] 1943 wurde Verschuer Honorarprofessor in Berlin, wo er 1944 in den wissenschaftlichen Beirat des Generalkommissars für das Sanitäts- und Gesundheitswesen Karl Brandt aufgenommen wurde.[17]

Im September 1939 wurden von Verschuers sechs Frankfurter Assistenten vier (Heinrich Schade, Hans Grebe, Kahler, Fromme) einberufen, Mengele wurde im August 1940 SS-Unterscharführer bei der Einwanderungszentrale in Lodz. Es verblieb nur noch seine Assistentin Eleonore Liebenam.[20]

Als Nachfolger von Fischer KWI Direktor 1942–1948[Bearbeiten]

Gedenktafel am Gebäude des ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie- menschliche Erblehre und Eugenik, Verschuer wird als Täter benannt

Mit Geldern der DFG setzte Verschuer in Berlin auch Forschungsprojekte fort, die er in Frankfurt begonnen hatte. Er nutzte dabei das Ansehen des KWI und die Unterstützung durch den Reichsgesundheitsführer Leonardo Conti und Hitlers Begleitarzt Karl Brandt.[21]

In seiner Berliner Zeit nutzte Verschuer über Mitarbeiter und ehemalige Institutsmitarbeiter direkt bzw. indirekt die Möglichkeiten des KZ Auschwitz für medizinische bzw. genetische Forschung.

In Verschuers Untersuchung „Spezifische Eiweißkörper“ wurde die Blutreaktion auf Infektionskrankheiten erforscht. Mengele infizierte im KZ Auschwitz-Birkenau zu diesem Zweck Menschen „verschiedener geographischer Herkunft“ mit Krankheitserregern und sandte die Proben an Verschuer nach Berlin. Diese Forschung wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert, der Verschuer offen über den Ort der Forschung, das KZ-Auschwitz, berichtete.[22]

Auch Verschuers wissenschaftliche Mitarbeiterin Karin Magnussen kooperierte mit Mengele. Für ihre ebenfalls von der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften geförderte Forschung zur Iris-Heterochromie erhielt sie von Mengele die Augen ermordeter Auschwitzhäftlinge.[23] Im Januar 1945 wurde Verschuer zum Vorsitzenden der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte gewählt, konnte sein Amt jedoch nicht mehr antreten.

Im Februar 1945 wurde das KWI nach Westdeutschland, zunächst nach Solz bei Bebra, später nach Frankfurt a.M. verlegt.[24]

Nachkriegszeit und Rehabilitierung[Bearbeiten]

Am Ende des Zweiten Weltkriegs übersiedelte Verschuer 1945 nach Solz bei Bebra.[17] Im Jahre 1946 wurde Verschuer von einer Spruchkammer in Frankfurt a. M. im Rahmen der Entnazifizierung als „Mitläufer“ eingestuft und zu einer Buße von 600 RM verurteilt. Robert Havemann, kommissarischer Leiter der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, protestierte gegen diesen Vorgang.

In einer eidesstattlichen Erklärung an Otto Hahn, den von der britischen Militärregierung anerkannten Präsidenten der KWG, schrieb Verschuer am 10. Mai 1946 unter anderem über Josef Mengele:

„Ein Assistent meines früheren Frankfurter Instituts, Dr. M. ... wurde gegen seinen Willen als Arzt an das Lazarett des Konzentrationslagers Auschwitz kommandiert; alle, die ihn kannten, bekamen zu erfahren, wie unglücklich er darüber war und wie er unermüdlich Versuche unternahm, ein ablösendes Kommando zur Front zu erreichen, leider vergeblich. Von seiner Arbeit ist nur bekannt geworden, daß er sich bemüht hat, den Kranken ein Arzt und Helfer zu sein.“

Otmar Freiherr von Verschuer: Eidesstaatliche Erklärung (1946)[25]

Wichtige Helfer bei der Rehabilitierung, die in seiner Münsteraner Professur endete, fand er in der evangelischen Kirche. Er hatte sich 1935 der Kirchengemeinde des Pfarrers Otto Fricke (1902–1954) angeschlossen, der schon 1934 der Bekennenden Kirche angehörte, einer christlichen Oppositionsbewegung zur Zeit des Nationalsozialismus. Fricke wurde zum Leiter des Evangelischen Hilfswerks in Hessen-Nassau und baute gemeinsam mit Karl Diehl im April 1947 einen Kontakt zu Eugen Gerstenmaier, dem Leiter des Evangelischen Hilfswerks in Deutschland auf. Gerstenmaier konnte jedoch nur Diehl zu einer Stellung verhelfen. Im September 1949 verfasste Adolf Butenandt mit anderen Professoren eine „Denkschrift betreffend Herrn Prof. Dr. med. Otmar Frhr. v. Verschuer“. Sie bildete die Basis für Verschuers Rehabilitierung und seine Berufung nach Münster.[26] Butenandts Mitwisserschaft an der Verbindung Verschuer-Mengele wird von Benno Müller-Hill als wahrscheinlich angenommen.[27]

Verschuer gehörte 1949 zu den Gründern der Mainzer Akademie der Wissenschaften.[17] Ab 1951 war er Professor für Humangenetik und erster Lehrstuhlinhaber des neu gegründeten Instituts für Humangenetik an der Universität Münster, zeitweise auch Dekan der Medizinischen Fakultät.[28] 1965 wurde er emeritiert.

Neben seiner Lehrtätigkeit war Verschuer seit 1952 Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Anthropologie.[29]

Verschuer starb am 8. August 1969 an den Folgen eines Autounfalles.[30]

Wirken[Bearbeiten]

Verschuer befasste sich mit biologischen Gesetzmäßigkeiten der Vererbung, insbesondere der Vererbung von Krankheiten und Anomalien des Menschen, vor allem in der Zwillings-, Familien- und Sippenforschung. Er zeigte ein besonderes Interesse an Sterilisierungen.

Verschuer war „Wissenschaftliches Mitglied“ der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft und Institutsleiter des Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik in Berlin-Dahlem; die Max-Planck-Gesellschaft, die De-facto-Nachfolgerin der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, hat ihre Vergangenheit seit 1997 auf öffentlichen internationalen Druck hin aufgearbeitet.[31] Der damalige Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Hubert Markl, bat in einer Rede 2001 die Opfer von NS-Verbrechen, die im Rahmen von Forschungen in der KWG begangen worden waren, um Vergebung.

Zeugin und Opfer der „Zwillingsforschungen“ ist z. B. die Überlebende Eva Moses Kor, die in Indiana (USA) ein Museum zum Gedenken an die in Auschwitz gequälten und ermordeten Zwillinge unterhält.[32]

Noch 1958 konnte Verschuer ungehindert rassenbiologische Ideen in einer „Untersuchung zum Vagantenproblem“ seines Fachkollegen Hermann Arnold verbreiten: „Sippenwandern“ und „Unstetigkeit“ halte den untersuchten Personenkreis „von geregelter Arbeit ab“, was eine „psychische Erbeigenschaft“ sei.[33]

Seine letzten Veröffentlichungen waren im Jahr 1964 der Aufsatz: Das ehemalige Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik. Bericht über die wissenschaftliche Forschung 1927–1945[34] sowie 1966 das Buch: Eugenik. Kommende Generationen in der Sicht der Genetik im kirchlichen Luther-Verlag in Witten (Ruhr), zu dessen Programm sonst ausschließlich theologische Schriften gehörten.

Mitgliedschaften und Ehrungen[Bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten]

Verschuer verfasste 290 Publikationen[35] und war Herausgeber fachwissenschaftlicher Zeitschriften.[36]
Auswahl:

  • Erbbiologische Erkenntnisse zur Begründung der deutschen Bevölkerungs- und Rassenpolitik. In: Eugen Gerstenmaier (Hrsg.): Kirche, Volk und Staat. Stimmen aus der Deutschen Evangelischen Kirche zur Oxforder Weltkirchenkonferenz. Furche-Verlag, Berlin 1937, S. 63–75.
  • Eugen Fischer. Der Altmeister der Anthropologie, der Pionier der Humangenetik, der Begründer der Anthropobiologie. In: Hans Schwerte, Wilhelm Spengler (Hrsg.): Forscher und Wissenschaftler im heutigen Europa. Erforscher des Lebens: Mediziner, Biologen, Anthropologen. (= Gestalter unserer Zeit. Band 4). Stalling, Oldenburg 1955, S. 317–324.

Literatur[Bearbeiten]

  • Udo Benzenhöfer (Hrsg.): Mengele, Hirt, Holfelder, Berner, von Verschuer, Kranz: Frankfurter Universitätsmediziner der NS-Zeit. Verlag Klemm & Oelschlägel, Münster 2010, ISBN 978-3-932577-97-0.
  • Peter Degen: Racial Hygienist Otmar von Verschuer, the Confessing Church, and comparative reflections on postwar rehabilitation. In: Jing Bao Nie u. a.: Japan´s Wartime Medical Atrocities. Routledge&Kegan, London 2010. S. 155-165.
  • Hans-Peter Kröner: Von der Rassenhygiene zur Humangenetik. Das Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik nach dem Kriege. (Reihe Medizin in Geschichte und Kultur, 20). Gustav Fischer, Stuttgart 1998, ISBN 3-437-21228-1.
  • Dietmar Schulze: Untersuchungen zum Frankfurter Teilnachlaß des Rassenhygienikers Prof. Dr. Otmar Freiherr von Verschuer. Klemm 2008, ISBN 978-3-932577-92-5.
  • Gerhard Koch: Humangenetik und Neuro-Psychiatrie in meiner Zeit (1932-1978). Jahre der Entscheidung. Verlag Palm & Enke, Erlangen 1993, ISBN 3-7896-0223-X. (Schüler und Mitarbeiter von V.)
  • Gretchen Engle Schafft: From Racism to Genocide. Anthropology in the Third Reich. UP of Illinois, Champaign 2004, ISBN 0-252-02930-5. (Verschuer passim; in Engl.; online lesbar, ausführl. Stichwortverzeichnis)
  • Hans-Walter Schmuhl: Grenzüberschreitungen. Das Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik 1927–1945. (Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus, Band 9). Wallstein, Göttingen 2005, ISBN 3-89244-799-3.
  • Jürgen Peter: Der Einbruch der Rassenhygiene in die Medizin. Auswirkung rassenhygienischen Denkens auf Denkkollektive und medizinische Fachgebiete von 1918 bis 1934. Frankfurt 2004, ISBN 3-935964-33-1.
  • Peter Weingart, Jürgen Kroll, Kurt Bayertz: Rasse, Blut und Gene. Geschichte der Eugenik und Rassenhygiene in Deutschland. 3. Auflage. Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-518-28622-6.
  • Sheila Faith Weiss: After the Fall. Political Whitewashing, Professional Posturing, and personal Refashioning in the Postwar Career of Otmar Freiherr von Verschuer. Isis, Vol. 101 (2010), Nr. 4, S. 722–758.
  • Ludger Weß: Humangenetik zwischen Wissenschaft und Rassenideologie. Das Beispiel OvV 1896 - 1969. In: Karsten Linne, Thomas Wohlleben (Hrsg.): Patient Geschichte. Für Karl Heinz Roth. 2001-Verlag, Frankfurt 1993, ISBN 3-86150-015-9, S. 166–184. (Biographie, Archivmaterialien)
  • Marc Zirlewagen: Verschuer, Otmar Frhr. v.. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 27, Bautz, Nordhausen 2007, ISBN 978-3-88309-393-2, Sp. 1437–1447.

Filme, Filmbeiträge[Bearbeiten]

  • Gerolf Karwath: Hitlers Eliten nach 1945. Teil 1: Ärzte – Medizin ohne Gewissen. Regie: Holger Hillesheim. Südwestrundfunk (SWR, 2002).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Richelsdorfer Hütte & ihre Geschichte. auf: richelsdorf.de, aufgerufen am 21. Mai 2013.
  2. Marion Weber, Karin Weisemann: Wissenschaft und Verantwortung, dargestellt am Beispiel der Humangenetiker P. J. Waardenburg und O. Frhr. von Verschuer. In: Medizinhistorisches Journal. Bd. 24, H. 1/2 (1989), S. 163–172, hier 167
  3. Marion Weber, Karin Weisemann: Wissenschaft und Verantwortung, dargestellt am Beispiel der Humangenetiker P. J. Waardenburg und O. Frhr. von Verschuer. In: Medizinhistorisches Journal. Bd. 24, H. 1/2 (1989), S. 163–172, hier 167
  4. vgl. z. B. Auszug aus den Deutschen Verlustlisten (Preuß. 70) vom 6. November 1914, S. 2311.
  5. Jessica Hoffmann, Anja Megel, Robert Parzer, Helena Seidel (Hrsg.): Dahlemer Erinnerungsorte. Frank & Timme, 2007, S. 184.
  6. Hans-Walter Schmuhl: Grenzüberschreitungen. Wallstein Verlag, 2005, S. 71.
  7. Weingart: Rasse, Blut und Gene. S. 215.
  8. O. Freiherr von Verschuer: Das ehemalige Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik: Bericht über die wissenschaftliche Forschung 1927–1945. In: Zeitschrift für Morphologie und Anthropologie. Bd. 55, H. 2 (1964), Eugen Fischer zur Vollendung des 90. Lebensjahres am 5. Juni 1964. S. 127–174, hier S. 158.
  9. Weingart: Rasse, Blut und Gene. S. 399.
  10. Weingart: Rasse, Blut und Gene. S. 407f.
  11. Weingart: Rasse, Blut und Gene. S. 408.
  12. Klee nach Anne Cottebrune: Erbforscher im Kriegsdienst? Die Deutsche Forschungsgemeinschaft, der Reichsforschungsrat und die Umstellung der Erbforschungsförderung. In: Medizinhistorisches Journal. Bd. 40, H. 2 (2005), S. 141-168, hier S. 143.
  13. Klee nach Anne Cottebrune: Erbforscher im Kriegsdienst? Die Deutsche Forschungsgemeinschaft, der Reichsforschungsrat und die Umstellung der Erbforschungsförderung. In: Medizinhistorisches Journal. Bd. 40, H. 2 (2005), S. 141-168, hier S. 143.
  14. Weingart: Rasse, Blut und Gene. S. 390f.
  15. Weingart: Rasse, Blut und Gene. S. 411, S. 244.
  16. Udo Benzenhöfer: Bemerkungen zum Lebenslauf von Josef Mengele unter besonderer Berücksichtigung seiner Frankfurter Zeit. In: Hessisches Ärzteblatt. 72 (2011), S. 228–230, 239 f. PDF
  17. a b c d e f g Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Fischer, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-596-16048-0, S. 639.
  18. Weingart: Rasse, Blut und Gene. S. 421.
  19. Irmgard Pinn, Michael Nebelung: Vom „klassischen” zum aktuellen Rassismus in Deutschland. Das Menschenbild der Bevölkerungstheorie und Bevölkerungspolitik. Duisburg 1991.
  20. Anne Cottebrune: Erbforscher im Kriegsdienst? Die Deutsche Forschungsgemeinschaft, der Reichsforschungsrat und die Umstellung der Erbforschungsförderung. In: Medizinhistorisches Journal. Bd. 40, H. 2 (2005), S. 141–168, hier S. 145. (online auf: jstor.org)
  21. Anne Cottebrune: Erbforscher im Kriegsdienst? Die Deutsche Forschungsgemeinschaft, der Reichsforschungsrat und die Umstellung der Erbforschungsförderung. In: Medizinhistorisches Journal. Bd. 40, H. 2 (2005), S. 141–168 hier S. 165.
  22. Zitate aus den Arbeitsberichten von Verschuer, (online)
  23. Hans Hesse: Ich konnte nicht auf die Auswertung eines so wertvollen Materials verzichten - Augen aus Auschwitz: Das Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie und der Fall Karin Magnussen. In: WeltOnline. 31. August 2001.
  24. O. Freiherr von Verschuer: Das ehemalige Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik: Bericht über die wissenschaftliche Forschung 1927–1945. In: Zeitschrift für Morphologie und Anthropologie. Bd. 55, H. 2 (1964), Eugen Fischer zur Vollendung des 90. Lebensjahres am 5. Juni 1964. S. 127–174, hier S. 128.
  25. Benno Müller-Hill: Das Blut von Auschwitz und das Schweigen der Gelehrten. In: Doris Kaufmann (Hrsg.): Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus. Wallstein, ISBN 3-89244-423-4, S. 214.
  26. Marc Zirlewagen: Verschuer, Otmar Frhr. v.. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 27, Bautz, Nordhausen 2007, ISBN 978-3-88309-393-2, Sp. 1437–1447.
  27. Ute Deichmann: Proteinforschung an Kaiser Wilhelm-Instituten von 1930 bis 1950 im internationalen Vergleich. S. 20 (PDF, 1 MB)
  28. Ernst Klee: Persilscheine und falsche Pässe. Wie die Kirchen den Nazis halfen. Fischer, 1992.
  29. Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Fischer, 2005, S. 640.
  30. Marion Weber, Karin Weisemann: Wissenschaft und Verantwortung, dargestellt am Beispiel der Humangenetiker P. J. Waardenburg und O. Frhr. von Verschuer. In: Medizinhistorisches Journal. Bd. 24, H. 1/2 (1989), S. 163–172, hier S. 168.
  31. Hans-Peter Kröner: Das Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie menschliche Erblehre und Eugenik und die Humangenetik in der Bundesrepublik Deutschland. IN: Doris Kaufmann (Hrsg.): Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus. Bestandsaufnahme und Perspektiven der Forschung. Bd. 2. Wallstein, Göttingen 2000, ISBN 3-89244-423-4, S. 652–666; Bernd Gausemeier: Natürliche Ordnungen und politische Allianzen. Biologische und biochemische Forschung an Kaiser-Wilhelm-Instituten 1933-1945. Wallstein, Göttingen 2005, ISBN 3-89244-954-6.
  32. The echoes of Auschwitz. In: Northwest Indiana News.
  33. Hermann Arnold: Vaganten, Komödianten, Fieranten und Briganten. Untersuchungen zum Vagantenproblem an vagierenden Bevölkerungsgruppen vorwiegend der Pfalz. Thieme, Stuttgart 1958.
  34. In: Zeitschrift für Morphologie und Anthropologie. Band 55, 1964, S. 127–174.
  35. Marion Weber, Karin Weisemann: Wissenschaft und Verantwortung, dargestellt am Beispiel der Humangenetiker P. J. Waardenburg und O. Frhr. von Verschuer. In: Medizinhistorisches Journal. Bd. 24, H. 1/2 (1989), S. 163–172, hier S. 168.
  36. Marion Weber, Karin Weisemann: Wissenschaft und Verantwortung, dargestellt am Beispiel der Humangenetiker P. J. Waardenburg und O. Frhr. von Verschuer. In: Medizinhistorisches Journal. Bd. 24, H. 1/2 (1989), S. 163–172, hier S. 168.