Otranto-Sperre

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Ort der Sperre

Die Otranto-Sperre war ein Seehindernis der Entente im Ersten Weltkrieg, um der K.u.K.-Marine den Weg von der Adria in das Ionische Meer durch die Straße von Otranto zu versperren.

Ausgangslage[Bearbeiten]

Nach dem Londoner Vertrag vom April 1915 wechselte Italien die Seiten und trat der Entente bei. Dadurch wurden neben den Alpen auch die Adria zum Frontgebiet. Österreich-Ungarn geriet somit in eine geopolitisch ungünstige Ausgangslage zur See.

Ort und Art der Durchführung[Bearbeiten]

Die Otranto-Sperre wurde 1916 vor der italienischen Stadt Otranto errichtet. Sie bestand aus fixen Netzsperren, Seeminen, Abhörstationen an der italienischen und albanischen Küste sowie permanenten Patrouillen durch Kriegsschiffe der Ententemächte und der italienischen Marine. Die Gegend eignete sich deswegen so gut für eine Blockade, weil die Durchfahrt von der Adria in das Ionische Meer nur 75 Kilometer breit ist und hier am leichtesten ein Eindringen der K.u.K.-Marine ins Mittelmeer verhindert werden konnte.

Folgen[Bearbeiten]

Trotz dieser Maßnahmen gelang es U-Booten der K.u.K-Marine sowie der deutschen Kaiserlichen Marine wiederholt, ins Mittelmeer beziehungsweise in die Adria durchzubrechen. Durch Nacht- und Tauchfahrten war es möglich, die Sperre trotz intensiver Überwachung des Gegners zu durchfahren.[1]

Am 15. Mai 1917 kam es zum Gefecht bei Otranto, bei dem die österreichisch-ungarische Marine den Gegnern großen Schaden zufügte und dabei kein einziges Schiff verlor. Die Sperre konnte zwar zerstört werden, doch zog man keinen Vorteil daraus. Angesichts überlegener gegnerischer Schiffe mussten sich die österreich-ungarischen Einheiten zurückziehen, was den Alliierten die Möglichkeit gab, die Sperre neu zu formieren.

Bei einem Durchbruchsversuch am 10. Juni 1918 wurde das K.u.K. Schlachtschiff Szent István unter Linienschiffskapitän Heinrich Seitz vor der Insel Premuda vom italienischen Schnellboot MAS 15 durch zwei Torpedotreffer versenkt.

Ungeachtet der Aktionen der K.u.K-Marine blieb die Otranto-Sperre bis Kriegsende intakt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Martin Niemöller: Vom U-Boot zur Kanzel. Berlin: Martin Warneck Verlag, 1938.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Otranto Barrage – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien