Otricoli

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Otricoli
Kein Wappen vorhanden.
Otricoli (Italien)
Otricoli
Staat: Italien
Region: Umbrien
Provinz: Terni (TR)
Koordinaten: 42° 25′ N, 12° 29′ O42.41666666666712.483333333333209Koordinaten: 42° 25′ 0″ N, 12° 29′ 0″ O
Höhe: 209 m s.l.m.
Fläche: 27,27 km²
Einwohner: 1.897 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 70 Einw./km²
Postleitzahl: 05030
Vorwahl: 0744
ISTAT-Nummer: 055024
Volksbezeichnung: Otricolani
Schutzpatron: San Vittore (14. Mai)
Website: Gemeinde Otricoli
Panorama von Otricoli
Panorama von Otricoli

Otricoli ist eine Gemeinde mit 1897 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) in der Provinz Terni in der Region Umbrien in Italien.

Geografie[Bearbeiten]

Lage der Gemeinde Otricoli in der Provinz Terni

Die Gemeinde erstreckt sich über ca. 28 km². Sie liegt ca. 90 km südlich von Perugia und ca. 25 km südwestlich von Terni auf einer Anhöhe neben dem Tiber in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone D, 1745 GR/G[2].

Der Ort liegt an der SS 3 und wird von hier durch die Porta Maggiore begangen. Das zweite Stadttor ist die Porta San Severino, die durch die heutigen Straßen Via Vittorio Emanuele II. und Via Cavour mit dem Haupttor verbunden ist.

Einziger Ortsteil der Gemeinde ist das ca. 9 km nordöstlich gelegene Poggio.

Die Nachbargemeinden sind Calvi dell’Umbria, Gallese (VT), Magliano Sabina (RI), Narni, Orte (VT) und Stroncone.

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptort[Bearbeiten]

Erste Siedlungen entstanden auf dem heutigen Ortsgebiet im 8. Jahrhundert v. Chr. in dem Gebiet Sgorga am Ufer des Tiber. Im Jahr 308 v. Chr. hieß der Ort noch Ocriculum und war mit Rom alliiert, um deren Handel am Tiber zu unterstützen. Hier entstand der Porto dell’Olio (Ölhafen, war bis zum Ende 18. Jahrhunderts aktiv). Im römischen Bundesgenossenkrieg wurde der Ort zerstört. In der Zeit der Umbrer-Sabiner wurde das heute Ortszentrum auf den Hügel verlegt und bereits eine Stadtmauer aus Tuffstein ohne Mörtelverbindungen angelegt. Die an dem Stadttor entlangführende Via Flaminia (220 v. Chr., heute Via Roma) verstärkte den Standort als römischer Handelsposten. In den Jahren zwischen 569 und 605 litt der Ort stark unter der Besatzung der Langobarden, danach geriet die Siedlung unter den Einfluss des Kirchenstaats, dem sie sich um 1000 nach Streitigkeiten mit Narni unterwarf. Dort blieb der Ort bis 1860, als Umbrien im Zuge des Risorgimento Region Italiens wurde. 1861 wurde erstmals der Rat des Ortes gewählt, Bürgermeister (Sindaco) wurde der Graf Francesco Ruiz De Cardenas. 1943 war Otricoli Standort eines deutschen Militärkommandos, die anschließenden Bombardierungen hinterließen Schäden am Rathaus, am Casa Birelli und am Stadttor Porta Maggiore.[3] Höhepunkt der Bevölkerungsentwicklung waren die 1950er Jahre, als im Ort mehr als 2300 Personen wohnten.

Ortsteil Poggio[Bearbeiten]

Der Ort liegt am Monte San Pancrazio (1028 m) in 314 Metern Höhe und hat ca. 380 Einwohner.[4] Poggio wird das erste Mal am 14. Aprile 1237 schriftlich erwähnt, als Tebalduccio Dorgani di Narni einen Teil der Burg erwarb. In diesen Dokumenten wird der Ort als Castrum Podii Medii und als Poggium Moggii bezeichnet. 1276 erlangte die Stadt Narni die Herrschaft über den Ort. Erst im Jahre 1815 nach den Napoleonischen Kriegen befreite sich Poggio von der Herrschaft Narnis und wurde Teil der Gemeinde Otricoli.[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Ruinen des Amphitheater in Ocriculum
Der Zeus von Otricoli, römische Kopie nach einem griechischen Original aus dem 4. Jahrhundert, befindet sich heute in den Vatikanischen Museen, Museo Pio-Clementino, Sala Rotunda
  • Castello delle Formiche, heutige Burgruine am Fluss Aia kurz vor der Mündung in den Tiber, die im 12. Jahrhundert entstand und die ca. 2 km südwestlich von Otricoli liegt. Die Burg war mehrfacher Auslöser für Konflikte zwischen Otricoli und Amelia bei Auseinandersetzungen im Mittelalter.
  • Chiesa di San Nicola, Kirche im Ortsteil Poggio, entstand im 15. Jahrhundert.
  • Chiesa di San Salvatore, bereits 1235 erwähnte Kirche im Ortskern.
  • Chiesa di San Vittore, bereits 1227 erwähnte Kirche, als Benediktiner-Kloster entstanden. Wurde am Ende des 16. Jahrhunderts durch eine Tiberflut zerstört und erst 1714 wiedererrichtet.
  • Chiesa di San Vittore im Ortsteil Poggio, Kirche aus dem 14. Jahrhundert.
  • Collegiata di Santa Maria Assunta, Kirche im Ortskern aus dem 7. Jahrhundert.
  • Ocriculum, historischer Ort des sechsten Bezirks (Umbrien, bzw. Umbria complexa agrumque Gallicam citra Ariminium) des römischen Reichs. Hier hatte der Tempel des Jupiter Ort, der auch den Zeus von Otricoli hervorbrachte. Die Thermen (ca. 2. Jahrhundert v. Chr. entstanden) und das Theater (ca. 1. Jahrhundert) wurden im 18. Jahrhundert entdeckt. Heute erinnert noch der Name des Titularbistums Otriculum an den Ort.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Otricoli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Webseite der Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l’energia e lo sviluppo economico sostenibile (ENEA) (PDF; 330 kB), abgerufen am 18. November 2012 (ital.)
  3. Offizielle Webseite der Gemeinde zur Geschichte des Hauptortes, abgerufen am 7. Februar 2011 (ital.)
  4. Offizielle Webseite des ISTAT (Istituto Nazionale di Statistica) zu den Einwohnerzahlen 2001 in der Provinz Terni, abgerufen am 18. November 2012 (ital.)
  5. Offizielle Webseite der Gemeinde zur Geschichte zum Ortsteil Poggio, abgerufen am 7. Februar 2011 (ital.)
  6. Offizielle Webseite der Gemeinde zur Gemeindepartnerschaft, abgerufen am 7. Februar 2011 (ital.)