Ottbergen (Höxter)

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51.711249.30602111Koordinaten: 51° 42′ 40″ N, 9° 18′ 22″ O

Ottbergen
Stadt Höxter
Höhe: 111 m
Fläche: 7,71 km²
Einwohner: 1635 (30. Juni 2012)
Eingemeindung: 1. Januar 1970
Postleitzahl: 37671
Vorwahl: 05275
Karte

Lage von Ottbergen in Höxter

Ottbergen ist ein Ortsteil der Stadt Höxter in Nordrhein-Westfalen. Das Dorf mit 1.635 Einwohnern (Stand 30. Juni 2012)[1] ist ein Eisenbahnknotenpunkt.

Inhaltsverzeichnis

Räumliche Lage [Bearbeiten]

Ottbergen liegt im südlichen Weserbergland. Durch das Tal fließt die Nethe, die in etwa fünf Kilometern Entfernung nahe der Ortschaft Boffzen-Fürstenberg (Weser) in die Weser mündet. Die 1710 erbaute[2] Nethebrücke auf der Straße nach Amelunxen zeugt von der damaligen Bedeutung dieser Verbindung.

Ottbergen liegt am Schnittpunkt mehrerer Radfernwege.

Nachbarorte sind im Süden und direkt verbunden Bruchhausen, im Osten Amelunxen (Stadt Beverungen) und Godelheim sowie westlich Hembsen und Bosseborn im Norden.

Geschichte [Bearbeiten]

Lokbehandlungsanlagen im Bahnbetriebswerk Ottbergen (1976)

1861 wurde für die Verlängerung der Braunschweigischen Südbahn (Herzoglich Braunschweigische Staatseisenbahn) von Holzminden nach Altenbeken eine kleine Lokstation eingerichtet. Ein regelrechter Aufschwung begann 1878 mit der Eröffnung der Sollingbahn Ottbergen–BodenfeldeNortheim und weiter nach Nordhausen. Die Zunahme des Eisenbahnverkehrs zwischen den Ballungsräumen an der Ruhr im Westen und Nordhausen/Halle/Leipzig im Osten in den 1930er-Jahren erforderte eine stetige Erweiterung des Bahnbetriebswerks. Die Lokomotiven der Baureihe 44 sollten bis in die 1970er-Jahre für den Güterverkehr vom Weserbergland bis zum Harz prägend sein. Am 29. Mai 1976 endet mit der Schließung des BW Ottbergen der Dampflokbetrieb.

Im Zweiten Weltkrieg griffen Teile der 3. US-Panzerdivision den Ort an. Aufgrund starken Widerstandes u.a. durch einen Panzerkampfwagen VI Tiger am Bahnübergang wurde der Ort mit Artilleriefeuer belegt. Der Bürger Josef Knipping ging den US-Truppen in Richtung Hembsen entgegen und die US-Truppen konnten mit seiner Rückkehr den Ort am 6. April 1945 kampflos einnehmen.

Am 1. Januar 1970 wurde Ottbergen in die Kreisstadt Höxter eingegliedert.[3]

Nach der Teilung Deutschlands verlagerten sich die Verkehrsströme mehr in Nord-Süd Richtung, so dass die Bahnlinien im Laufe der Jahrzehnte an Bedeutung verloren. Die einst zweigleisige Hauptstrecke, heute als Egge-Bahn bezeichnet, wurde teilweise zum eingleisigen Betrieb zurückgebaut. Der durchgehende Personenverkehr ist heute in Holzminden unterbrochen, da dort ein Zugwechsel nötig ist.

Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1.12.1910[4] 1.045
1925[5] 1.272
1933[5] 1.460
1939[5] 1.385
23.06.1998[6] 1.806
31.12.2003[6] 1.849
31.12.2005[6] 1.823
31.12.2006[6] 1.798
31.12.2007[6] 1.794
31.12.2009[6] 1.667
31.12.2010[6] 1.687
31.12.2011[6] 1.660

Politik [Bearbeiten]

Ergebnisse Wahlen [Bearbeiten]

Landtagswahl 2012

Parteien Stimmanteil
CDU 34,5 %
SPD 33,2 %
GRÜNE 9,1 %
FDP 8,8 %
PIRATEN 5,4 %
DIE LINKE 3,9 %
PRO NRW 1,5 %
FAMILIE 1,1 %
NPD 0.8 %
DIE PARTEI 0,8 %
ÖDP 0,3 %
TIERSCHUTZPARTEI 0.2 %
FBI 0,2 %
FREIE WÄHLER 0,2 %

Quelle: http://wahlen.hoexter.de/ltw2012/erst/index.html

1239 Wahlberechtigte / 624 Wähler/innen / 614 Gültige Stimmen

Bundestagswahl 2009

Parteien Stimmanteil
CDU 39,2 %
SPD 22,9 %
FDP 15,4 %
DIE LINKE 9,2 %
GRÜNE 8,2 %
Sonstige 5,1 %

1271 Wahlberechtigte / 763 Wähler/-innen / 752 Gültige Stimmen

Quelle: http://wahlen.hoexter.de/btw2009/zweit/index.html

Gemeinderatswahl 2009 (Ostteil und Westteil) Ostteil:

Parteien Stimmanteil
CDU 40,03 %
SPD 23,92 %
UWG 12,48 %
FDP 9,01 %
DIE LINKE 7,28 %
GRÜNE 7,28 %

938 Wahlberechtigte / 588 Wähler/innen / 577 Gültige Stimmen

Quelle: http://wahlen.hoexter.de/kom2009/SR09/index.html

Westteil:

Parteien Stimmanteil
SPD 48,09 %
CDU 24,68 %
UWG 9,36 %
DIE LINKE 6,81 %
FDP 6,38 %
GRÜNE 4,68 %

361 Wahlberechtigte / 238 Wähler/innen / 235 Gültige Stimmen

Quelle: http://wahlen.hoexter.de/kom2009/SR09/index.html

Sehenswürdeigkeiten [Bearbeiten]

Pfarrkirche Heilig Kreuz

Die erste Kirche in Ottbergen wurde vermutlich frühestens im 14.Jahrhundert errichtet. Die heutige katholische Pfarrkirche Heilig Kreuz entstand im Lauf der Jahre durch mehrere Umbauten. 1693 wurde die Kirche auf Anweisung der Corveyer Äbte Christoph von Bellinghausen und des Fürstabtes Florenz von dem Felde eine erste Restaurierung vorgenommen. 1853 schlug ein Blitz in den Kirchturm ein, so dass von 1856 bis 1858 ein neuer Turm erbaut wurde.[7]

Verkehr [Bearbeiten]

Die Bundesstraße 64 führt durch den Ort.

Schienenverkehr [Bearbeiten]

Inselbahnhof Ottbergen

Der Bahnhof Ottbergen liegt an der Bahnstrecke Altenbeken–Kreiensen und weiter nach Goslar, von der hier die Sollingbahn abzweigt.

Er wird im Personennahverkehr von

Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr von

Für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr gilt der „Hochstift-Tarif“ des Nahverkehrsverbunds Paderborn-Höxter und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

Ottbergen im Maßstab 1:87 [Bearbeiten]

Das Bahnbetriebswerk Ottbergen in der Modellbundesbahn in Bad Driburg

Ottbergen ist der wohl einzige komplett im Maßstab 1:87 gezeigte Ort Deutschlands. Der Ort, der bis in die 1970er Jahre ein bedeutender Eisenbahnknoten war, wird im nahen Bad Driburg in der Modellbundesbahn im Miniaturformat dargestellt.

Sonstiges [Bearbeiten]

Der Gewaltverbrecher Dieter Zurwehme wurde 1942 in dem Ort geboren.

Literatur [Bearbeiten]

  • Huguenin, Bernard und Francois: BW Ottbergen. Dumjahn-Verlag, Mainz 1984.
  • Huguenin, Bernard und Fischer, Karl: Ottbergen – Klassiker der Dampflokzeit. Band 1: Von den Anfängen bis 1960er. Band 2: 1970er bis heute. Eigenverlag Modellbundesbahn, 2011, ISBN 978-3-00-033745-1.

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. http://www.hoexter.de/internet/page.php?typ=2&site=908000012
  2. H.-D. Krus: Flüsse, Bäche, Auen im Kulturland Kreis Höxter. Kreis Höxter, Höxter, 2007. ISBN 978-3-938013-02-1. S. 33–35.
  3.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970.
  4. Gemeindeverzeichnis 1900: Landkreis Höxter
  5. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990
  6. a b c d e f g h Stadt Höxter > Zahlen & Fakten Abgerufen am 3. Juni 2012
  7. Pastoralverbund Heiligenberg: Kirchengeschichte Pfarrkirche Heilig Kreuz Ottbergen

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Ottbergen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Ottbergen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen