Ottensoos

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ottensoos
Ottensoos
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ottensoos hervorgehoben
49.50980811.340831336Koordinaten: 49° 31′ N, 11° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Nürnberger Land
Höhe: 336 m ü. NHN
Fläche: 10,01 km²
Einwohner: 2045 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 204 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91242
Vorwahl: 09123
Kfz-Kennzeichen: LAU, ESB, HEB, N, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 5 74 146
Gemeindegliederung: 3 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorfplatz 3
91242 Ottensoos
Webpräsenz: www.ottensoos.de
Erster Bürgermeister: Klaus Falk (CSU)
Lage der Gemeinde Ottensoos im Landkreis Nürnberger Land
Nürnberg Nürnberg Landkreis Roth Landkreis Erlangen-Höchstadt Landkreis Bayreuth Landkreis Forchheim Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Amberg-Sulzbach Engelthaler Forst Zerzabelshofer Forst Schönberg (gemeindefreies Gebiet) Rückersdorfer Forst Laufamholzer Forst Günthersbühler Forst Forsthof (gemeindefreies Gebiet) Fischbach (gemeindefreies Gebiet) Feuchter Forst Brunn (gemeindefreies Gebiet) Behringersdorfer Forst Feucht Offenhausen (Mittelfranken) Alfeld (Mittelfranken) Altdorf bei Nürnberg Burgthann Engelthal Happurg Henfenfeld Hersbruck Kirchensittenbach Lauf an der Pegnitz Leinburg Ottensoos Pommelsbrunn Reichenschwand Röthenbach an der Pegnitz Rückersdorf (Mittelfranken) Schwaig bei Nürnberg Schwarzenbruck Velden (Pegnitz) Vorra Winkelhaid Schnaittach Neunkirchen am Sand Simmelsdorf Winkelhaid (gemeindefreies Gebiet) Haimendorfer Forst Neuhaus an der PegnitzKarte
Über dieses Bild

Ottensoos ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Nürnberger Land.

Geografie[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Neunkirchen am Sand, Reichenschwand, Henfenfeld, Engelthal, Leinburg und Lauf an der Pegnitz.

Geografische Lage[Bearbeiten]

Ottensoos liegt am Eingang zur Hersbrucker Schweiz, zwischen den Städten Lauf an der Pegnitz im Westen und Hersbruck im Osten, im hier weiten Tal der Pegnitz, die nördlich angrenzend vorbeifließt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Rathaus Ottensoos
Wehrkirche St. Veit
Ansicht von Ottensoos

Die Gemeinde gliedert sich in drei Ortsteile[2]:

  • Bräunleinsberg
  • Ottensoos (fränkisch Ouernsous)
  • Rüblanden (fränkisch Rollandn)

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals erwähnt wurde der Ort in einer Urkunde aus dem Jahre 903 von König Ludwig dem Kind, der Ottensoos, zusammen mit Sendelbach und einem nicht näher überlieferten Teorinhova dem Regensburger Kloster Sankt Emmeram schenkte. Doch war der über dem Südufer der Pegnitz liegende Ort bereits früher besiedelt, wie neuere Funde belegen.

Im 11. Jahrhundert erhielt der Ort mit der Weihe des Altars der Kirche St. Veit durch Bischof Gundekar II. von Eichstätt (1057-1075) eine wichtigere Funktion. Zunächst noch eine Filiale von Offenhausen, wurde St. Veit im 14. Jahrhundert zur Pfarrei. Ende des 15. Jahrhunderts wurde an den älteren Chorturm eine spätmittelalterliche Hallenkirche mit drei Schiffen angefügt. 1507 folgte noch ein viertes Schiff. Die Kirche wurde zu einer Kirchenburg mit einem teilweise doppelten Mauerring ausgebaut und ist Ortsmittelpunkt mit einem befestigten Friedhof.

Ortskern Ottensoos, Panorama Blick, September 2013

Religion[Bearbeiten]

Ottensoos war bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs überwiegend evangelisch geprägt und hatte nur wenige katholische Einwohner. Die jüdische Gemeinde war zeitweise sehr stark, nahm jedoch im Zuge der Emanzipation der Juden ab, bis im November 1938 nach der Reichspogromnacht die letzten Juden nach Nürnberg verschleppt wurden.

Christliche Gemeinden[Bearbeiten]

Die religiöse Geschichte in Ottensoos war durch die (Kirchen-)Politik bestimmt; in kirchlichen Dingen von der Reichsstadt Nürnberg bestimmt, wechselte es mit dieser 1525 im Zuge der Reformation zum evangelischen Bekenntnis.

In Ottensoos gibt es zwei Kirchenbauten:

  • Die ehemalige Wehrkirche St. Veit war ursprünglich katholisch und ist seit der Reformation evangelisch.
  • St. Johannes der Täufer (katholisch), eine Filialkirche der katholischen Pfarrgemeinde Neunkirchen am Sand, 1963–65 erbaut.

Jüdische Gemeinde[Bearbeiten]

Spätestens Ende des 15. Jahrhunderts war eine jüdische Gemeinde entstanden, die bis 1938/39 bestand und zeitweise bis zu einem Drittel der Einwohner umfasste. Viele jüdische Familien führten den Namen Ottensooser, der noch in aller Welt zu finden ist.

Eine Synagoge und ein Schulhaus wurden bei einem Brand 1871 vernichtet. Danach wurden eine neue Synagoge und ein neues Schulhaus für den Religionsunterricht mit einer Lehrerwohnung und einer Mikwe errichtet. Während der Novemberpogrome 1938 wurde das Gebäude der Synagoge teilweise zerstört und die Inneneinrichtung völlig vernichtet. Die Ritualien sind seitdem verschollen. Mit der Deportation der letzten Ottensooser Juden erlosch die jüdische Gemeinde. Das Synagogengebäude (Dorfplatz 5), das der Gemeinde Ottensoos gehört, wurde renoviert und mit einer Hinweistafel versehen. Das ehemalige Schächterhaus (Wiesenweg 1) ist in privatem Besitz und wird als Wohnhaus genutzt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der alte Ortskern rund um die Wehrkirche St. Veit ist sehenswert und weist zahlreiche mächtige Sandsteinbauernhäuser mit Hopfenböden auf. In der Landwirtschaft und im Handel brachte vor allem der Hopfen den Wohlstand in den Ort. Heute ist ein Großteil dieser Häuser restauriert.

Bildergalerie[Bearbeiten]


Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Ottensoos

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

  • Ottensoos liegt südlich der Bundesstraße 14, auf der man nach zwei Kilometern die Autobahn A9 (MünchenBerlin) erreicht. Die Kreisstraße LAU32 verbindet den Ort mit der B 14.
  • Der Haltepunkt Ottensoos liegt an der Bahnstrecke Nürnberg–Schwandorf. Seit dem 12. Dezember 2010 ist er Bestandteil des S-Bahnnetzes Nürnberg (Linie S1), Streckenast Nürnberg – Röthenbach – Lauf (links Pegnitz) – Hersbruck (links Pegnitz) – Hartmannshof mit stündlich zwei S-Bahn-Zügen in jede Richtung. In den Hauptverkehrszeiten verstärken zusätzliche S-Bahnen den Fahrplan. Vorher verkehrten hier Regionalbahnen, vorwiegend zwischen Lauf und Hartmannshof. In Hartmannshof besteht Anschluss an den Regionalexpress nach Weiden in der Oberpfalz und nach Schwandorf.
  • Das 150 Jahre alte Bahnhofs-Empfangsgebäude, um das sich damals nach seiner Erstellung ein neues Ortsviertel entwickelte, wurde von 2009 bis 2012 saniert und in einen Kulturbahnhof umgewandelt.

Gewerbegebiet[Bearbeiten]

Nördlich der Bundesstraße 14 hat sich in den 2000er Jahren das Gewerbegebiet Bräunleinsberg entwickelt, das den Aufschwung der Gemeinde stark beeinflusst hat. Es ist aber so weit von der Wohnbebauung entfernt, dass es die Wohnqualität nicht beeinträchtigt.

Kronen-Bräu[Bearbeiten]

In Ottensoos befand sich von 1700 bis 2001 die Brauerei Kronen-Bräu Friedrich Süß KG. Die Brauerei wurde von einer Großbrauerei übernommen und kurz darauf geschlossen. Teile der ehemaligen Braustätte stehen unter Denkmalschutz. [3]

Ehemalige Brauerei, Panorama Blick, September 2013

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin Schieber: Ottensoos. Ein Streifzug durch elf Jahrhunderte Geschichte, Nürnberg 2003.
  • Nürnberger Land. Karl Pfeiffer’s Buchdruckerei und Verlag, Hersbruck 1993. ISBN 3-9800386-5-3

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111028/000009&attr=OBJ&val=1432
  3. Braufranken, Stillgelegte Brauereien (Abgerufen am 19. September 2013)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ottensoos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien