Otterberg

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Otterberg in der Pfalz, für den gleichnamigen Berg in Oberfranken und Stadtteil von Hof, siehe Hof (Saale).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Otterberg
Otterberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Otterberg hervorgehoben
49.5044444444447.7711111111111247Koordinaten: 49° 30′ N, 7° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kaiserslautern
Verbandsgemeinde: Otterberg
Höhe: 247 m ü. NN
Fläche: 32,09 km²
Einwohner:

5.249 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 164 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67697
Vorwahl: 06301
Kfz-Kennzeichen: KL
Gemeindeschlüssel: 07 3 35 035
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 27
67697 Otterberg
Webpräsenz: www.otterberg.de
Stadtbürgermeister: Martin Müller (SPD)
Lage der Stadt Otterberg im Landkreis Kaiserslautern
Karte
Stadtbild mit der Abteikirche

Otterberg ist eine Stadt im Landkreis Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz und Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde Otterberg, der sie auch angehört.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

[Bearbeiten] Geographische Lage

Otterberg liegt etwa 5 Kilometer nördlich von Kaiserslautern. Die Stadt liegt im Talkessel des Otterbachs durchschnittlich 250 Meter über dem Meeresspiegel.

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Neben dem Zentrum von Otterberg gehören zur Stadt Otterberg auch die Wohnplätze und Weiler: Althütterhof, Appental, Badweiher, Beutlermühle, Birotshof, Drehenthalerhof, Dreibrunnen, Dudenbacherhof, Geisenmühle, Heiligenmoschelerberg, Lanzenbrunnerhof, Lauerhof, Messerschwanderhof, Münchschwanderhof, Neumühle, Ölmühle, Reichenbacherhof, Schloßberg und Weinbrunnerhof.[2]

[Bearbeiten] Geschichte

Bereits 1143 gründeten Anhänger des Zisterzienserordens ein Kloster in der Otterburg auf dem Schlossberg. Da die Zisterzienser Klöster in Bachtälern oder Moorgebieten bevorzugten, begannen sie 1168 mit dem Bau der Klosteranlage, der heutigen Abteikirche. 1579 kamen reformierte Glaubensflüchtlinge aus den spanischen Niederlanden (Wallonen), da das pfälzische Otterberg Religionsfreiheit versprach. Nachfahren derselben leben heute noch hier.[3][4] Der nach dem Dreißigjährigen Krieg zerstörte Messerschwanderhof wurde im 17. Jahrhundert von aus der Schweiz geflohenen Mennoniten besiedelt.[5]

[Bearbeiten] Religionen

2007 waren 53,1 Prozent der Einwohner evangelisch und 26,7 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[6]

[Bearbeiten] Die jüdische Gemeinde

In Otterberg bestand im 18./19. Jahrhundert eine jüdische Gemeinde, der zeitweise (um 1848) über 20 Familien mit etwa 100 Personen angehörten. 1817 wird ein jüdischer Betsaal genannt. 1838 wurde eine Synagoge eingeweiht. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts sind die jüdischen Familien teilweise ausgewandert, teilweise in andere Städte verzogen, sodass 1897 die Gemeinde aufgelöst und die Synagoge verkauft wurde. Das Gebäude ist umgebaut als Wohnhaus erhalten. Prominenteste jüdische Familie war die 1854 in die USA ausgewanderte Familie Strauss (siehe unten bei „Söhne und Töchter der Stadt“).[7][8]

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Quelle: Statistisches Landesamt * = Ergebnisse von Volkszählungen

Jahr/Datum Einwohner davon weiblich davon männlich
1815 1.944 - -
1835 2.580 - -
1871* 2.512 - -
1905* 2.706 - -
1939* 3.570 - -
1950* 3.524 - -
1961* 3.969 - -
1965 4.226 2.236 1.990
1970 4.425 2.306 2.119
1975 4.419 2.316 2.103
1980 4.258 2.218 2.040
1985 4.244 2.214 2.030
1990 4.608 2.401 2.207
1995 5.144 2.619 2.525
2000 5.118 2.610 2.508
2005 5.306 2.685 2.621
2006 5.289 2.652 2.637
2007 5.282 2.654 2.628
2008 5.230 2.623 2.607

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Stadtrat

Parteien und Wählergemeinschaften  %
2009
 %
2004
 %
1999
 %
1994
CDU 36,8 46,0 40,8 32,0
SPD 48,4 41,0 48,7 52,7
FDP 5,2 3,3 3,5 4,4
FWG 9,6 9,7 7,0 10,8
gesamt 100,0 100,0 100,0 99,9
Wahlbeteiligung in % 64,2 64,6 66,4 78,7

[Bearbeiten] Bürgermeister

Die Stadt Otterberg hat einen ehrenamtlichen Stadtbürgermeister, die Verbandsgemeinde Otterberg hingegen einen hauptamtlichen Bürgermeister. Martin Müller (SPD) ist seit dem 27. August 2009 Stadtbürgermeister von Otterberg und seit dem 1. Januar 2010 auch Bürgermeister der Verbandsgemeinde Otterberg.

[Bearbeiten] Wappen

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Silber drei hockende rote Eichhörnchen 2:1, mit je einer goldenen Nuss in den Pfoten“.

Es wurde 1840 vom bayerischen König Ludwig I. genehmigt und geht zurück auf ein Siegel von 1670.[9]

[Bearbeiten] Städtepartnerschaft

Die Partnerstadt der Stadt Otterberg ist Gueugnon, eine Stadt mit etwa gleich vielen Einwohnern wie Otterberg. Die Stadt liegt im französischen Burgund im Département Saône-et-Loire.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Abteikirche Otterberg - Die Klosterkirche ist Teil einer ehemaligen Klosteranlage, gegründet 1143 durch eine Schenkung der ehemaligen Otterburg mit dem umliegenden Gebiet an den Zisterzienserorden. Mönche aus dem Kloster Eberbach wurden mit einem Abt ausgesandt, um die Klosteranlage zu errichten. Die Kirche wurde zwischen 1168 und 1254 erbaut. Das Kloster erreichte um das Jahr 1340 wirtschaftliche Blüte, der Niedergang erfolgte schon vor der Reformationszeit, so dass um 1561 nur noch drei Mönche mit ihrem Abt im Otterberger Kloster lebten. Die Abteikirche ist die größte Klosterkirche der Pfalz und auf Grund ihres Baustils (gegen Ende der Romanik mit ersten gotischen Elementen) von weit überregionaler Bedeutung.
  • Historische Altstadt - Die Altstadt beherbergt eine Vielzahl an Fachwerkhäusern.
  • Theis'sche Schmiede - 1612 erbaute, funktionsfähige Schmiede in Familienbesitz in der Altstadt (Kirchstraße). An jedem ersten Samstag im Monat werden Führungen angeboten.[10]
  • Altes Stadthaus - 1753 im Barockstil errichtet, beinhaltet heute das Heimatmuseum, welches jeden Sonntag von 15 bis 17 Uhr öffnet. [11]

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Otterberg

[Bearbeiten] Bildergalerie

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Behörden

Als Sitz der Verbandsgemeinde Otterberg beherbergt die Stadt deren Verwaltung.

Orte in Verwaltung der Verbandsgemeinde:

[Bearbeiten] Forstamt

Das Forstamt Otterberg ist zuständig für die Verbandsgemeinden Enkenbach-Alsenborn, Otterbach, Otterberg und für Teile der Verbandsgemeinden Bruchmühlbach-Miesau, Hochspeyer, Ramstein-Miesenbach und Weilerbach.

[Bearbeiten] Verkehr

Die Stadt Otterberg ist sowohl über die A 6 als auch über die A 63 an den überregionalen Fernverkehr angeschlossen.

Da in den 1970er Jahren der Otterberger Bahnhof stillgelegt wurde, wird Otterberg im Personennahverkehr nur noch vom Saar-Pfalz-Bus bedient. Folgende Linien fahren Haltestellen in Otterberg an: Linie 130, 131, 133, 134, 140 in Richtung Kaiserslautern, Linie 130 Richtung Ortsteil Drehenthalerhof, Linie 131 Richtung Niederkirchen (Westpfalz), Linie 133 Richtung Höringen, Linie 134 Richtung Lauterecken sowie die Linie 140 in Richtung Weilerbach und Reichenbach-Steegen.

[Bearbeiten] Bildung

Otterberg verfügt über eine Grundschule, eine Integrierte Gesamtschule sowie über eine Waldorfschule.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Ehrenbürger

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

  • Johann Heinrich Roos (1631–1685), Maler
  • Isidor Straus (1845–1912), deutsch-amerikanischer Geschäftsmann (Teilhaber des Kaufhauses Macy's in New York) und Politiker (Mitglied des US-Repräsentantenhauses).
  • Nathan Straus, geb. 1848 in Otterberg, gest. 1931, deutsch-amerikanischer Geschäftsmann (Teilhaber des Kaufhauses Macy's in New York). War seit den 1890er-Jahren einer der großen Wohltäter seiner Zeit, unterstützte mit großen Summen Projekte in den USA, Palästina (Israel) und Deutschland (u.a. Kampagne für pasteurisierte Milch, wodurch er unzähligen Kindern das Leben rettete). Die Stadt Netanja in Israel ist nach ihm benannt.
  • Oskar Straus (1850–1926), Politiker und Diplomat. 1906/09 US-Wirtschafts- und Arbeitsminister unter Präsident Theodore Roosevelt (siehe Handelsministerium (Vereinigte Staaten), war damit erstes jüdisches Kabinettsmitglied in den USA; 1909/10 Botschafter der USA in der Türkei.
  • Kurt Mayer (1903–1945), Historiker und NS-Funktionär
  • Hannah Lothrop (1945–2000), Psychologin und Autorin

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Otterberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerung der Gemeinden am 31. Dezember 2010 (PDF; 727 KB) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 96 (PDF)
  3. Geschichte zur Abteikirche, Stand: 1. April 2008
  4. Armin Kohnle: Die Kurpfalz - Asyl für Glaubensflüchtlinge im 16. Jahrhundert. Vortrag vom 19. Juni 2004, „Otterberger Begegnungen, 425 Jahre Wallonen in Otterberg“
  5. Messerschwanderhof. SWR Landesschau Rheinland-Pfalz, abgerufen am 29. März 2010.
  6. KommWis, Stand: 31. Dezember 2007
  7. Informationen zur jüdischen Geschichte und zur ehemaligen Synagoge in Otterberg
  8. Steinebrei, Hans. Geschichte der Juden in Otterberg: ein Beispiel aus der pfälzischen Geschichte des 19. Jahrhunderts. Otterbach/Pfalz. Arbogast. 2005. 120 S. ISBN 3-87022-173-9
  9. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3
  10. Informationen über die Theis'sche Schmiede auf der Seite der VG Otterberg, Stand: 15. Juni 2009
  11. Informationen über das Alte Stadthaus auf der Seite der VG Otterberg, Stand: 15. Juni 2009
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