Ottifant

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Otto Waalkes mit einem Stoff-Ottifanten

Der Ottifant ist ein vom deutschen Komiker Otto Waalkes erdachter, im Comic-Stil gezeichneter Elefant. So ist die Bezeichnung Ottifant auch ein Kofferwort aus dem verniedlichten Vornamen des Komikers OttoOtti und der animalischen Anlehnung der Figuren, Elefanten.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ersten Ottifanten fanden sich 1975 auf den Schallplattencovern Otto Waalkes’, da er seiner Plattenfirma den Namen „Rüssl Räckords“ gegeben hat. Später erschienen Comicstrips in Zeitungen sowie diverse Merchandising-Artikel. 1993 entstand für den Fernsehsender RTL die 13-teilige Zeichentrickserie Ottos Ottifanten, in der Otto Waalkes die Stimme von Baby Bruno sprach. Die Serie wurde später vom Sender Super RTL ausgestrahlt. 2001 folgte der Kinofilm Kommando Störtebeker. Für die Videospielkonsole Mega Drive von Sega erschien 1993 das Videospiel Die Otttifanten.

In Emden steht ein von Otto errichtetes Museum, das sogenannte Otto-Huus. Im oberen Stockwerk des Otto-Huus befindet sich ein Museum, in welchem Erinnerungsstücke aus der Anfangszeit seiner Karriere ausgestellt sind. Im Erdgeschoss werden hauptsächlich Fan-Artikel verkauft, wie etwa Ottifanten. Ein hervorstechendes Merkmal dieses Hauses ist die überlebensgroße Plastik eines Ottifanten, die derart an der Außenwand angebracht ist, dass der Eindruck entsteht, er breche durch die Wand hindurch. Im Emder Stadtteil Transvaal, in der Nähe von Ottos Geburtshaus, befindet sich des Weiteren eine Skulptur, die zwei küssende Ottifanten darstellt.

Die Figur wurde im Laufe der Zeit verändert, so tritt er in den Zeichentrickfilmen und Comicstrips der letzten Jahre als Zweibeiner auf und deutlich humanoider als in den ersten Jahrzehnten.

Hauptfiguren der Ottifanten-Comics[Bearbeiten]

Das Otto-Huus mit einer Ottifantenplastik

Paul Bommel: Der vierzigjährige Buchhalter in der Schraubenfabrik Kaluppke & Co. ist sehr tollpatschig und wird trotz bester Absichten auf der Arbeit gemobbt und daheim verspottet. Er fährt einen blauen Kleinwagen und trägt bevorzugt Fliege, Weste und einen Hut.

Renate Bommel: Die Hausfrau und Ehefrau von Paul stellt den ruhenden Pol in der Familie Bommel dar.

Baby Bruno: Der einjährige Sohn der Bommels besitzt einen Teddybären namens Honk, mag Horror- und „Batman“-Filme und ist in das Nachbarsmädchen Lisa verliebt.

Opa Bommel: Der neunzigjährige Vater von Paul erzählt gern (erfundene) Geschichten aus seinem Leben und liebt es, den Kleinwagen seines Sohnes zu Schrott zu fahren und mit seinen gleichaltrigen Kumpels einen draufzumachen.

Erna Hoppmann: Die resolute Putzfrau bei Kaluppke & Co. ist „Meister-Proper“-Fan, trinkfest und sexsüchtig und hasst es, wenn jemand ihren frisch gewischten Fußboden betritt. Sie hat nahezu immer eine Zigarre im Mund und ist Stammgast an der äußerst unhygienischen Imbissbude Chez Kallie.

Fräulein („Frollein“) Lusch: Die extrem faule Sekretärin von Paul Bommel hat erhebliche orthografische Defizite und hält sich Unmengen von Grünpflanzen in ihrem Büro. Sie liebt es, sich die Nägel zu lackieren und mit Freundinnen zu telefonieren und setzt alles daran, ihren Arbeitsplatz so früh wie möglich zu verlassen.

Direktor Hubert Kaluppke: Der zirka sechzigjährige Generaldirektor von Kaluppke & Co. und Firmenpatriarch alter Schule hält von Paul Bommel wenig und lehnt daher ständig dessen Anträge auf Gehaltserhöhungen ab. Er ist stets im Nadelstreifenanzug zu sehen.

Der „dicke Norbert“: Der Sohn der Nachbarsfamilie Bosewinkel ist im selben Alter wie Bruno, geistig zurückgeblieben und trägt stets Windeln, deren Auswechslung mehr als überfällig ist. Anders als die anderen Hauptfiguren bleibt er stets stumm.

Zeichentrickserie[Bearbeiten]

Anfang der 1990er gab es eine 13-teilige Ottifanten-Zeichentrickserie; sie wurde erstmals ab den 25. September 1993 auf RTL ausgestrahlt.[1]

  1. Rock’n’Roll und Schokoküsse
  2. Ausgerechnet Bananen
  3. Bärnapping
  4. Greif den Zaster
  5. Mister King
  6. Ein singender Seemann
  7. Beach Boys
  8. Happy Birthday
  9. Babysitterblues
  10. Die Bestie der Vorstadt
  11. Abenteuer Wildnis
  12. Unkraut vergeht nicht
  13. Traumhochzeit

2001 kam mit Kommando Störtebeker ein Zeichentrickfilm basierend auf der Zeichentrickserie in die deutschen Kinos.

Synchronsprecher
Rolle Deutscher Sprecher
Paul Bommel Wolfgang Draeger
Renate Bommel Monika Barth
Opa Bommel Günter Lüdke
Bruno Bommel Otto Waalkes
Erna Hoppmann Beate Hasenau
Egon Kaluppke Günther Jerschke
Erzähler Bernd Rumpf

Hörspielkassetten[Bearbeiten]

Es gibt 20 Hörspielkassetten, die mit der Fernsehserie nichts gemein haben:

  • 01. Die Reise ins Tulpenland
  • 02. Einschulung mit Hindernissen
  • 03. Zurück aus den Ferien
  • 04. Sackhüpf-Marathon in Emden
  • 05. Spuk im Otto-Huus
  • 06. Einmal Russland und zurück
  • 07. Schutzengel gibt es
  • 08. Ottifant hat Geburtstag
  • 09. Rüssel in Gips
  • 10. Frühlingszeit – Osterzeit
  • 11. Mann über Bord
  • 12. Abenteuer in New York
  • 13. Hilfe der Schuppen explodiert
  • 14. Das Geheimnis der Grabkammer
  • 15. Ein seltsamer Weihnachtsbesuch
  • 16. Ein Jogginganzug geistert durch Emden
  • 17. Unheimlich ist das Moor
  • 18. Das Geheimnis des Kreuzgangs
  • 19. Hilfe – die Brücke bewegt sich
  • 20. Atlantis der verschwundene Erdteil

Kickers Emden[Bearbeiten]

Otto Waalkes hat dem damaligen Fußball-Drittligisten BSV Kickers Emden 2005 das Recht zugestanden, mit den Ottifanten zu werben und sie für Merchandising-Artikel zu verwenden. Ende der 1980er Jahre war Otto Waalkes selbst Hauptsponsor des Vereins, die Spieler trugen seinerzeit ein Logo mit Ottifanten auf dem Trikot.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. OTTIFANTEN. Zeichentrickserien.de, abgerufen am 26. Oktober 2012.

Weblinks[Bearbeiten]