Ottilie Roederstein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ottilie W. Roederstein
Selbstporträt mit weißem Hut, 1904
Ottilie W. Roederstein
Selbstporträt, 1918

Ottilie Wilhelmine Roederstein (* 22. April 1859 in Zürich; † 26. November 1937 in Hofheim am Taunus) war eine deutsch-schweizerische Malerin. Sie war die Lebensgefährtin Elisabeth Winterhalters, der ersten deutschen Chirurgin.

Leben[Bearbeiten]

Roederstein wurde als zweite Tochter des in Zürich ansässigen Kaufmanns Reinhard Roederstein und seiner Frau Alwina Roederstein geboren. Die Roedersteins stammten aus dem Rheinland. Sie waren 1857 nach Zürich übersiedelt, da Reinhard Roederstein dort die Vertretung einer Barmer Textilfirma übernahm.

Durch den heute in Vergessenheit geratenen Schweizer Maler Eduard Pfyffer (1836–1899), der 1869/1869 Porträts der Familie malte, und gemeinsame Besuche mit den Eltern in Münchener Museen fühlte sich Roederstein schon früh zur Malerei hingezogen. Eine Ausbildung zur Malerin schien jedoch aufgrund der gesellschaftlichen Konventionen der Zeit in Bezug auf weibliche Berufsausbildung für Roederstein nicht möglich. Insbesondere die Mutter widersetzte sich dem Wunsch der Tochter, so dass Roederstein nach eigener Aussage „schwere Kämpfe“ austragen musste, bis der Vater schließlich doch einer Ausbildung zustimmte. Roederstein wurde 1876 in Pfyffers Atelier in Zürich aufgenommen, so konnte sie unter der elterlichen Obhut bleiben.

Die angehende Malerin machte schnell Fortschritte in ihrer Ausbildung, besonders ihre Fähigkeit als Porträtistin zeigte sich bald. Da die Möglichkeiten ihres Ausbildungsateliers für Roederstein bald nicht mehr ausreichten, suchte sie nach Weiterbildung an anderen Orten. Die Heirat ihrer Schwester Johanna mit dem Berliner Geschäftsmann Voos gab Roederstein die Möglichkeit, dort im Haus der Schwester zu leben. Ende 1879 trat sie ins Damenatelier des zu dieser Zeit in Berlin bekannten Malers Karl Gussow (1843-1907) ein. Hier lernte sie auch ihre Freundin Anni Hopf (1861-1918) kennen, die ebenfalls bei Gussow ausgebildet wurde. 1882 hatte Roederstein ihre erste Ausstellung in einer Zürcher Kunsthandlung, die eine positive Kritik in der Presse fand.

Anni Hopf siedelte im Jahr 1882 nach Paris über. Roederstein erhielt die Erlaubnis ihrer Eltern, ebenfalls dorthin zu wechseln, um dort eine weitere Ausbildung zu absolvieren, die sie in Berlin so nicht bekommen konnte. Dies bot ihr die Möglichkeit, sich aus der familiären Bindung zu lösen. Bis zum Ende ihrer Zeit in Paris 1887 schaffte Roederstein es, ihren Lebensunterhalt mit Auftragsarbeiten und dem Verkauf ihrer Bilder zu verdienen und vom Elternhaus finanziell unabhängig zu werden.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1929 Ehrenbürgerschaft der Stadt Hofheim am Taunus

Ausstellungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Clara Tobler: Ottilie W. Roederstein. Rascher & Cie, Zürich 1929.
  • Hermann Haindl: Ottilie W. Roederstein, eine Malerin in Hofheim. Magistrat und Kunstverein, Hofheim 1980. Ausstellungskatalog.
  • Barbara Rök: Ottilie W. Roederstein (1859–1937). Eine Künstlerin zwischen Tradition und Moderne. Jonas, Marburg 1999 (Diss. Philipps-Universität Marburg, FB 09, 1997).
  • Barbara Rök: „Ich arbeitete mit rastlosem Eifer“ - Ottilie Wilhelmine Roedersteins langer Weg zu einem eigenen Stil. In: Ausstellungskatalog Ida Gerhardi – Deutsche Künstlerinnen in Paris um 1900. Städtische Galerie Lüdenscheid, 2012.

Weblinks[Bearbeiten]