Otto Ampferer

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Otto Ampferer (* 1. Dezember 1875 in Innsbruck; † 9. Juli 1947 ebenda) war ein österreichischer Alpinist und Geologe.

Um die komplexen Vorgänge der Gebirgsbildung zu erklären, entwickelte er seine Unterströmungstheorie mit der Vorstellung einer teilweise plastischen Erdkruste. Damit wurde er - noch vor Alfred Wegener - zum Wegbereiter der modernen Sicht des Mobilismus.

Hier, westlich des Stanser Jochs in Tirol, beschrieb Ampferer die Reliefüberschiebung.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Otto Ampferers Name ist unter anderem mit der Unterströmungstheorie verbunden (ab 1906), einer Hypothese zur Bildung von Gebirgen, die später zur Entwicklung der Plattentektonik beitrug. Sein Hauptarbeitsfeld war die Geologie der Alpen. Im Zuge seiner gründlichen Kartierung der Tiroler Kalkalpen erkannte er schon 1901 die Karwendel-Überschiebung. 1906 verfasste er eine Analyse Über das Bewegungsbild der Faltengebirge, worin er der Kontraktionstheorie von A. Heim entgegentrat, die aber erst um 1960 endgültig widerlegt wurde.

1928 beschrieb er am Beispiel des Stanser Jochs eine Reliefüberschiebung, die beispielhaft für spätere Arbeiten wurde.[1] Weiters hat Ampferer die Ausdrücke Totfaltung und Bergzerreißung geprägt.

1901 trat er in den Dienst der Wiener Geologischen Bundesanstalt, die damals noch k.k. Geologische Reichsanstalt hieß. Von 1935 bis 1937 war er Direktor dieses Forschungsinstituts, setzte aber seine tektonischen, Glazial- und regionalgeologischen Arbeiten fort. Insgesamt verfasste er 260 Publikationen und zahlreiche geologische Kartenblätter. 1936 wurde er zum Mitglied der Gelehrtenakademie Leopoldina gewählt.

Ampferer war aber nicht nur ein herausragender Geologe, auch als Bergsteiger machte er sich einen Namen. So bestieg er 1899 zusammen mit Karl Berger als erster die Guglia di Brenta (auch Campanile Basso genannt) in der Brentagruppe. Außerdem war Ampferer ein guter Zeichner, der sich nicht nur auf geologische Motive beschränkte.

1902 heiratete er Olga Sander, die Schwester des bekannten Innsbrucker Geologen Bruno Sander.[2]

Ehrungen[Bearbeiten]

Ampferer wurde u.a. zum Mitglied in der Wiener Akademie der Wissenschaften gewählt. 1937 erhielt er für seine geowissenschaftlichen Arbeiten die Eduard-Suess-Medaille, 1939 verlieh ihm die Geologische Vereinigung als Erstem die Gustav-Steinmann-Medaille mit der Widmung "dem Denker in den Tiefen der Berge".

1956 wurde die Ampferergasse in Wien-Favoriten (10. Bezirk) nach ihm benannt. Auch im Westen Innsbrucks gibt es eine Ampfererstraße.

Seit 1983 verleiht die Österreichische Geologische Gesellschaft (ÖGG) alle zwei Jahre den Otto-Ampferer-Preis an Geowissenschafter (unter 35 Jahren) für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Geowissenschaften.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Helmut Hölder, Kurze Geschichte der Geologie.. p.89-92, Springer 1989
  2. Karl Krainer und Christoph Hauser: Otto Ampferer (1875 - 1947): Bahnbrecher in der Geologie, Bergsteiger, Sammler und Zeichner, in Geo.Alp Sonderband 1, S. 91 - 100, Innsbruck 2007. pdf-File