Otto Bütschli

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Otto Bütschli um 1912
Otto Bütschli in Heidelberg am Mikroskopiertisch, Aufnahme um 1895

Johann Adam Otto Bütschli[1] (* 3. Mai 1848 in Frankfurt am Main; † 3. Februar 1920 in Heidelberg) war ein deutscher Zoologe.

Leben[Bearbeiten]

Otto Bütschli wurde als Sohn eines Konditors, der ursprünglich aus der Schweiz stammte, am 3. Mai 1848 in Frankfurt geboren. Sein Vater war bereits 1830 nach Deutschland eingewandert und ließ sich in Frankfurt nieder. Dort vermählte er sich 1843 mit Emilie Kullmann, einer gebürtigen Frankfurterin. Nach der Schulausbildung in Frankfurt studierte Otto Bütschli ab 1864 Mineralogie, Chemie und Paläontologie am Polytechnikum in Karlsruhe. 1865/1866 wurde er Assistent des Paläontologen Karl Alfred von Zittel. Im Jahr 1866 wechselte Bütschli an die Universität Heidelberg, wo er 1868 in Mineralogie, Chemie und Zoologie zum Dr. phil. promoviert wurde und danach Assistent bei Robert Wilhelm Bunsen war.

Ab 1869 war Bütschli Assistent an der Universität Leipzig bei Rudolf Leuckart, da er sich entschlossen hatte, auf Zoologie umzusteigen. Dort beschäftigte er sich mit ontogenetischen Untersuchungen an Nematoden.

1873-1874 war er Assistent des Zoologen Karl August Möbius an der Universität Kiel, wo er seine Studien an Infusorien fortsetzte. 1876 habilitierte er sich am Polytechnikum in Karlsruhe, wo er weiter als Privatdozent wirkte.

1878 wurde Bütschli, noch nicht 30-jährig, zum ordentlichen Professor der Zoologie und Paläontologie an der Universität Heidelberg ernannt. Trotz zahlreicher Berufungen an andere Universitäten verblieb der Wissenschaftler bis zu seinem Lebensende in Heidelberg. In der damaligen Umgangssprache Heidelbergs wurde nicht mehr vom Zoologischen Institut sondern vom „Bütschli-Institut“ gesprochen. Studien über die Entwicklungsvorgänge der Eizelle sowie intensive Studien an Protozoen erschienen 1876 in seinem ersten Hauptwerk, das in den Abhandlungen der Senckenbergischen Gesellschaft publiziert wurde. Diese Untersuchungen und eine gleichzeitig auf botanischem Gebiet veröffentlichte Arbeit des bekannten Botanikers Eduard Strasburger haben die Zellenlehre auf eine neue wissenschaftliche Grundlage gestellt. Im Jahr 1888 wurde Bütschli in die Leopoldina aufgenommen.

Forschung[Bearbeiten]

Bütschli arbeitete über Entwicklungsgeschichte und vergleichende Anatomie von Insekten, Gastropoden und besonderen von Nematoden. Er entdeckte die mitotische Zellteilung bei Tieren und verfasste wichtige Arbeiten über Vermehrungszyklen, über den Feinbau des Protoplasmas, die Systematik der Protozoen, die auf Anregungen seines Lehrers Rudolf Leuckart zurückgingen.

Werke[Bearbeiten]

  • Mechanismus und Vitalismus, Leipzig, 1901 [2]

Ehrungen[Bearbeiten]

Ein von C. Milton und J. Axelrod 1947 neu entdecktes und beschriebenes Mineral erhielt ihm zu Ehren den Namen Bütschliit.[1]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Otto Bütschli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Mindat - Bütschliite
  2. http://www.archive.org/stream/mechanismusundvi00buts/mechanismusundvi00buts_djvu.txt