Otto Back

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Otto Back, 1911

Karl August Albert Otto Back (* 30. Oktober 1834 in Kirchberg (Hunsrück); † 5. Januar 1917 in Straßburg) war ein liberaler Politiker, Bürgermeister von Straßburg, Universitätskurator und Präsident der ersten Kammer des Landtags des Reichslandes Elsaß-Lothringen.

Leben[Bearbeiten]

Otto Back war eins von neun Kindern des Hunsrücker Pfarrers Friedrich Back und seiner Frau Louisa geborene Röchling. Otto Back studierte evangelische Theologie, Philologie[1] und Rechtswissenschaften an den Universitäten Erlangen, Bonn und Berlin. In Erlangen schloss er sich 1855 dem Corps Onoldia und in Bonn 1857 dem Corps Rhenania an.[2][3] Er trat eine Beamtenlaufbahn an und wurde 1867 Landrat im Landkreis Simmern. Während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 diente er als Leutnant und wurde 1872 als Polizeipräsident nach Straßburg versetzt. 1873 bis 1880 war er dort Bürgermeistereiverwalter. 1880 wurde er Bezirkspräsident im Bezirk Unterelsaß. 1886 wurde er zum Bürgermeister von Straßburg ernannt und blieb bis 1907 in diesem Amt (Frühjahr 1887 bis Ende 1887 war er kurzfristig Unterstaatssekretär für Finanzen im Reichsland Elsaß-Lothringen). Bereits zu Lebzeiten wurden seine Verdienste um seine zweite Heimatstadt Strassburg gewürdigt. Kaiser Wilhelm II. stiftete für den Strassburger Bürgermeister eine goldene Ehrenkette. [4] Der Direktor der Städtischen Kunstgewerbeschule Anton Seder gestaltete diese Bürgermeisterkette sowie zum 70. Geburtstag von Otto Back eine Ehrengabe der Bürger Strassburgs [5] und im Auftrage der städtischen Beamten fertigte die Schlosserabteilung der Kunstgewerbeschule ein weiteres Geschenk mit dem Bildnis des Jubilars an.[6] Back engagierte sich wie Seder in der Gesellschaft für die Erhaltung der geschichtlichen Denkmäler des Elsasses.[7] Geschätzt wurde besonders Backs Verständnis für die elsässische Eigenart der Einwohner.[8] 1910 wurde Otto Back Kurator der Universität Straßburg. Bleibende Verdienste erwarb sich Bürgermeister Back bei der Förderung des wirtschaftlichen Aufschwungs Strassburgs durch kommunale bauliche Maßnahmen, wie den Bau einer Wasserleitung sowie der ersten Straßenbahnen, und bei der Erweiterung der Stadt mit ihrem Rheinhafen.[9]

Otto Back war Mitglied und Präsident der ersten Kammer des Landtags des Reichslandes Elsaß-Lothringen von 1911 bis 1917. Nach seinem Tode 1917 wurde Dr. Johannes Hoeffel Präsident der Kammer.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinrich Heffter: Back, Karl August Albert Otto. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 1, Duncker & Humblot, Berlin 1953, ISBN 3-428-00182-6, S. 504 (Digitalisat).
  • Regierung und Landtag von Elsaß-Lothringen 1911–1916. Biographisch-statistisches Handbuch. Mühlhausen 1911, S. 145.
  • Tanja Baensch: "Un petit Berlin"? : die Neugründung der Straßburger Gemäldesammlung durch Wilhelm Bode im zeitgenössischen Kontext. Ein Beitrag zur Museumspolitik im deutschen Kaiserreich. V & R unipress, Göttingen 2007, ISBN 978-3-89971-380-0, S. 104–105. (online)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Meyers Konversationslexikon 6. Aufl., Leipzig/Wien 1907 S. 133.
  2. Kösener Corpslisten 1960, 23, 409
  3. Kösener Corpslisten 1960, 12, 495
  4. Das Kunstgewerbe in Elsass-Lothringen Bd. 4 1903-1904 S.130 Abb. Digitalisat
  5. Das Kunstgewerbe in Elsass-Lothringen Bd. 6 1905-1906 S. 97 Abb. Digitalisat
  6. Das Kunstgewerbe in Elsass-Lothringen Bd. 6 1905-1906 S. 109 Abb. Digitalisat
  7. Siehe alpabetischtisches Mitgliederverzeichnis der Gesellschaft für die Erhaltung der geschichtlichen Denkmale des Elsasses im Online-Archiv, abgefragt am 4. März 2013
  8. Heinrich Heffter: Back, Karl August Albert Otto. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 1, Duncker & Humblot, Berlin 1953, ISBN 3-428-00182-6, S. 504 (Digitalisat).
  9. Schreiber, Hermann "Strassburg zwischen den Zeiten, zwischen den Völkern", S. 261, 267, 268f. Gernsbach 2006 ISBN 3-938047-13-5
  10. Acta Borussica Band 8/II (1890–1900), S. 486 (PDF-Datei; 2,19 MB)