Otto Borst

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Otto Borst (* 30. Juli 1924 in Waldenburg; † 22. August 2001 in Esslingen am Neckar) war ein Historiker mit den Schwerpunkten in der südwestdeutschen Landes- und Stadtgeschichte.

Leben[Bearbeiten]

Borst wurde durch die Herkunft aus einem evangelischen Pfarrhaus geprägt. Ab dem Wintersemester 1945 studierte er in Tübingen zunächst Evangelische Theologie, dann Germanistik, Geschichte und alte Sprachen. Er war Mitglied der Verbindung Normannia. Seine Promotion in Germanistik galt 1954 einem wirkungsgeschichtlichen Thema (Rezeption von Novalis).

Als Lehrer in Esslingen leitete er von 1955 bis 1977 nebenamtlich das Stadtarchiv, das auch seinen Nachlass verwahrt. 1971 wurde er an die Pädagogische Hochschule Esslingen berufen, nach deren Schließung 1984 erhielt er eine Professur für Landesgeschichte an der Universität Stuttgart, die er bis 1989 bekleidete. Außerdem wurde ihm 1982 der Schubart-Literaturpreis verliehen.

1974 rief Borst die Arbeitsgemeinschaft Die alte Stadt e. V. (ab September 2010: Forum Stadt. Netzwerk historischer Städte e. V.) ins Leben, deren gleichnamige Zeitschrift er als Herausgeber betreute. Als Projektberater hatte er maßgeblichen Anteil an der Eröffnung des landesgeschichtlichen Museums Haus der Geschichte Baden-Württemberg in Stuttgart, die er 2002 nicht mehr erleben sollte.

Otto-Borst-Preis[Bearbeiten]

Seit 2005 wird von der Arbeitsgemeinschaft Die alte Stadt e.V. (ab September 2010: Forum Stadt. Netzwerk historischer Städte e. V.) der Otto-Borst-Preis in jährlichem Wechsel als Preis für Stadterneuerung (Erhaltung, Sanierung, Umnutzung, Weiterbau) und als Wissenschaftspreis verliehen. Otto Borst war Gründer der Arbeitsgemeinschaft und langjähriger Herausgeber der Zeitschrift Die alte Stadt. Mit dem Otto-Borst-Preis für Stadterneuerung sollen herausragende Sanierungsbeispiele in Altstadtensembles gewürdigt werden. Mit der Verleihung des Otto-Borst-Wissenschaftspreises will die Arbeitsgemeinschaft den wissenschaftlichen Nachwuchs in den Fachgebieten Stadtgeschichte, Stadtsoziologie, Denkmalpflege und Stadtplanung fördern und bedeutende Leistungen in diesen Fachgebieten auszeichnen.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Nachruf von Rainer Jooß. In: Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte 64 (2005), S. 455-459

Weblinks[Bearbeiten]