Otto Göttler

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Otto Göttler -Auftritt mit den Diatoniks/2014
Otto Göttler 2014
Otto Göttler mit PituPati im Zelt auf Tollwood 2014
Otto Göttler mit Unverschämte Wirtshausmusik

Otto Göttler (* 1948) ist ein Musikkabarettist aus München und Gründer des Bairisch Diatonischen Jodelwahnsinns.

Leben[Bearbeiten]

Otto Göttler wuchs im Stadtteil Giesing auf. Nach Abschluss der Schule machte er eine kaufmännische Lehre. Beim RC Blau-Weiß München wurde er u.a. 1966 Deutscher Jugendmeister und 1968 Bayerischer Meister im Radrennfahren. Nach dem frühen Tod des Vaters übernahm er 1972 einen Süßwaren-Großhandel und baute ihn zu einem Wein-/Spirituosen-Großhandel aus, den er 1993 zugunsten einer Berufstätigkeit als Musikkabarettist aufgab. 1994 zog er von München aufs Land.

Mit 32 Jahren begann Otto Göttler Zither zu spielen und wirkte in diversen Musikformationen mit. Ein Jahr später erlernte er das Spielen der Steierischen Harmonika. Die bayerische und tirolerische Volksmusik mit der erdig, schlichten Geisteshaltung und dem verschmitzten, kantigen Schalk sowie die Tradition der Volks- und Bänkelsänger, mit trotziger Skepsis den Obrigkeiten zu begegnen, haben ihn wesentlich beeinflusst. Auch die Gstanzl-Kultur, die Lieder des Kraudn Sepp, der freche, hintersinnige Witz und der direkte Kontakt zum Publikum der Wirtshausmusik prägten ihn. In seinen Liedern und Programmen beschreibt Otto Göttler den Verlust von Heimat, soziale Diskrepanzen, kulturelle Wertverluste und beobachtet kritisch den Zeitgeist. Zur Zither und diatonischer Ziehharmonika erweiterte er sein Instrumenten-Repertoire autodidaktisch mit Mundharmonika, Konzertina, Ukulele, Mandoline, singender Säge, Trompete, Tuba und Streichzither.

1986 wurde von ihm die Kabarettmusikgruppe Bairisch Diatonischer Jodelwahnsinn[1] gegründet, die er durch verschiedene Formationen leitet, u.a. von 1991-2002 mit Monika Drasch und ab 1993 mit Josef Brustmann. In dieser Zeit trat er u.a. mehrere Male in der ARD-Sendung Scheibenwischer, in den Filmproduktionen des Bayerischen Rundfunks Schräg dahoam[2] und beim Euromusicale 1994 in Novgorod (Russland) auf. Der Bayerische Rundfunk drehte zwei Porträts über die Musikgruppe, die unter der Rubrik Unter unserem Himmel gesendet wurden. Otto Göttler ist der Autor der veränderten McDonald’s -Parodie des Suserl-Zweifachens Hunga kriag i glei, auch bekannt als Mäkki, mit dem der BDJW bekannt wurde.

Seit 2002 entwickelte Otto Göttler mit dem bayerischen Barden und Texter Sepp Raith themenbezogene Programme, die sich mit bayerischer Geschichte und bayerischem Zeitgeschehen beschäftigen. Zu diesem Themenbereich trat er mit Sepp Raith in der Filmdokumentation Sozialrebellen in Bayern auf, einer Produktion des Bayerischen Rundfunks von 2003 nach dem Buch von Michaela Karl.

2008 zog Otto Göttler die Harfenistin Konstanze Kraus hinzu, mit der er unter dem Namen Unverschämte Wirtshausmusik seit 2009 im bayerisch-österreichischen Raum auftritt. Sie nahmen mehrere Male an der Volksmusiksendung Wirtshausmusikanten beim Hirzinger[3] (produziert vom Bayerischen Rundfunk) teil.

Von 2010 bis 2011 spielten Otto Göttler und der Blues-Musiker Schorsch Hampel eine Kombination aus Blues, Landler und Zwiefachen.

Im Rahmen der Reihe Lebenslinien fertigte Angelika Stampfer ein 45-minütiges filmisches Porträt mit dem Titel Verbiegen lass i mi net über den Musiker an, das im Bayerischen Fernsehen erstmals am 7. November 2011 gesendet wurde.

2012 gründete Otto Göttler unter dem Begriff „Elektrische Volksmusik“ die Gruppe Diatoniks, seit 2013 mit Wolfgang Neumann und Michael Reiserer, mit der er neben der Unverschämten Wirtshausmusik auftritt.

2014 auf dem Münchner Tollwood-Sommerfestival lud Otto Göttler Musikanten aus dem Münchner Umland erstmals in ein von Tollwood eigens geschaffenes Zelt.[4]

2015 kündigt sich Otto Göttler mit Josef Brustmann zu einem Neuanfang mit dem Bairisch Diatonischen Jodelwahnsinns an, diesmal mit der Geigerin Petra Amasreiter.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

mit Bairisch Diatonischer Jodelwahnsinn:
  • 1987: Phoenix aus der Asche (Programm)
  • 1987 bis 1990: wechselndes Liederprogramm
  • 1995: Aus tiefster Brust (CD), Ariola
  • 1996: Ausflug (CD), EFA
  • 1999: Sägenlieb (CD), Virgin
  • 2001: Die 4. Unveröffentlichte (CD), Eigenproduktion
  • 2002: In’s Amerika (Programm)
mit Sepp Raith
  • 2003: Aufbegehren führt zu Kopfverlust (CD)
  • 2004: Ois is Amerika (CD)
  • 2006: Der Gnufi lacht (Programm)
  • 2008: Lieder von einem anderen Baiern (Programm)
mit Sepp Raith und Wolfram Kunkel
  • 2005: Bluadige Zeitn (CD)
Göttler & Hampel:
  • 2010: Depressiver Blues und traurige Zwiefache (Programm)
mit Unverschämte Wirtshausmusik:
  • 2009: Und wem’s ned passt, der ko se glei schleicha (CD)
  • 2012: Wann i ned mog, dann muaß i (CD)
  • 2012: Immer nur de Kloana hänga's auf (CD)
  • 2014: Heimat ist, was bleibt .. (Programm)
Diatoniks:
  • 2013: tanzbar (Programm)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Münchner Lustspielhaus abgerufen am 15. Juni 2011
  2. [1] abgerufen am 15. Juni 2011
  3. [2] abgerufen am 15. Juni 2011
  4. http://www.merkur-online.de/aktuelles/bayern/hintersinnig-scharfsinnig-3673070.html

Weblinks[Bearbeiten]