Otto Group

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Otto Group
Logo der Otto Group
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 17. August 1949
Sitz Hamburg, Deutschland

Leitung

Mitarbeiter 54.275 (2013/14)[1]
Umsatz 12 Mrd. Euro (2013/14)[1]
Branche Handels- und Dienstleistungsgruppe
Website www.ottogroup.com

Die Otto Group mit Sitz in Hamburg ist eine weltweit agierende Handels- und Dienstleistungsgruppe mit 54.275 Mitarbeitern.[1] Die Aktivitäten der Otto Group sind die drei Unternehmensbereiche Einzelhandel, Finanzdienstleistungen und Service. Zudem ist der Konzern im Risikokapital tätig und fördert den Aufbau von Unternehmensgründungen im E-Commerce. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2013/14 betrug 12 Milliarden Euro.[1]

Der Einzelhandel ist der Geschäftskern der Otto Group. 60,5 Prozent aller Erlöse in diesem Segment erzielt der Konzern über seine weltweit rund 100 Online-Shops.[1] Somit ist die Otto Group im Konsumentengeschäft der zweitgrößte Onlinehändler weltweit nach Amazon.com sowie der größte Onlinehändler für Fashion und Lifestyle mit dem Endverbraucher in Europa.

Im Ranking der 500 größten Familienunternehmen in Deutschland der Zeitschrift Wirtschaftsblatt nimmt die Gruppe den zehnten Platz ein.[2]

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten]

Auszug aus dem ersten Otto-Katalog 1950

Im August 1949 gründete der 40-jährige Werner Otto (1909 - 2011) in Hamburg die Firma Werner Otto Versandhandel. Im Folgejahr 1950 erschien der erste Katalog, in dem auf 14 handgebundenen Seiten 28 Paar Schuhe präsentiert wurden. Die Auflage betrug 300 Exemplare. Als erster Versender führte Otto den Kauf auf Rechnung ein. 1951 umfasste der erste gedruckte Katalog 28 Seiten und bot ein erweitertes Sortiment, das unter anderem aus Schuhen, Aktentaschen, Regenmänteln und Hosen bestand. Bis 1953 verfünffachte Otto in weniger als zwei Jahren den Umsatz. Die Auflage des Katalogs betrug bereits 37.000 Exemplare. 1958 gehörte der Otto Versand mit einem Umsatz von 100 Millionen D-Mark zu den Großunternehmen in Deutschland.[3]

1960 bezog der Otto Versand das neue Betriebsgebäude in Hamburg-Bramfeld. Die Zahl der Mitarbeiter wuchs auf 2.000. 1966 wurde in Hongkong das erste Einkaufsbüro in Asien eröffnet. Günter Nawrath übernahm 1966 den Vorstandsvorsitz.[3]

1968 erschien mit dem Post-Shop-Magazin der erste Otto-Spezialkatalog. Im Jahr darauf wurde die Hanseatic Bank gegründet, über die Kunden ihre Bestellungen finanzieren konnten. Zur gleichen Zeit wurde in Hamburg die Werner-Otto-Stiftung zur Förderung der medizinischen Forschung gegründet. Mit dem Hermes Versand wurde 1972 ein eigener Zustelldienst aufgebaut.[3]

Mit Beteiligungen an 3 Suisses International begann 1974 die Entwicklung zum internationalen Konzern. Im gleichen Jahr stieg Otto beim Karlsruher Unternehmen Heinrich Heine ein. 1978 erzielte der Otto-Konzern einen Umsatz von 3,176 Milliarden D-Mark und beschäftigte 10.740 Mitarbeiter.[3]

1980 folgte mit der Gründung der Otto Reisen GmbH der Einstieg des Unternehmens in die Touristik-Branche. 1981 wechselte der Vorstandsvorsitzende Günter Nawrath in den Aufsichtsrat. Michael Otto übernahm den Vorstandsvorsitz der Otto Gruppe.[3]

Im Rahmen der neuen Werbekampagne wurde 1986 der Slogan „Otto...find’ ich gut“ erstmals eingesetzt und entwickelte sich zum geflügelten Wort. 1990 stieg der Jahresumsatz auf 500 Millionen D-Mark, der 24-Stunden-Eilservice wurde eingeführt. 1992 lieferte der Hermes Versand die 500-millionste Sendung aus.[3]

1993 rief Michael Otto die Michael Otto Stiftung für Umweltschutz ins Leben. 1994 präsentierte der Otto-Versand als erster Versender sein Sortiment auf einer interaktiven CD-ROM. 1995 folgte der Gang ins Internet.[3] 1997 stieg das Unternehmen beim Baur Versand ein. 2000 erweiterte der Konzern sein Firmen-Portfolio mit den Gründungen von discount24 und travelchannel.de.[3]

Die beiden österreichischen Marken der Otto Group, Universal und OTTO wurden 2003 in die Unito Versand & Dienstleistungen gebündelt. 2005 verkaufte die Otto Group 75 Prozent der Anteile der Hanseatic Bank an die Société Générale, Paris.[4] Zwei Jahre später wurde Hans-Otto Schrader neuer Vorstandsvorsitzender der Otto Group und trat damit die Nachfolge von Michael Otto an.[3]

2009 sicherte sich die Otto Group in einem Bieterverfahren die Rechte an der Marke Quelle und zahlreicher Handelsmarken wie Privileg sowie alle Anteile an Quelle Russland.[5] Der Unternehmensgründer Werner Otto verstarb 2011 im Alter von 102 Jahren.[6][7] 2012 gründete die Otto Group mit dem brasilianischen Distanzhändler Posthaus ein gemeinsames Unternehmen, um in Brasilien das E-Commerce-Geschäft zu forcieren.[8]

Konzerngesellschaften[Bearbeiten]

Otto Group Hauptverwaltung in Hamburg-Bramfeld
Logo von Hermes Europe

Der Konzern ist international tätig, unter anderem mit Tochtergesellschaften in der Schweiz, in Österreich, Frankreich, im Vereinigten Königreich, in den USA, Japan, der Volksrepublik China und Russland. Insgesamt zählt die Otto Group 123 wesentliche Konzerngesellschaften, die unter den folgenden Dachmarken firmieren:

Einzelhandel[Bearbeiten]

Finanzdienstleistungen[Bearbeiten]

Service[Bearbeiten]

  • BFS Baur Fulfillment Solutions GmbH (Fulfillment-Dienstleister)
  • Blue Yonder (ehemals: Phi-t)
  • Hermes-OTTO International
  • Hermes Europe
  • Hermes Hansecontrol

Die im Familienbesitz befindliche ECE Projektmanagement, die seit 1965 hauptsächlich in Europa Einkaufszentren und andere Immobilien besitzt oder verwaltet, gehört nicht zur Otto Group. Die Firma wird von Alexander Otto, Bruder von Michael Otto, geleitet.

Segmente[Bearbeiten]

Einzelhandel[Bearbeiten]

Die Waren und Produkte werden über die drei Vertriebskanäle E-Commerce, stationärer Einzelhandel und Katalog angeboten. Der Konzern beschäftigt in diesem Segment 27.562 Mitarbeiter weltweit und erzielte im Geschäftsjahr 2013/14 einen Umsatz von rund 10,016 Milliarden Euro, wobei über die Hälfte über den E-Commerce erwirtschaftet wurde.[1] Dazu zählen die rund 100 Onlineshops der Einzelhändler wie myToys.de und OTTO, die reinen Online-Anbieter wie Limango und Mirapodo, die Shopping24-Gruppe sowie die Corporate-Venture-Aktivitäten des Konzerns. Im stationären Handel ist die Otto Group weltweit mit über 100 Shops vertreten, rund 1.800 Kataloge werden pro Jahr an Kunden verschickt.

Finanzdienstleistungen[Bearbeiten]

Den Schwerpunkt dieses Segments bilden handelsnahe Produkte wie Konsumentenkredite oder Liquiditätsmanagement. Der Umsatz in diesem Bereich belief sich im Geschäftsjahr 2013/14 auf 683 Millionen Euro.[1] Umsatzstärkstes Unternehmen im Segment ist die EOS Gruppe, die mit 49 Tochtergesellschaften in 27 Ländern aktiv ist. 9.351 Mitarbeiter sind im Segment der Finanzdienstleistungen beschäftigt.[1]

Service[Bearbeiten]

Das Segment Service umfasst die Logistik- und Reisedienstleister sowie die Einkaufsgesellschaften der Otto Group. 16.969 Mitarbeiter sind in diesem Segment beschäftigt, das im Wesentlichen durch die Hermes-Gruppe geprägt wird. Die Umsätze stiegen im Geschäftsjahr 2013/14 auf 1,301 Milliarden Euro.[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Die Otto Group wurde für sein Jugendmusikprojekt The Young ClassX (Geschäftsführer Tobias Wollermann), eine Initiative mit dem Ensembles Salut Salon, mit dem Kulturmarken-Award 2012 ausgezeichnet.[10]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Geschäftsbericht der Otto Group 2013/14. Otto Group, 21. Mai 2014, abgerufen am 5. Juni 2014.
  2. http://www.wirtschaftsblatt.de/data/pdf/Top500-2013.pdf
  3. a b c d e f g h i Werner Otto – offizielle Website. ECE Projektmanagement G.m.b.H. & Co. KG, 12. August 2011, abgerufen am 31. Mai 2013.
  4. tagesgeld-festgeldvergleich.de. get up! medien, 31. Mai 2013, abgerufen am 31. Mai 2013.
  5. Otto übernimmt Quelle-Markenrechte. Deutscher Fachverlag GmbH, 5. November 2009, abgerufen am 5. Juni 2013.
  6. Unternehmerlegende Werner Otto gestorben. tagesschau.de, 27. Dezember 2011, abgerufen am 26. Juni 2012.
  7. Versandhausgründer Werner Otto ist tot. Spiegel Online, 27. Dezember 2011, abgerufen am 26. Juni 2012.
  8. Otto Group will Marktführer im E-Commerce in Brasilien werden. etailment.de, 10. Mai 2012, abgerufen am 5. Juni 2013.
  9. Otto Group Pressemitteilung vom 2. April 2007
  10. Homepage otto group, abgerufen am 28. Oktober 2012