Otto Kerner

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Otto Kerner neben einer Lincoln-Büste

Otto Kerner Jr. (* 15. August 1908 in Chicago, Illinois; † 9. Mai 1976 ebenda) war ein US-amerikanischer Politiker und von 1961 bis 1968 der 33. Gouverneur des Bundesstaates Illinois.

Frühe Jahre und politischer Aufstieg[Bearbeiten]

Otto Kerner besuchte bis 1930 die Brown University in Providence und studierte anschließend bis 1934 an der Northwestern University Jura. Zwischen 1930 und 1931 studierte er auch ein Jahr lang an der University of Cambridge in England. Im Jahr 1934 trat er der Nationalgarde von Illinois bei. Während des Zweiten Weltkrieges war er sowohl in Europa als auch im pazifischen Raum eingesetzt. Bis 1946 blieb er im aktiven militärischen Dienst, anschließend in der Reserve. Im Jahr 1954 schied er als Generalmajor der Nationalgarde ganz aus dem Militärdienst aus. Zwischen 1947 und 1954 war er Bundesstaatsanwalt für den nördlichen Distrikt von Illinois. Von 1955 bis 1960 war er Richter im Cook County. Im Jahr 1960 wurde er von der Demokratischen Partei als Kandidat für die Gouverneurswahlen aufgestellt.

Gouverneur von Illinois[Bearbeiten]

Kerner (Mitte) bei einem Meeting in Kabinettsraum des Weißen Hauses, rechts Präsident Johnson

Nach seiner erfolgreichen Wahl gegen den republikanischen Amtsinhaber William Stratton trat Kerner sein neues Amt am 9. Januar 1961 an. In seiner Regierungszeit förderte er die wirtschaftliche Entwicklung seines Staates sowie die Bildungspolitik. Er setzte sich für Verbesserungen im Gesundheitswesen ein und forderte Gleichberechtigung bei der Vergabe von Arbeitsplätzen und Wohnungen. Durch einen Zusatz zur Verfassung von Illinois wurde 1962 eine staatsweites einheitliches Gerichtssystem eingeführt. Im November 1962 wurde Illinois der erste Staat, der den 24. Verfassungszusatz ratifizierte. Im Jahr 1966 zeigte sich ein erster Erfolg der Wirtschaftspolitik des Gouverneurs, denn in diesem Jahr war Illinois an der Spitze aller Bundesstaaten in Bezug auf den Export wirtschaftlicher Güter. Otto Kerner war Mitglied einiger Gouverneursvereinigungen und erwarb sich einen guten Namen durch sein Eintreten für die Rassengleichberechtigung. Diese Ansichten vertrat er auch in einer von US-Präsident Lyndon B. Johnson 1967 eingesetzten Beraterkommission (National Advisory Commision on Civil Disorders).

Weiterer Lebenslauf[Bearbeiten]

Gouverneur Kerner, der 1964 wiedergewählt worden war, trat am 21. Mai 1968 zurück, um das Amt eines Richters am Bundesberufungsgericht für den siebten Gerichtskreis anzutreten. Diesem Gericht hatte bereits sein Vater Otto Kerner Sr. von 1939 bis 1952 angehört, der außerdem Attorney General von Illinois war.

Bis 1974 blieb Kerner Richter. Seine Verdienste als Gouverneur wurden von Skandalen um seine Person überschattet. Er wurde wegen verschiedener Vergehen, darunter Bestechung, Meineid, Postbetrug, Steuerhinterziehung und Aktienbetrug zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Diese Vergehen beging er während seiner Zeit als Gouverneur bzw. als Richter. Nach der Diagnose einer tödlichen Krebserkrankung wurde er vorzeitig aus der Haft entlassen. Er starb kurz darauf im Jahr 1976.

Weblinks[Bearbeiten]