Otto Müller (Maler)

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Otto Müller beim Skizzieren in den Abrißvierteln von Halle, ca. 1975

Otto Müller (* 21. November 1898 in Halle (Saale); † 9. Dezember 1979 in Merseburg) war ein deutscher Maler und Graphiker.

Leben und Schaffen[Bearbeiten]

Elternhaus[Bearbeiten]

Otto Müller (hinten links) mit seinen Geschwistern Alfred, Anna und Lieschen, Halle ca. 1913 (Aufnahme: Photographisches Atelier Samson&Co. GmbH, Halle a. S.)

Otto Müller wurde am 21. November 1898 in Cröllwitz, das seit 1900 zu Halle (Saale) gehört, als ältestes Kind des Lokomotivführers Karl Christoph Friedrich Otto Müller (1874–1951) und seiner Frau Anna Müller, geb. Schmidt (1876–1923), geboren. Er hatte drei Geschwister. In seiner Kindheit war Otto Müller oft in Halle-Trotha bei seiner Großmutter väterlicherseits.

Ausbildung[Bearbeiten]

Nach dem Besuch der achtjährigen Volksschule in Halle hatte sein Vater für ihn eine Ausbildung zum Elektriker vorgesehen; doch wegen seiner nicht ausreichenden Körpergröße wurde er abgelehnt. Danach erlernte er auf eigenen Wunsch von 1913 bis 1917 den Beruf des Lithographen. Bereits in dieser Zeit besuchte er Abendkurse im Zeichnen und Malen an der Staatlichen Städtischen Handwerkerschule, der späteren Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein in Halle.

1918 wurde Otto Müller zum Militärdienst im Ersten Weltkrieg in das 18. Fußartillerie-Regiment Kirchenhain an die Westfront nach Frankreich einberufen. Die Kriegserlebnisse prägten seine zeitlebens pazifistische Einstellung. Durch sein mitunter Schwejksches Verhalten erreichte es Otto Müller, dass er auch während des Dienstes zeichnen durfte und ihm die Pflege der Militärpferde als seine Hauptaufgabe anvertraut wurde.

Nach seiner Entlassung aus dem Militärdienst 1919 nahm er das Studium der Malerei an der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein auf. Er war von 1919 an in der neu errichteten Klasse für Malerei Schüler von Professor Erwin Hahs (1887–1970). Seit diesen frühen Studienjahren verband Otto Müller eine enge Freundschaft mit seinen Studienkollegen Paul Zilling (1900–1953) und Helmut Schröder (1910–1974). 1927 wechselte er zusammen mit Helmut Schröder in die Klasse des neu an die Burg berufenen Professors für Malerei und Graphik Charles Crodel. In den Jahren seiner Ausbildung bei Charles Crodel war Otto Müller mit Kurt Bunge (1911–1998) befreundet. Beide Lehrer, Erwin Hahs und Charles Crodel, haben auf unterschiedliche Weise Otto Müllers künstlerische Entwicklung beeinflusst. Von beiden Lehrern angeregt, war für Otto Müller zeitlebens das genaue Naturstudium die Grundlage jeglichen künstlerischen Schaffens. Seinem Lehrer Erwin Hahs verdankte Otto Müller weiterhin die Schulung seiner formalen Ausdrucksmöglichkeiten in Hinsicht auf eine konstruktive Bildkomposition bis hin zur Abstraktion. Erwin Hahs’ kunsttheoretischen Erörterungen zog er allerdings die Art von Charles Crodel vor, der seine Schüler bei der praktischen Arbeit am Motiv zur Entwicklung eines eigenen Malstils ermutigte. Die locker komponierten, oft auch farbig heiteren Crodelschen Bilder gaben Otto Müller neue malerische Anregungen.

Neben seiner Begeisterung für die Malerei fand Otto Müller auch Freude an musikalischen Improvisationen: Schon in jungen Jahren spielte er Geige, in der Burgkapelle Banjo und später mit seinem Künstlerkollegen Helmut Schröder Mundharmonika.

Um sich das Geld für seine Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein zu verdienen, musste Otto Müller das Studium mehrmals und für längere Zeit unterbrechen. 1920 bis 1922 und 1924 bis 1925 arbeitete er als Dekorationsmaler in den Leuna-Werken. Dort erlebte er 1921 auch die Märzkämpfe aus eigener Anschauung mit. In den wirtschaftlich schwierigen Jahren 1923 bis 1924 ging er auf „Walze“. In Göttingen arbeitete er als Bühnenmaler am Deutschen Theater. Seine Reise führte ihn bis nach Süddeutschland, wo er in Kochel am See Arbeit beim Aufbau des Kraftwerks Walchensee fand. In München besuchte er die Kunstsammlungen der großen Galerien (Alte und Neue Pinakothek).

1929 legte er bei dem Dekorationsmaler O. Möllhoff in Halle die Prüfung als Malergeselle ab.

Berufs- und Familienleben bis 1945[Bearbeiten]

Nach dem Abschluss seines Studiums bewarb sich Otto Müller als Porzellanmaler bei der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meißen, erhielt jedoch keinen positiven Bescheid. Außerdem interessierte er sich wie sein Freund Kurt Bunge für Restauration. Als dieser jedoch die Restauratorenstelle am Landesmuseum für Vorgeschichte erhielt, nahm Otto Müller 1930 die Arbeit in der Farbenfabrik Technische Chemikalien- und Compagnie GmbH Halle auf. Er war dort bis 1941 als Laborant und Abteilungsleiter tätig.

Otto und Senta-Luise Müller, geb. Demmer, Halle 24. März 1934 (Widmung: Wirkliche Liebe ist ewiglich. Dein Otto)

1936 heiratete Otto Müller Senta-Luise Demmer; noch im selben Jahr wurde die Tochter Thekla geboren, 1937 wurde der Sohn Otto geboren.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Otto Müller 1938–1940 zum Westwall eingezogen.

1941 bis 1945 arbeitete Otto Müller als Technischer Zeichner bei den Siebel-Flugzeugwerken in Halle und wurde daher nicht mehr zum Kriegsdienst herangezogen.

Berufs- und Familienleben ab 1945[Bearbeiten]

Ab dem 1. Juli 1945 arbeitete Otto Müller als freischaffender Maler und Graphiker in Halle. 1946 wurde er in den Verband Bildender Künstler (VBK) aufgenommen, der von Richard Horn (1898–1989) und Karl Völker (1889–1962) aufgebaut wurde. Seinen Unterhalt verdiente Otto Müller in dieser Zeit vor allem mit Sichtwerbung (z. B. mit Kino-Plakaten).

1947 zog die Familie in die als Lazarett erbauten und nun zum Teil als Unterkunft für Künstlerfamilien genutzten Baracken in die Fischer-von-Erlach-Str. 14. In derselben Baracke wohnten folgende Künstlerkollegen mit ihren Familien: Meinolf Splett (1911–2009), Fritz Stehwien (1914-2008), Clemens Kindling (1916–1992), Frau Braun (auf Empfehlung des Architekten Hanns Hopp (1890–1971)), Kurt Völker (Bruder von Karl Völker). In der Nachbarbaracke wohnten Richard Horn (1898-1989), Karl-Erich Müller (1917–1998), Herbert Lange (1920-2001) und Helmut Schröder. Wie seine Freunde Helmut Schröder, Fritz Freitag (1915–1977) und Karl-Erich Müller war auch Otto Müller Mitglied der halleschen Künstlervereinigung Die Fähre (1947–1949), deren Leitung Fritz Baust (1912–1982) übernommen hatte. Otto Müller beteiligte sich an den von der Fähre angeregten Ausstellungen mit Landschaften, Tier- und Aktzeichnungen. Den von anderen „Fähre“-Künstlern wie Karl-Erich Müller, Herbert Lange und Willi Sitte (1921–2013) in dieser Zeit in programmatischer Weise intensiv bearbeiteten Themen aus den Produktionsbetrieben wandte sich Otto Müller allerdings erst später zu (ab 1950).

Im März 1948 stellte Otto Müller zusammen mit Charles Crodel, Kurt Bunge und Karl Rödel (1907–1982) in der Galerie Henning in Halle aus. Für seine künstlerischen Beiträge wurde er von Richard Horn in der Einleitung zum Ausstellungskatalog als „die interessanteste Persönlichkeit der vier ausstellenden Künstler“ bezeichnet.

Otto Müller, Sitzende, Öl auf Hartfaser, 24,5x20cm, 1947

Mit drei graphischen Arbeiten von 1947 war Otto Müller als einziger hallescher Künstler (neben Willi Sitte) auf der 1956 vom Deutschen Kulturrat in München veranstalteten Gesamtdeutschen Graphik-Ausstellung in der Städtischen Galerie und Lenbach-Galerie vertreten. Einer der maßgeblichen Jury-Mitglieder war Charles Crodel, der seit 1952 an der Akademie der Bildenden Künste in München lehrte.

1954 zog Otto Müller mit seiner Familie in den ersten Wohnungsneubau in Halle seit 1945, in die damalige Stalinallee 57b (später Leninallee 179 und seit 1990 Merseburger Straße 127).

Von 1951 bis etwa 1964 arbeitete Otto Müller auf Wunsch verschiedener Auftraggeber oder im Rahmen von mehrwöchigen Arbeitsaufenthalten, die der Verbandes Bildender Künstler der DDR (VBK) organisierte, in Produktionsbetrieben der Landwirtschaft, des Bergbaus und der Industrie. 1951 und 1953 entstanden graphische Arbeiten von der Maschinen-Traktoren-Station (MTS) in Volkstedt bei Eisleben. 1955 arbeitete Otto Müller an landwirtschaftlichen Motiven auf der LPG Eismannsdorf. 1957 fertigte Otto Müller im Salz- und Kalischacht Gronau bei Bernburg Tempera-Arbeiten. 1958 schlossen sich Arbeitsaufenthalte in der Maschinenfabrik Halle an. In diesem Zusammenhang entstand das Ölbild „Der Maschinenformer“ (heute im Besitz der Stiftung Moritzburg – Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt in Halle). 1959 arbeitete Otto Müller im Zementwerk Karsdorf. Das 1962 gemalte Mais-Triptychon wurde vom Auftraggeber nicht angenommen. Es lässt sich vermuten, dass die dominierende Darstellung des Maises in seinen verschiedenen Reifestadien im Frühling, Sommer und Herbst der Darstellung der Landwirtschaft nicht den gewünschten Raum ließ. 1964 arbeitete Otto Müller für das FDGB-Auftragswerk „Junge Tierzüchterin“ auf der LPG Merbitz.

Otto Müller besuchte in den 50er Jahren oft die in der Talstraße 23 (heute Galerie) wohnenden Künstlerehepaare Herbert Kitzel (1928–1978) und Mareile Kitzel sowie Hilmar und Heidi Manthey. Dort traf er etwa 1957 auch Otto Möhwald (geb. 1933); in den Jahren 1958 bis 1959 zeichneten sie gemeinsam zwischen Ammendorf und Buna sowie in Dobis bei Wettin oder nach Modell in der Möhwaldschen Wohnung.

1959 bis 1966 war Otto Müller Mitglied der Sektionsleitung Maler und Graphiker des VBK des Bezirkes Halle und initiierte in dieser Funktion Atelierbesuche bei Künstlerkollegen. Seit den 60er Jahren traf sich Otto Müller mit anderen Kollegen regelmäßig zum Aktzeichnen in der Moritzburg. 1963 führte ihn eine Studienreise mit Karl-Erich Müller und Gerhard Geyer (1907–1989) nach Prag.

Die letzte Schaffensperiode 1963–1979[Bearbeiten]

Aus Anlass seines 65. Geburtstages wurde ihm 1963 für sein künstlerisches Gesamtwerk und die Fliesenmalerei im Schulgebäude an der Frohen Zukunft der Kunstpreis der Stadt Halle verliehen. In diesem Zusammenhang wurde sein Schaffen auch in einer Ausstellung in der Staatlichen Galerie Moritzburg, dem heutigen Landesmuseum, gewürdigt. In seinem Geleitwort zum Katalog schrieb der damalige Direktor Heinz Schönemann: „Man könnte ihn, der selbst ein Schüler der Burg Giebichenstein war, einen stillen Lehrer der halleschen Maler nennen. Denn so vieles, was uns an deren Werken erfreut, ist letzten Endes von ihm ausgegangen. Seine reiche Phantasie, seine Gründlichkeit und sein technisches Wissen, sein offenes Auge für die Reize unseres Lebens, sind seinen Kollegen immer Vorbild gewesen.“

Obgleich Otto Müller nie ein Lehramt an der Kunsthochschule innehatte, wurde er aufgrund seiner künstlerischen Lebensleistung von seinen Kollegen und vielen Kunstfreunden als „Altmeister der halleschen Malerei“ (Ingrid Schulze 1969) hochgeschätzt. So zeigten z. B. die Professoren der Kunsthochschule Burg Giebichenstein Karl Müller (1888–1972) und Willi Sitte ihren Studenten im Unterricht graphische Arbeiten von Otto Müller. Seit Ende der 50er Jahre suchten kunstbegeisterte junge Leute die Nähe zu Otto Müller und entwickelten sich durch intensive Gespräche und gemeinsame Studien zu professionellen Künstlern. Dazu gehören Falko Warmt (geb. 1938, bei Otto Müller 1960–1963), Karl-Heinz Köhler (geb. 1937) und Wolfgang Grunwald. Ihnen war gemeinsam, dass sie kein Direktstudium an der Kunsthochschule absolviert hatten, sondern bereits als Chemiker, Kartograph und Lehrer im Arbeitsleben standen.

Mit Eintritt in das Rentenalter war Otto Müller dem Zwang enthoben, den Unterhalt für das tägliche Leben durch Auftragsarbeiten zu verdienen. Seit der zweiten Hälfte der 60er Jahre widmete sich Otto Müller neben der Darstellung von Pflanzen insbesondere der Porträtierung von Mädchen in Wachsmaltechnik. Nach der Geburt der Enkelin Claudia im Jahre 1967 entstanden zahlreiche Säuglingsporträts im Öl. In den 70er Jahren ging Otto Müller mit seinem Künstlerfreund Karl-Erich Müller in Halle, Merseburg und im Saalkreis skizzieren.

Im Ergebnis dieser Studien entstanden mehrere Hundert Zeichnungen und Aquarelle, die die dem Abriss geweihten Altstadtbilder dokumentieren. Eine große Zahl graphischer Stadtlandschaften befindet sich heute im Halleschen Stadtarchiv.

Zum Kreis der mit Otto Müller befreundeten und von ihm geschätzten jüngeren halleschen Künstlerkollegen gehörten in dieser Zeit Wolfgang Barton (geb. 1932), Bernhard Michel (geb. 1939), Bernt Wilke (geb. 1943) und Fotis Zaprasis (geb. 1940). 1977 eröffnete die Galerie des Staatlichen Kunsthandels der DDR am Hansering in Halle mit einer Otto-Müller-Verkaufsausstellung. Das Interesse war so groß, dass fast alle Ausstellungsstücke verkauft wurden.

Am 9. Dezember 1979 starb Otto Müller an einer schweren Lungenkrankheit im Carl-von-Basedow-Klinikum in Merseburg.

Werke[Bearbeiten]

Otto Müller beherrschte eine große Zahl graphischer und malerischer Techniken:

Von Jugend an legte er großen Wert auf die handwerkliche Qualität einer Arbeit. Kenntnisse auf diesem Gebiet sammelte er ein Leben lang, angefangen von der Lithographenlehre, anschließend im Studienfach „Materialkunde“ an der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein, bei seiner Tätigkeit in der Farbenfabrik und in der praktischen Ausübung der Kunst.

Themen, die sich durch das ganze Schaffen Otto Müllers ziehen, sind Darstellungen von Menschen (insbesondere Porträts und Akte), von Pflanzen, Tieren und Landschaften. Bereits während seines Studiums an der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein weckten seine Gräser- und Blumenbilder die Aufmerksamkeit und Bewunderung z. B. seines Lehrers Charles Crodel. Anerkennend und zur Abgrenzung gegen andere Künstler desselben Namens wurde Otto Müller daher oft „Blumen“- oder „Gräser-Müller“ genannt. Seit seiner freischaffenden Berufstätigkeit als Künstler ab 1945 hat er bestimmte Themen in einer Reihe von Jahren besonders intensiv bearbeitet:

  • 1947–1949: Tierstudien, vorwiegend als Zeichnungen
  • 1951–1964: Technik, Industrie und Landwirtschaft
  • 1963–1973: Porträts (Mädchen, Säuglinge, Kinder, Selbstporträts), vorwiegend in Wachsmaltechnik
  • 1973–1979: Stadtlandschaften, vorwiegend in Aquarell und Tempera

Obgleich Otto Müller an beiden Weltkriegen teilnehmen musste, hat er die Grauen des Krieges und die Zerstörung durch Krieg nicht dargestellt. Ein aus finanziellen Gründen dringend benötigter Auftrag des Rates des Bezirkes Halle scheiterte daran, dass Otto Müller Soldaten zwar porträtierte, aber ihre Waffen nicht darstellte (Otto Müller im Interview, Mücklisch S. 75). Darin äußert sich Otto Müllers Überzeugung, dass seine Kunst dem Menschen das Schöne zeigen und ihn dadurch besser machen solle. Er trat nicht in Wettstreit mit anderen Künstlern, die den Betrachter durch abstoßende Darstellungen in ihrer politischen Kunst aufzurütteln versuchten. Bezeichnend für Otto Müllers Stil sind z. B. die Stadtlandschaften aus der Nachkriegszeit (z. B. 1947 „Am Stadtrand“) und diejenigen der Abrissviertel in den 70er Jahren, die bei dem Betrachter trotz der Not oder Zerstörung des Dargestellten keine depressive Stimmung aufkommen lassen, sondern ein ästhetisch formvollendeter Genuss sind, dem sich das Auge gern auch länger hingibt.

Otto Müller hat sowohl gegenständlich als auch abstrakt gearbeitet. Abstrakte Arbeiten entstanden während seines Studiums bei Erwin Hahs und in der ersten Phase seiner freiberuflichen Tätigkeit nach 1945. Während Otto Müller seine in den 20er Jahren entstandenen abstrakten Arbeiten als bloße Nachahmung anderer Künstler verwarf, sind die Arbeiten der Nachkriegsphase etwas sehr Eigenes, indem sie Tier- und Personendarstellungen zu stark farbigen Flächen mit einigen gegenständlichen Details abstrahieren. Dessen ungeachtet gilt für Otto Müllers Werk als Ganzes, was der Künstler im Interview mit Christine Mücklisch so formulierte: „…meine Absicht ist es aber, nach der Natur zu malen, weil es da mehr zu sehen gibt, als ich mir selbst ausdenken kann.“ (Mücklisch S. 70)

Einen Überblick über das künstlerische Schaffen Otto Müllers gaben zu Lebzeiten die Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, die hier in einer Auswahl aufgelistet werden:

  • 1928: Ausstellung der Schülerarbeiten von Otto Müller im Roten Turm Halle
  • 1934: Beteiligung an der Ausstellung „Hallesche Kunst“ im Anhaltischen Kunstverein Dessau
  • 1939: Preisträger des Wettbewerbs „Schafft schöne Heimatkunst“ Halle
  • 1946: Beteiligung an der ersten deutschen Kunstausstellung nach dem Krieg in Berlin
  • 1948: Beteiligung an der Ausstellung „Die Welt im Schleier der Farbe: Carl Crodel, Kurt Bunge, Otto Müller, Karl Rödel“ in der Galerie Henning Halle
  • 1948: Beteiligung an der Ausstellung „Das Aktbild“ in der Galerie Marktschlößchen in Halle, veranstaltet von der Halleschen Künstlervereinigung „Die Fähre“
  • 1949: Ausstellung von Tierzeichnungen und -bildern von Otto Müller, veranstaltet von der Halleschen Künstlervereinigung „Die Fähre“
  • 1951: Ausstellung von graphischen Studien in der Maschinen-Traktoren-Station (MTS) Volkstedt
  • 1956: Beteiligung an der vom Deutschen Kulturrat veranstalteten Gesamtdeutschen Graphik-Ausstellung in der Städtischen Galerie und Lenbach-Galerie München
  • 1963–1964: zum 65. Geburtstag: Ausstellung über das Gesamtwerk in der Staatlichen Galerie Moritzburg Halle
  • 1967, 1972, 1977: Beteiligung an den Kunstausstellungen der DDR in Dresden
  • 1968: Zum 70. Geburtstag Ausstellung in der „Kleinen Galerie“ Halle
  • seit 1969: Beteiligung an den Bezirkskunstausstellungen
  • 1976: Ausstellung im Carl-von-Basedow-Klinikum in Merseburg
  • 1977: Eröffnung der Galerie des Staatlichen Kunsthandels der DDR am Hansering in Halle mit einer Ausstellung von Otto Müller
  • 1977: Ausstellung in der Galerie am Sachsenplatz Leipzig (Zeitungsrezensionen Sächsisches Tageblatt 28. Dezember 1977, LVZ 29. Dezember 1977)
  • 1978–1979: Zum 80. Geburtstag: Ausstellung in der Galerie Marktschlößchen in Halle
  • 1979–1980: Ausstellung „Kunst aus Halle“ in der Galerie „Spektrum“ (später „Schmidt-Rottluff“) in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz)
  • 1979–1980: Beteiligung an der Ausstellung „Kunst aus der DDR, Bezirk Halle“ im Kunstverein Hannover

Hinzu kommen einige postume Einzelausstellungen:

  • 1979–1980: Ausstellung aus den Beständen des halleschen Stadtarchivs (Stadtansichten) in der Kleinen Galerie des Physiologisch-Chemischen Instituts der Universität Halle
  • 1980: Ausstellung (Malerei und Graphik) im Kulturhaus der Mansfelder Bergarbeiter „Wilhelm Pieck“ Eisleben (Mansfeldgalerie)
  • 1988: Ausstellung (Malerei und Graphik) im Kreismuseum Aschersleben
  • 1998: Zum 100. Geburtstag: Ausstellung „Halle-Bilder“ des Halleschen Kunstvereins e. V. im Foyer des Opernhauses Halle

Weiterhin wurden seine Werke postum auch auf den folgenden Ausstellungen gezeigt:

  • 1980: „Befreite Kunst. Malerei, Graphik, Plastik 1945–1949“ in der Staatlichen Galerie Moritzburg Halle
  • 1985: „Sammlung Handzeichnungen der DDR“ in der Kunstgalerie Gera
  • 1989: „Hallesche Künstlervereinigung ‚Die Fähre‘“ im Marktschlößchen in Halle
  • 1990–1991: „Spannungsfeld Halle. Von Künstlern gesehen.“ in der Staatlichen Galerie Moritzburg Halle
  • 1993: „Halle in der Nachkriegszeit. Malerei, Grafik und Plastik aus Privatbesitz.“ im Universitätsmuseum „Burse zur Tulpe“ in Halle
  • 1998: „Verfemte Formalisten. Kunst aus Halle/Saale 1945–1963“ in der Landesvertretung Sachsen-Anhalts in Bonn und im Kunstverein Talstraße e. V. in Halle
  • 1998: „Kunst aus halleschem Privatbesitz“ im Kunstverein Halle in der Lerchenfeldstraße
  • 2007: „Herbert Kitzel (1928–1978) und Freunde. Die Zeit in Halle“ im Künstlerhaus 188 in Halle, Hallescher Kunstverein e. V.

Nachlass[Bearbeiten]

Otto Müllers schriftlicher Nachlass liegt in der SLUB Dresden, Mscr. Dresd. App. 2391, 1–512.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Ingrid Schulze: Ein Altmeister der halleschen Malerei: Otto Müller zum 70. Geburtstag. In: Bildende Kunst. Nr. 1/1969, S. 23–26.
  •  Wolfgang Hütt: Welt der Kunst: Künstler in Halle. Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin 1977 (Mit zwanzig farbigen Tafeln und achtunddreißig einfarbigen Abbildungen.).
  •  Christine Mücklisch: Stellung Otto Müllers in der halleschen Malerei unter besonderer Berücksichtigung der 50er Jahre: Diplom-Arbeit. Karl-Marx-Universität Leipzig, Sektion Kultur und Kunstwissenschaften, Leipzig 1979.
  •  Ingrid Schulze: Bildende Kunst in Halle zwischen 1945 und 1950: Beiträge zur Geschichte der Kunst im Bezirk Halle: Heft 1. Halle 1986.
  •  Rolf Jakob: Späte Erinnerungen eines Kunst- und Antiquitätensammlers an die DDR-Zeit. Halle 2006.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Otto Müller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien