Otto Nückel

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Otto Nückel (* 6. September 1888 in Köln; † 12. November 1955 ebenda) war ein deutscher Maler, Grafiker, Illustrator und Karikaturist.

Leben[Bearbeiten]

Nach einem abgebrochenen Medizinstudium in Freiburg im Breisgau zog er nach München, um dort seine von Kindheit an vorhandene Neigung zum Zeichnen und Malen professionell weiter zu entwickeln. In München lebte er bis kurz vor seinem Tod. Er war Mitglied der Künstlervereinigung Münchner Sezession. Sein ganzes Werk wird beherrscht von Skurrilem und einer tiefgründigen Ironie, die bis zu bissigem Sarkasmus geht. Der Einfluss von den Anatomiekursen seiner Freiburger Studentenzeit ist spürbar.

Nückel war Mitglied der Künstlervereinigung 7 Münchner Maler. Zu dieser Künstlervereinigung zählten neben Burkart noch die in München lebenden Albert Burkart, Franz Doll, Günther Graßmann, Wilhelm Maxon, Walter Schulz-Matan sowie Karl Zerbe. Die Vereinigung existierte zwischen 1930 und 1937.

Als einer der ersten arbeitete er mit dem Bleischnitt und entwickelte diese Kunstform zu höchster Meisterschaft. Aufsehen erregte er damit vor allem durch sein Buch Schicksal. Eine Geschichte in Bildern (Delphin Verlag, München, 1930). Hier wird ein Frauen-Lebens- und Leidensweg als düstere, sozialkritische Studie nur in Bleischnitten, ohne jeden Text erzählt. 2005 erschien in Frankreich eine Neuausgabe dieser wortlosen Bildergeschichte unter dem Titel Destin (Éditions IMHO, Paris).

Berühmt wurde Nückels Serie der Atelierbesuche von Bosch bis Ensor. Seinen Lebensunterhalt bestritt Nückel als Illustrator und Karikaturist. Er war Mitarbeiter der satirischen Zeitschriften Simplicissimus und Der Simpl sowie der Kinderzeitschrift Ping-Pong.

Werk[Bearbeiten]

Nückel illustrierte u. a.:

  • A. M. Frey, Solneman der Unsichtbare (12 Holzschnitte), Delphin-Verlag, München, 1914
  • A. M. Frey, Spuk des Alltags (Holzschnitte), Delphin-Verlag, München, 1920
  • Clemens Brentano, Das Märchen vom Schulmeister Klopfstock (Bleischnitte), Freitag-Verlag, München. 1947
  • Stefan Andres, Vom heiligen Pfäfflein Domenico (Bleischnitte), Paul List Verlag, München, 1966
 Wikiversity: Thomas Mann: Der kleine Herr Friedemann (Holzschnitte), Phantasus-Verlag, München 1920 – Kursmaterialien, Forschungsprojekte und wissenschaftlicher Austausch

Literatur[Bearbeiten]

  • Otto Nückel. Eine Würdigung von Willy Seidel. München 1930
  • Helmut Kronthaler: Otto Nückel und der Bilderroman ohne Worte. In: Eckart Sackmann (Hrsg.): Deutsche Comicforschung 2010. Comicplus, Hildesheim 2009, ISBN 978-3-89474-199-0, S. 65–73.
  • Günther Graßmann, Malerei und Graphik. Ausstellung zum 85. Geburtstag. Bayerische Akademie der Schönen Künste, Ausstellung und Katalog in Zusammenarbeit mit Professor Günther Graßmann, Dr. Inge Feuchtmayr, Marie Stelzer, Garching 1985.

Ausstellungen[Bearbeiten]

  • Lenbachhaus, München 1956
  • Berufsverband bildender Künstler, München 1965
  • EP Galerie, Düsseldorf 2005

Weblinks[Bearbeiten]