Otto Pérez Molina
Otto Fernando Pérez Molina (* 1. Dezember 1950 in Guatemala-Stadt) ist ein guatemaltekischer Ex-General und Politiker (Partido Patriota) und seit dem 14. Januar 2012 Präsident der Republik Guatemala für die Amtsperiode von 2012 bis 2016.[1]
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Leben[Bearbeiten]
Otto Pérez wurde als dritter Sohn von Jaime Pérez Marroquín und Isabel Molina in Guatemala-Stadt geboren.[2] Im Alter von 16 Jahren trat er als Kadett der Offiziersschule Escuela Politécnica in die guatemaltekischen Streitkräfte ein. Später setzte er seine militärische Ausbildung an der School of the Americas in der Panamakanalzone (1985)[3] und am Interamerican Defence College in Washington, D.C. fort.[4] Er absolvierte ein Studium an der INCAE Business School in Costa Rica und machte einen Master in Internationalen Beziehungen an der Universidad Francisco Marroquín in Guatemala.[5]
Otto Pérez Molina ist mit Rosa Leal verheiratet, mit der er zwei Kinder hat: den früheren Offizier und jetzigen Bürgermeister von Mixco, Otto Perez Leal, und Lisette Pérez de Solórzano.
Militärische Laufbahn[Bearbeiten]
Nach Abschluss seiner Ausbildung an der Escuela Politécnica, war Pérez bei den Fallschirmjägern zunächst in den Departamentos Petén und San Marcos und an der „Boca Costa“, einem Gebiet an der nördlichen Pazifikküste Guatemalas, im Einsatz. Diese Zeit war geprägt durch den Bürgerkrieg.[6]
Anfang der 1980er war er als Major für Militäroperationen in der mehrheitlich von zu den Maya gehörenden Quiché bewohnten Provinz mit gleichem Namen zuständig. Seine Einheit soll für mehrere Massaker verantwortlich sein[7], was Pérez aber bestreitet.[8][9]
Im Jahr 1982 beteiligte er sich an dem Putsch des damaligen Verteidigungsministers Óscar Humberto Mejía Víctores gegen den Staatschef General Efraín Ríos Montt. Später war Pérez Molina an der Spitze des militärischen Geheimdienstes. Anlässlich des versuchten Eigenputsches des Präsidenten Jorge Antonio Serrano Elias im Jahre 1993 stellte sich Pérez auf die Seite des Verfassungsgerichts und trug so maßgeblich dazu bei, dass die demokratische Ordnung aufrechterhalten wurde und Serrano zurücktrat. In Anerkennung seiner Haltung in dieser Situation ernannte Serranos Nachfolger Ramiro de León Carpio Pérez zum Chef der Präsidentengarde (Estado Mayor Presidencial).
1996 wurde er zum Generalinspekteur des Heeres ernannt. In dieser Eigenschaft vertrat er die guatemaltekischen Streitkräfte bei den Friedensverhandlungen mit der Guerillaorganisation URNG in Oslo und unterzeichnete als einziger Offizier sämtliche Verträge bis hin zum endgültigen Friedensvertrag vom 29. Dezember 1996.[10][11]
Von 1998 bis 2000 war Pérez Leiter der guatemaltekischen Delegation beim Interamerikanischen Verteidigungsausschuss in Washington, D.C. Im Januar 2000 schied Pérez als General ehrenhaft aus den Streitkräften aus, um sich einer politischen Karriere widmen zu können.[12]
Politische Laufbahn[Bearbeiten]
Nach seinem Ausscheiden aus den Streitkräften war Pérez zunächst als Kolumnist der Zeitung Prensa Libre tätig und begann Gleichgesinnte für ein politisches Projekt um sich zu sammeln. Ein Jahr nach seinem Ausscheiden aus der Armee wurde ein Attentat auf Pérez verübt, welches er aber überlebte.[13]
Am 24. Februar 2001 gründete er dann die konservative Patriotische Partei (PP), zu deren Generalsekretär er gewählt wurde. Für die Parlamentswahlen im Jahre 2003 schloss sich die PP mit anderen politischen Parteien zur Großen Nationalen Allianz (GANA) zusammen, als deren Spitzenkandidat auf der nationalen Liste Pérez in das guatemaltekische Parlament gewählt wurde. Dort war er in den folgenden Jahren Fraktionschef seiner Partei. Im Jahr 2007 schied er aus dem Parlament aus, um für das Präsidentenamt kandidieren zu können.
Bei der Präsidentschaftswahl 2007 kandidierte Pérez Molina für das Amt des Staatspräsidenten. Als Kandidat für die Vizepräsidentschaft begleitete ihn der Unternehmer Ricardo Castillo Sinibaldi. Pérez’ zentrales Wahlversprechen war der verstärkte Einsatz von Armee und Polizei im Kampf gegen die verbreitete Kriminalität im Land.[14] Auch wollte er die Todesstrafe wieder vermehrt anwenden.[15] Am 4. November unterlag er in der Stichwahl um die Nachfolge von Óscar Berger Perdomo mit 47 zu 53 Prozent der Stimmen gegen seinen Kontrahenten Álvaro Colom Caballeros, der damit als erster Sozialdemokrat zum Präsidenten Guatemalas gewählt wurde.[16]
Bei der Präsidentschaftswahl von 2011 kandidierte Pérez Molina erneut, diesmal mit der ehemaligen Journalistin und Abgeordneten Roxana Baldetti als Kandidatin für die Vizepräsidentschaft. In der ersten Runde erreichte er mit 36,01 % zwar das beste Ergebnis der 10 zur Wahl zugelassenen Präsidentschaftskandidaten, musste jedoch in eine Stichwahl mit dem Zweitplazierten, dem Anwalt und Unternehmer Manuel Baldizón. In der Stichwahl am 6. November wurde er mit 53,74 % zum Nachfolger von Alvaro Colom gewählt.[17] [18] Am 14. Januar 2012 hat er das Präsidentenamt angetreten.
Auszeichnungen[Bearbeiten]
1993 wurde Pérez von der guatemaltekischen Zeitung Prensa Libre wegen seines Einsatzes für die Rettung der demokratischen Ordnung als eine der zehn Persönlichkeiten des Jahres gekürt.
Er wurde mit dem „Heereskreuz“ (Cruz del Ejército de Guatemala), der höchsten Auszeichnung der guatemaltekischen Streitkräfte, ausgezeichnet.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Guatemala wählt Ex-General Otto Pérez zum Präsidenten. In: Focus Online. 7. November 2011, abgerufen am 7. November 2011 (deutsch).
- ↑ La carrera militar enseña responsabilidad. In: Siglo21. 1. November 2011, abgerufen am 8. November 2011 (spanisch).
- ↑ Vicky Imerman: Notorious Guatemalan School of the Americas Graduates. Abgerufen am 7. November 2011 (englisch).
- ↑ Otto Pérez Molina, el general retirado que apuesta por „mano dura“ para resolver los problemas. In: europapress.es. Abgerufen am 7. November 2011 (spanisch).
- ↑ La carrera militar enseña responsabilidad, s. o.
- ↑ La carrera militar enseña responsabilidad, s. o.
- ↑ Guatemala: Müllhalde des Grauens/Unterwegs zum Narko-Staat. In: WochenZeitung. Abgerufen am 7. November 2011 (deutsch).
- ↑ Cecibel Romero: Ein General für Guatemala. In: die tageszeitung. 7. November 2011, abgerufen am 7. November 2011 (deutsch).
- ↑ Perez Molina wird neuer Präsident Guatemalas. In: Die Zeit. 7. November 2011, abgerufen am 7. November 2011 (deutsch).
- ↑ Friedensverträge auf der Website des guatemaltekischen Parlaments
- ↑ Perez Molina wird neuer Präsident Guatemalas, s. o.
- ↑ Otto Pérez Molina, el general retirado que apuesta por „mano dura“ para resolver los problemas, s. o.
- ↑ Perez Molina wird neuer Präsident Guatemalas, s. o.
- ↑ tagesschau.de (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.) → Erläuterung
- ↑ Bullets overshadow Guatemala ballot. In: BBC News. 8. September 2007, abgerufen am 16. November 2011 (englisch).
- ↑ Guatemala rückt nach links. In: FAZ. 5. November 2007, abgerufen am 16. November 2011 (deutsch).
- ↑ Segunda Elección Presidencial - 2011. In: Internetseite des guatemaltekischen Wahlgerichts. Abgerufen am 16. November 2011 (spanisch).
- ↑ Guatemala wählt Otto Pérez Molina zum Präsidenten. In: NZZ. 7. November 2011, abgerufen am 8. November 2011 (deutsch).
Weblinks[Bearbeiten]
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pérez Molina, Otto |
| ALTERNATIVNAMEN | Pérez Molina, Otto Ferando (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | guatemaltekischer General und Politiker |
| GEBURTSDATUM | 1. Dezember 1950 |
| GEBURTSORT | Guatemala-Stadt |