Otto Piene

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Foto: Lothar Wolleh: Otto Piene, späte 1960er Jahre
Otto Piene bei einer Veranstaltung der ZERO Foundation 2009 in Düsseldorf

Otto Piene (* 18. April 1928 in Laasphe) ist ein deutscher Künstler und Mitbegründer der Künstlergruppe ZERO. Er gilt als ein Wegbereiter der Licht- und Feuerkunst sowie der Sky-Art-Aktionen.

Leben[Bearbeiten]

Otto Piene wuchs in Lübbecke auf. Nach dem Abitur 1947 studierte er von 1949 bis 1950 Malerei und Kunsterziehung an der Akademie der Bildenden Künste in München und von 1950 bis 1953 an der Kunstakademie in Düsseldorf. Zwischen 1951 und 1964 wirkte er als Dozent an der Modeschule in Düsseldorf. Von 1953 bis 1957 belegte er an der Universität zu Köln den Studiengang Philosophie und schloss mit dem Staatsexamen ab. Als Reaktion auf das abstrakte Informel gründete Piene gemeinsam mit Heinz Mack am 11. April 1957 in Düsseldorf die später international einflussreiche Künstlergruppe ZERO („Nullpunkt der Kunst“), der sich im Jahr 1961 auch Günther Uecker anschloss.

An der University of Pennsylvania übernahm er 1964 eine Gastprofessur. Von 1968 bis 1971 war er Fellow des 1967 von Gyorgy Kepes gegründeten Center for Advanced Visual Studies (CAVS). 1972 wurde er Professor of Visual Design for Environmental Art (Professor der Umweltkunst) am Massachusetts Institute of Technology, das ihn 1974 zum Direktor des CAVS berief, dessen Leitung er bis 1994 innehatte.

Piene lebt und arbeitet heute in Groton/Massachusetts, Boston sowie Düsseldorf.

Werk[Bearbeiten]

Otto Pienes Geleucht mit Lichtinstallation auf der Moerser Halde Rheinpreußen

Die bei der Gründung der Gruppe „ZERO“ vorherrschende Idee war ein von der Ebene „Null“ ausgehender kompletter Neubeginn in der Malerei und die Einbeziehung in das künstlerische Schaffen von Licht (und Schatten) sowie – für Piene – auch von Feuer. Ihre Anschauung verbreiteten Mack und Piene bis 1961 in der Zeitschrift „ZERO“.

Im Jahr 1959 entwarf Piene unter Bezugnahme auf elementare Naturenergien Lichtballette und Rauchbilder. Die Praxis der Rauchbilder führt er bis heute fort. Die Spuren von Feuer und Rauch sind wichtige Elemente dieser Werke. Er experimentierte außerdem mit Multimedia-Kombinationen (1960). Bekannt ist Piene insbesondere durch das Lichtballett und weitere lichtkinetische Arbeiten. Außerdem schuf er aufgrund seiner intensiven Auseinandersetzung mit Licht und Bewegung Luft- und Lichtskulpturen.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Zu den mit «K» markierten Ausstellungen erschien ein Katalog.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Kinetische Plastik Licht und Bewegung am Wormland-Haus, Köln
  • 1958: Hell Gelb Hell, Öl auf Leinwand, 68,5 × 96,5 cm, Münster, LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte
  • 1963: Ohne Titel. Öl, Ruß und Kohlepartikel auf Leinwand, 84,5 x 99,5 cm.
  • 1964/65: Lichtobjekte für das Stadttheater in Bonn
  • 1966: Elektronisch programmierbare kinetische Lichtplastik „Licht und Bewegung“ am Wormland-Haus, Hohe Straße 124-126, Köln[4]
  • 1967: Gestaltung des deutschen Pavillons der Biennale di Venezia
  • 1969/71: Lichtobjekte für die „Chambre des Représentants“, Hawaii, Honolulu
  • 1971: Gestaltung des deutschen Pavillons der Biennale di Venezia
  • 1972: More Sky, Lichtinstallationen und Feuerbilder für die Schlussfeier der Olympischen Spiele, München
  • 2006: Geleucht, Lichtinstallation, Turm in Form einer Grubenlampe (Höhe 30 Meter) und 35 Leuchtmasten zur Ausleuchtung einer 8000 m² großen Fläche einer Halde mit rotem Licht, Moers, Halde Rheinpreußen

Literatur[Bearbeiten]

  • Einführung von Wieland Schmied: Ausstellungskatalog zur Ausstellung in der Kestner-Gesellschaft, Hannover 1965, Mack,Piene, Uecker O - ZERO
  • Karl Ruhrberg (Hrsg.): Zeitzeichen. Stationen Bildender Kunst in Nordrhein-Westfalen. DuMont, Köln 1989, ISBN 3-7701-2314-X.
  • Susanne Rennert, Stephan von Wiese (Hrsg.): Otto Piene – Sky Art 1968–1996, Wienand, Köln 1999, ISBN 3-87909-611-2.
  • Jürgen Claus: Otto Piene, in: Liebe die Kunst. Eine Autobiografie in einundzwanzig Begegnungen, Kerber, Bielefeld 2013, S. 64–77, ISBN 978-3-86678-788-9

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Otto Piene – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiversity: Werkbeispiel – Kursmaterialien, Forschungsprojekte und wissenschaftlicher Austausch

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bekanntgabe von Verleihungen des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Vom 5. Oktober 1989. In: Bundesanzeiger, Jg. 41, Nr. 195, S. 4897, ausgegeben am Sonnabend, dem 14. Oktober 1989.
  2. Otto Piene Leonardo da Vinci World Award of Arts 2003. Weltkulturrat, Mexiko-Stadt
  3. Hamburger Abendblatt, 7. Januar 2014, S. 17
  4.  Museum Ludwig (Hrsg.): Skulptur in Köln. Bildwerke des 20. Jahrhunderts im Stadtbild. Köln 1988, S. 161.