Otto Riehs
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
| Gesichtet | ||
Dies ist die letzte gesichtete Version,
(zeige alle), freigegeben am 6. Mai 2008. Die Seite kann bearbeitet werden.
|
Otto Riehs (* 12. August 1921 in Mariánské Lázně) ist ein ehemaliger Soldat der deutschen Wehrmacht und Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges engagierte er sich in mehreren rechtsextremen Parteien und Organisationen und trat auf zahlreichen Veranstaltungen der Neonaziszene als Redner auf.
[Bearbeiten] Wehrmachtssoldat
Otto Riehs arbeitete bei seinem Vater als Schneider-Geselle. Nach seiner Gesellenprüfung leistete er ab 1. April 1939 den Reichsarbeitsdienst im nordwestböhmischen Bilin ab und wurde Truppführer, was in etwa dem Rang eines Unteroffiziers entsprach. Am 1. Oktober 1940 meldete sich Riehs freiwillig zur deutschen Wehrmacht und begann eine Ausbildung zum Panzerjäger in Coburg. Nach nur sechs Wochen Grundausbildung äußerte er den Wunsch, einer Feldeinheit zugeteilt zu werden. Nach einem ersten Einsatz in Belgien beteiligte er sich ab Juni 1941 am Krieg gegen die Sowjetunion und wurde mehrfach verwundet. Für den Abschuss von zehn sowjetischen Panzern innerhalb von zwölf Minuten im September 1943 als Geschützführer einer 7,5-cm Pak erhielt Riehs zunächst das Eiserne Kreuz 1. Klasse (EK I) und am 11. Oktober 1943 das Ritterkreuz. 1943/44 blieb er weiterhin als Geschützführer im Einsatz und wurde am 1. Dezember 1944 zum Feldwebel ernannt. Als weitere Auszeichnungen wurden ihm die Nahkampfspange des Heeres in Bronze und das Verwundetenabzeichen in Gold verliehen. Nach einer weiteren Verwundung kam er im Januar 1945 nach Posen, wo er als Zugführer eine Einheit mit mehreren 8,8-cm-Panzerabwehrkanonen befehligte. Dabei wurde er verwundet und geriet in sowjetische Gefangenschaft, aus der er 1949 entlassen wurde.
[Bearbeiten] Neonazistische Aktivitäten
Nach dem Krieg arbeite Riehs als Kraft- und Taxifahrer. Bereits zu Beginn der 1950er Jahre engagierte er sich bei der neonazistischen Sozialistischen Reichspartei (SRP), bis diese 1952 wegen der offenen Bezugnahme zur NSDAP verboten wurde, und später bei der NPD. Michael Kühnen rechnete Riehs zu den „Freunden und Förderern“ der Gesinnungsgemeinschaft der Neuen Front (GdNF). 1989 trat er als Kandidat der FAP-nahen „Nationalen Sammlung“ zu den Europawahlen an. Riehs wollte als Spitzenkandidat auch zur Kommunalwahl in Frankfurt am Main antreten, doch wurde die Organisation im Februar 1989 vom Innenministerium aufgelöst. Mit Gründung des Kampfbundes Deutscher Sozialisten (KDS) wurde Riehs Ehrenmitglied.
Riehs wurde zu einem der beliebtesten Redner der deutschen Neonaziszene und trat auf zahlreichen Demonstrationen und Veranstaltungen auf. Riehs ist häufig Redner bei dem neonazistischen „Heldengedenken“ auf dem Waldfriedhof Halbe und trat z.B. auf einer Kundgebung für das Waffen-SS-Denkmal in Marienfels am 22. November 2003 oder am 16. Oktober 2004 auf einer Neonazidemonstration in Köln-Kalk auf, die er zusammen mit Christian Worch und Axel Reitz anführte. Da er zu solchen Veranstaltungen regelmäßig sein Ritterkreuz offen zur Schau stellte, wurde im Zusammenhang mit seinem Auftritt in Marienfels im April 2004 auf Anordnung eines Ermittlungsrichters des Amtsgerichtes Frankfurt am Main die Wohnung von Riehs durchsucht und die Orden wegen des Verdachts von „Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“ beschlagnahmt, was zu Protesten in der rechtsextremen Szene, insbesondere bei den Freien Kameradschaften und in der NPD-Parteizeitung „Deutsche Stimme“, führte.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Riehs, Otto |
| KURZBESCHREIBUNG | Soldat der deutschen Wehrmacht |
| GEBURTSDATUM | 12. August 1921 |
| GEBURTSORT | Mariánské Lázně |

