Otto Schön

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Otto Schön (links) mit Werner Lamberz, 1967

Otto Schön (* 9. August 1905 in Königsberg; † 15. September 1968 in Berlin) war Büroleiter des Politbüros des Zentralkomitees der SED in der DDR.

Leben[Bearbeiten]

Der Sohn einer Landarbeiterin und eines Töpfergesellen absolvierte nach dem Besuch der Volksschule in Königsberg und der Realschule in Berlin von 1920 bis 1923 eine Ausbildung zum Versicherungs- und Bankangestellten und arbeitete bis 1928 im Beruf in Berlin. Dort schloss er sich 1922 dem Kommunistischen Jugendverband Deutschlands, 1925 der KPD und der Roten Hilfe an. Nach der Tätigkeit als politischer Leiter des Verwaltungsbezirks Kreuzberg der KPD berief ihn das Zentralkomitee zum Mitglied der Bezirksleitung Ostsachsen der KPD. 1929 bis 1930 war Otto Schön als politischer Leiter des Unterbezirks Freital und nach 1930 als Sekretär der Roten Hilfe für Sachsen und später für den Oberbezirk Mitteldeutschland tätig. In dieser Zeit bekleidete er auch die Funktion des Vorsitzenden des Parteigerichts der Sächsischen Parteiorganisation.[1] 1933 bis 1936 war er im Zuchthaus Bautzen und bis 1937 im KZ Sachsenburg in Haft. Danach arbeitete er als Metallhilfsarbeiter, wurde 1942 zur Wehrmacht eingezogen und 1943 verwundet entlassen. Bis 1945 arbeitete er als kaufmännischer Angestellter in Leipzig und war erneut illegal politisch aktiv.

1945 war er Sekretär der KPD-Kreisleitung Leipzig, 1946 bis 1947 nach der Zwangsvereinigung von SPD und KPD Leiter des SED-Kreisverbandes Dresden, 1946 bis 1950 Stadtverordneter von Dresden und 1947 bis 1950 zweiter Sekretär des SED-Landesverbandes Sachsen. Auf dem III. Parteitag 1950 wurde er zum Mitglied des Zentralkomitees der SED gewählt, als Büroleiter des Politbüros des ZK der SED eingesetzt und wurde somit ein enger Mitarbeiter von Walter Ulbricht. Gleichzeitig war er von 1950 bis 1953 Sekretär des ZK der SED.[2] Seit 1958 war er Abgeordneter der Volkskammer.

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten]

Otto Schön auf einer Briefmarke der DDR, 1985.

Seine Urne wurde in der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde in Berlin-Lichtenberg beigesetzt. 1985 erschien in der DDR eine Sonderbriefmarke mit seinem Porträt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Neues Deutschland vom 20. September 1968
  2. Nachruf in Neues Deutschland vom 17. September 1968
  3. Handbuch der Volkskammer, 3. Wahlperiode, 1959
  4. Neues Deutschland, 6. Oktober 1964, S. 5