Otto von Manteuffel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Otto von Manteuffel im Reichstag

Otto Karl Gottlob Freiherr von Manteuffel (* 29. November 1844 in Berlin; † 4. März 1913 ebenda) war Rittergutsbesitzer und führender konservativer preußischer Politiker.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Otto von Manteuffel ca 1898

Manteuffel war der Sohn des preußischen Ministerpräsidenten Otto Theodor Freiherr von Manteuffel und seiner Frau Berta geb. von Stammer. Er studierte Rechtswissenschaft an der Georg-August-Universität und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Er war Mitglied der Corps Saxonia Göttingen (1862) und Marchia Halle (1864).[1]

Am Deutschen Krieg nahm er als Leutnant teil. Von 1872 bis 1889 war Manteuffel Landrat in Luckau. Außerdem war er Mitglied im Provinziallandtag Brandenburg und im Kommunallandtag der Niederlausitz. Daneben war Manteuffel Mitglied der Generalsynode und der Provinzialsynode für Brandenburg. Er war Vorsitzender des Evangelischen Hilfsvereins und Generaldirektor der Land-Feuersocietät für die Kurmark und die Niederlausitz.

Von 1877 bis 1898 war Manteuffel Mitglied des Reichstages für die deutschkonservative Partei. Zwischen 1892 und 1897 war er Fraktionsvorsitzender. Seit 1883 war er außerdem Mitglied des Herrenhauses; 1891 war er sein erster Vizepräsident. Von 1882 bis 1908 war er Vorsitzender der alten Fraktion.

In der Deutschkonservativen Partei spielte Manteuffel vor allem seit dem Tivoliparteitag 1892, auf dem unter anderem antisemitische Programmpunkte beschlossen wurden, eine zentrale Rolle. Bis 1911 war er Vorsitzender der deutschkonservativen Partei. Außerdem war Manteuffel 1894 Vorsitzender des brandenburgischen Provinziallandtages und des Niederlausitzer Kommunallandtages.

Zwischen 1896 und 1912 war er Landesdirektor der Provinz Brandenburg. Im Jahr 1904 wurde er zum Wirkl. Geh. Rat ernannt. Von 1908 und 1911 war Manteuffel Präsident des Herrenhauses. Außerdem war er Vorsitzender des konservativen Vereins der Steuer- und Wirtschaftsreformer.

Literatur[Bearbeiten]

  • Manteuffel, Otto Karl Gottlob, Freiherr von. In: Brockhaus Konversations-Lexikon 1894–1896, 11. Band, S. 565.
  • Herrmann A. L. Degener (Hrsg.): Wer ist’s? 4. Ausgabe, Degener, Leipzig 1909
  • Anton Bettelheim (Hrsg.): Biographisches Jahrbuch und deutscher Nekrolog. Band 18, 1913, Reimer, Berlin
  • Wilhelm Kosch, fortgeführt von Eugen Kuri: Biographisches Staatshandbuch. Francke, Bern [u. a.] 1963.
  • Acta Borussica. 1. Reihe: Die Protokolle des Preußischen Staatsministeriums 1817–1934/38. Band 10: 14. Juli 1909 bis 11. November 1918. Olms-Weidmann, Hildesheim [u. a.] 1999, ISBN 3-487-11007-5, S. 413 (PDF-Datei; 2,74 MB)
  • Friedwerd Messow: Stadtjunker in der Lausitz. Regia-Verlag, Cottbus [2002], ISBN 3-936092-66-4, S. 34
  • Kristina Hübener: Manteuffel, Otto Karl Gottlob, Frhr. v. In: Friedrich Beck und Eckart Henning (Hrsg.): Brandenburgisches Biographisches Lexikon (= Einzelveröffentlichung der Brandenburgischen Historischen Kommission e. V., Band 5). Verlag für Berlin-Brandenburg, Potsdam 2002, ISBN 3-935035-39-X, S. 269–270 (mit Bild)
  • Dirk Hainbuch/ Florian Tennstedt (Bearb.): Biographisches Lexikon zur Geschichte der deutschen Sozialpolitik 1871 bis 1945. Band 1: Sozialpolitiker im Deutschen Kaiserreich 1871 bis 1918. Kassel University Press, Kassel, 2010, S. 105; ISBN print 978-3-86219-038-6, ISBN online 978-3-86219-039-3 (Online, PDF; 2,2 MB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Otto von Manteuffel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kösener Korps-Listen 1910, 85, 216; 99, 278