Otto von Pack

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Otto von Pack (um 1480; † 8. Februar 1537) war Rat des albertinischen Herzogs Georg des Bärtigen von Sachsen.

Nachdem er wegen verschiedener zweideutiger Handlungen zur Geldgewinnung in Untersuchung gewesen und entlassen worden war, machte er 1527 dem Landgrafen Philipp von Hessen die Anzeige von einem geheimen Bündnis, das König Ferdinand, der sächsische Herzog Georg und andere katholische Stände am 12. Mai 1527 in Breslau zur Vernichtung des Protestantismus und der ihm „anhangenden“ Fürsten, namentlich des ernestinischen Kurfürsten von Sachsen (Johann der Beständige) und Philipps selbst, geschlossen hätten.

Der Landgraf reiste sogleich nach Dresden, und hier zeigte ihm Pack am 18. Februar 1528 eine Kopie des Vertrags. Ohne sich erst der Echtheit dieser Urkunde zu vergewissern, rüsteten sich Philipp und der Kurfürst sofort zur Abwehr. Aber auf Luthers Rat bemühten sich die von Pack beschuldigten Fürsten zuerst um Aufklärung über die Packsche Anklage.

Ferdinand und Georg leugneten die Existenz des Breslauer Bündnisses und verlangten eine gerichtliche Untersuchung gegen den falschen Angeber. Hierdurch sah sich der Landgraf genötigt, Pack zu nennen. Derselbe wurde in Kassel einem Verhör (aber ohne Folter) unterworfen, wobei sich einige seiner Angaben als falsch erwiesen. Jedoch konnte er nicht zum Widerruf seiner Aussage, dass er die Originalurkunde mit den Siegeln der Fürsten in Händen gehabt hatte, gebracht werden.

Philipp beharrte daher auf seinem Verdacht und erzwang durch Vermittlung von Pfalz und Trier eine Geldentschädigung von Kurmainz und Bamberg für seine Rüstungen.

Pack entfloh in die Niederlande, wurde aber hier nach mehrjährigem Abenteurerleben auf Herzog Georgs Verlangen verhaftet und 1537 hingerichtet. Die Packschen Händel hatten aber eine Gereiztheit und Verbitterung auf beiden Seiten, auch beim Kaiser, hervorgebracht, welche lange nachwirkten.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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