Otto von Struve

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Dieser Artikel befasst sich mit dem russisch-amerikanischen Astronomen Otto von Struve (1897–1963). Zum deutsch-baltischen Astronomen (1819–1905) siehe Otto Wilhelm von Struve.
Otto Struve (1949)

Otto von Struve (auch: Otto Struve; * 12. August 1897 in Charkow, Russisches Kaiserreich; † 6. April 1963 in Berkeley (Kalifornien), Vereinigte Staaten) war ein russisch-amerikanischer Astronom deutsch-baltischer Abstammung.

Leben[Bearbeiten]

Otto Struve mit seinem Vater 1903

Struve war der Sohn des Mathematikers Ludwig von Struve und der Neffe von Hermann von Struve. Nach seiner Schulzeit begann Struve ab 1914 Astronomie an der Universität Charkow zu studieren. Sein Studium wurde durch den russischen Bürgerkrieg unterbrochen, in dem er auf der Seite der Weißen Armee kämpfte. Nach Kriegsende schloss er sein Studium ab und lehrte auch für kurze Zeit als Dozent.

1921 wanderte er in die USA aus und wirkte schon bald als assistant for stellar spectroscopy am Yerkes Observatory in Williams Bay, Wisconsin. Dieses Observatorium gehörte der University of Chicago. Struve promovierte 1923 und im darauffolgenden Jahr avancierte er zum Dozenten in Yerkes. Als solcher heiratete er 1925 Mary Martha Lanning. Da die Ehe kinderlos blieb, blieb Otto von Struve der letzte Spross der großen Astronomenfamilie Struve.

1927 wurde er zum assistant professor ernannt und noch im selben Jahr bekam er die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. 1930 wurde er zum associate professor befördert und 1931 zum assistant director. In den Jahren 1932 bis 1947 leitete Struve als Direktor das Yerkes Observatorium und gleichzeitig war er in diesen Jahren als Professor für Astrophysik an der Universität in Chicago tätig.

Als 1939 die Universität von Texas ihr McDonald Observatory in den Davis Mountains eröffnete, betraute man Struve mit der Leitung.

1950 legte Struve die Ämter aus gesundheitlichen Gründen in Austin und in Chicago nieder und nahm einen Ruf der University of California, Berkeley an. Dort lehrte er an der astronomischen Fakultät und leitete das Leuschner Observatory, das zu dieser Fakultät gehörte.

1952 wurde Struve zum Präsidenten der Internationalen Astronomischen Union gewählt. Dieses Amt hatte er bis 1955 inne. Vier Jahre später berief man Struve zum Direktor des National Radio Astronomy Observatory. Diesen Posten bekleidete er bis an sein Lebensende.

Neben seiner Tätigkeit als Herausgeber des Astrophysical Journal beschäftigte er sich mit umfangreichen spektroskopischen Beobachtungen und theoretischen Untersuchungen über Sterne mit ausgedehnten Gashüllen, über Veränderliche Sterne, Doppelsterne und interstellare Materie.

Ehrungen[Bearbeiten]

1954 wurde er als Mitglied („Fellow“) in die Royal Society aufgenommen.[1] Weitere Ehrungen:

Schriften[Bearbeiten]

  • Stellar evolution – an exploration from the observatory. Princeton University Press, Princeton 1950.
  • Elementary Astronomy. 1959.
    • deutsch: Astronomie – Einführung in ihre Grundlagen. 2., durchgesehene Auflage. de Gruyter, Berlin 1963.
  • The universe. M.I.T Press, Cambridge 1966.

Literatur[Bearbeiten]

  • Margherita Hack et al.: Modern astrophysics – a memorial to Otto Struve. Gauthier-Villars, Paris 1967.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Otto Struve – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag bei der Royal Society.