Ottrau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ottrau
Ottrau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ottrau hervorgehoben
50.89.3833333333333378Koordinaten: 50° 48′ N, 9° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Schwalm-Eder-Kreis
Höhe: 378 m ü. NHN
Fläche: 48,49 km²
Einwohner: 2294 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 47 Einwohner je km²
Postleitzahl: 34633
Vorwahlen: 06639, 06628 (Schorbach, Weißenborn)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: HR
Gemeindeschlüssel: 06 6 34 020
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Neukirchener Straße 1
34633 Ottrau
Webpräsenz: www.ottrau.de
Bürgermeister: Norbert Miltz (parteilos)
Lage der Gemeinde Ottrau im Schwalm-Eder-Kreis
Kassel Landkreis Fulda Landkreis Hersfeld-Rotenburg Landkreis Kassel Landkreis Marburg-Biedenkopf Landkreis Waldeck-Frankenberg Vogelsbergkreis Vogelsbergkreis Werra-Meißner-Kreis Knüllwald Homberg (Efze) Frielendorf Schwarzenborn (Knüll) Neukirchen (Knüll) Oberaula Ottrau Schrecksbach Willingshausen Schwalmstadt Gilserberg Jesberg Neuental Bad Zwesten Borken (Hessen) Morschen Malsfeld Wabern (Hessen) Felsberg (Hessen) Spangenberg Melsungen Körle Guxhagen Edermünde Gudensberg Niedenstein FritzlarKarte
Über dieses Bild

Ottrau ist eine Gemeinde im Schwalm-Eder-Kreis in Hessen, Deutschland.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Ottrau ist die südlichste Gemeinde des Schwalm-Eder-Kreises. Sie liegt in den Südausläufern des Knüllgebirges etwa 10 km nordöstlich von Alsfeld. Durchflossen wird sie vom südlichen Grenff-Zufluss Otter.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Ottrau grenzt im Norden an die Stadt Neukirchen, im Nordosten an die Gemeinde Oberaula, im Südosten an die Gemeinde Breitenbach am Herzberg (Landkreis Hersfeld-Rotenburg), im Süden an die Stadt Alsfeld (Vogelsbergkreis), sowie im Westen an die Gemeinde Schrecksbach (Schwalm-Eder-Kreis).

Gliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Ottrau setzt sich aus sieben Ortsteilen zusammen:

Geschichte[Bearbeiten]

Ersterwähnung und Namen[Bearbeiten]

Im Jahr 775 wird Ottrau erstmals in jener Urkunde genannt, mit der das Kloster Hersfeld zum Reichskloster erhoben wird. In den folgenden Jahrhunderten ist es als "Ottraha" für 782 (in einer Fälschung aus dem 11. Jahrhundert), "Otraho" im 9. Jahrhundert, "Otheraba" 1057, "Ottra" 1232 und "Ottrauw" um 1660 belegt.

Kirche[Bearbeiten]

Eine "aecclesia" ist im Jahr 1057 belegt. Das ursprüngliche Patrozinium der Kirche ist unbekannt. Zur Mitte des 13. Jahrhunderts wechselte die Zentralfunktion, die der Ottrauer Kirche bisher für die Umgebung zugekommen war, nach Neukirchen. Mit der Reformation wird ein neuer Pfarrbezirk errichtet, dessen Gebiet sich mit dem des Gerichtes Ottrau deckt. Die Pfarrei wird erstmals 1535 genannt, 1569 werden Görzhain und Berfa als Filialen eingepfarrt. 1607 erfolgt der Wechsel zum reformierten Bekenntnis. 1747 ist neben Berfa auch Kleinropperhausen nach Ottrau eingepfarrt, 1837 wird im Tausch gegen Berfa das seit mindestens 1585 als Pfarrerei bezeichnete Görzhain nach Ottrau eingepfarrt. Heute gehört Ottrau zusammen mit Görzhain und Immichenhain zum evangelischen Kirchenkreis Ziegenhain in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die älteste Einwohnerzählung überliefert für 1585 45 Hausgesesse. 1750 sind 63 Wohnhäuser mit 350 Einwohnern belegt. 1861 zählte Ottrau 488 evangelisch-reformierte Einwohner, 7 abweichende Sekten und 32 Juden. 1961 zählte Ottrau 733 evangelische und 23 römisch-katholische Einwohner.

Gemeindeentwicklung[Bearbeiten]

Ottrau gehörte im 9. Jahrhundert zum Hessengau, ist seit 1343 als Gericht Ottrau belegt und gehörte ab 1585 mit dem Gericht Ottrau zum Amt Neukirchen, von 1807 bis 1813 zum Kanton Oberaula, von 1814 bis 1821 zum Amt Neukirchen, von 1821 bis 1848 und von 1851 bis 1973 zum Landkreis Ziegenhain.

Am 1. April 1972 wurde die Großgemeinde Ottrau im Rahmen der hessischen Gebietsreform durch den Zusammenschluss der sechs bis dahin selbstständigen Gemeinden Ottrau, Görzhain, Immichenhain, Kleinropperhausen, Schorbach und Weißenborn gebildet.[2] Seit dem 1. Januar 1974 gehört Ottrau zum Schwalm-Eder-Kreis.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Gemeindevertreterwahl 2011
 %
40
30
20
10
0
37,0 %
27,3 %
20,3 %
15,4 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
+6,8 %p
-13,4 %p
+1,6 %p
+5,0 %p
Parteien und Wählergemeinschaften  %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 37,0 6 30,2 4
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 27,3 4 40,7 6
FWG Freie Wählergemeinschaft 20,3 3 18,7 3
UWG Unabhängige Wählergemeinschaft 15,4 2 10,4 2
Gesamt 100,0 15 100,0 15
Wahlbeteiligung in % 83,9 69,6

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Gemeinde Ottrau unterhält eine Partnerschaft mit der ungarischen Stadt Drávafok.

Bauwerke[Bearbeiten]

Die evangelische Kirche steht vermutlich an Stelle eines vor dem Jahr 800 anzunehmenden Bauwerks, von dem keine Spuren bekannt sind. Eine um 1200 entstandene Kirche wurde im Dreißigjährigen Krieg beschädigt und verändert aufgebaut. An einen Chor, der außen fünfseitig, innen aber rund geschlossenen ist, schließt sich ein hälftig unterteiltes Langhaus an, dessen älterer, östlicher Teil im 13. Jh., dessen neuere, westliche Teile im 15. und 17. Jh. entstanden. Chor und östlicher Langhausteil waren ehemals gewölbt; die Schlusssteine finden sich als Spolien in West- und Nordfassade vermauert. Die heutige Flachdecke stammt aus der 2. Hälfte des 17. Jh.s. Die Kirche liegt pittoresk in einem fast vollständig ummauerten Kirchhof.

Nördlich der Kirche hat sich in dem "Alte Burg" genannten, spätmittelalterlichen Steinhaus, das heute zu einem Gehöft gehört (Burggasse 12) ein weiteres Zeugnis von Ottraus jahrhundertealter Geschichte erhalten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dehio-Handbuch, Hessen I, Berlin/München, 2008, S. 739-740.
  • Volze, Fritz: Ottrau. Ein kirchliches Zentrum im Mittelalter, in: Jahrbuch des Schwalm-Eder-Kreises, Bd. 11 (1985), S. 61-64.
  • Wagner, Wilhelm: Geschichte von Ottrau und Kleinropperhausen, Ottrau 1914, Neuauflage, Verlag Waldemar Stumpf, 1984
  • 1200 Jahre Ottrau, Plag-Druck, Schwalmstadt, 1982
  • Dr. Jäckel, Bernd: Ortssippenbuch der Gemeinde Ottrau 1830-1934, o. D.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ottrau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 412.