Oude Kerk (Amsterdam)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Kirche wurde nicht freigelegt, noch immer grenzen frühere Bürgerhäuser direkt an die Fassade
Barock geprägter Turmhelm
Hauptorgel im Kirchenschiff
Kirchenfenster der Oude Kerk
Hölzerne Dachkonstruktion der Oude Kerk (Seitenschiff)

Die Oude Kerk (Alte Kirche) ist das älteste erhaltene Bauwerk in der niederländischen Hauptstadt Amsterdam.

Geschichte[Bearbeiten]

Am Standort der Oude Kerk befand sich im 13. Jahrhundert eine kleine hölzerne Kapelle mit Friedhof. Mutterkirche war die Kirche von Ouderkerk, doch wuchs die Kirche in Amsterdam schnell und wurde 1334 selbständige Pfarrkirche, die dem heiligen Nikolaus geweiht war. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts wurde von dieser die im Westen der Stadt gelegene Nieuwe Kerk (Neue Kirche) abgepfarrt, woher sich die jeweiligen Bezeichnungen ableiten.

Der hölzerne Ursprungsbau der Kirche war in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts durch einen steinernen Saalbau ersetzt worden. Nach 1300 erfolgte der Bau einer dreischiffigen Hallenkirche, die vermutlich die erste Hallenkirche der Niederlande war. Um 1330 erhielt die Kirche einen neuen Chor, zwischen 1330 und 1350 wurden breitere Seitenschiffe angefügt. In späterer Zeit wurde die Kirche nach Osten vergrößert und ein fünfseitiger Chorumgang gebaut. 1380–1412 erfolgte im Norden der Anbau der Georgskapelle, 1450–1560 im Süden der Anbau der Sebastianskapelle. Im 16. Jahrhundert wurde das Kirchenschiff erhöht und der Turm vergrößert.

1566 fiel die mittelalterliche Ausstattung dem Bildersturm zum Opfer, nach 1578 erfolgte eine Neugestaltung für den protestantischen Gottesdienst. Von 1584 bis 1611 diente die Kirche auch als Börse.

1951 musste die Kirche wegen Einsturzgefahr geschlossen werden und wurde 24 Jahre lang restauriert. Eine erneute Renovierung fand 1994–1998 statt.
Die Oude Kerk ist die wohl einzige Kirche der Welt, deren Kirchplatz fast ausschließlich von Bordellen umsäumt ist.

Begräbnisstätte Oude Kerk[Bearbeiten]

In der Oude Kerk befinden sich an die 2.500 Gräber, in denen etwa 10.000 Amsterdamer Bürger beigesetzt sind, darunter:

Orgel[Bearbeiten]

Die Orgel wurde 1724–26 von Christian Vater, einem Schüler von Arp Schnitger, mit 45 Registern in norddeutscher Tradition gebaut und von Johann Caspar Müller um neun Register erweitert. Änderungen erfolgten 1869 und 1879 durch C.F.G. Witte. Eine Restaurierung steht bevor.

I Rugwerk C–c3
1. Prestant 8′
2. Holpijp 8′
3. Quintadena 8′
4. Octaaf 4′
5. Gemshoorn 4′
6. Quint 3′
7. Octaaf 2′
8. Woudfluit 2′
9. Cornet disc V
10. Sexquialter II–IV
11. Carillon III–IV
12. Mixtuur V–VIII
13. Scherp III–V
14. Fagot 16′
15. Trompet 8′
Tremulant
II Hoofdwerk C–c3
16. Prestant 16′
17. Bourdon 16′
18. Prestant 8′
19. Holpijp 8′
20. Quint 6′
21. Octaaf 4′
22. Roerfluit 4′
23. Roerquint 3′
24. Octaaf 2′
25. Fluit 2′
26. Sexquialter disc IV
27. Mixtuur V–VIII
28. Scherp IV–VI
29. Trompet 16′
30. Trompet 8′
Tremulant
III Bovenwerk C–c3
31. Quintadena 16′
32. Prestant 8′
33. Baarpijp 8′
34. Quintadena 8′
35. Viola di Gamba 8′
36. Octaaf 4′
37. Gemshoorn 4′
38. Nasard 3′
39. Sexquialter IV
40. Cymbel III
41. Trompet 8′
42. Dulciaan 8′
43. Vox Humana 8′
Tremulant
Pedal C–d1
44. Prestant 16′
45. Subbas 16′
46. Prestant 8′
47. Roerquint 6′
48. Octaaf 4′
49. Nachthoorn 2′
50. Mixtuur VI
51. Bazuin 16′
52. Trompet 8′
53. Trompet 4′
54. Zink 2′
  • Koppeln: I/II, III/II, II/P.
  • Stimmung: Ca. 1/8 über a1 = 440 Hz, gleichschwebend.

Glocken und Carillon[Bearbeiten]

In der Glockenstube hängen vier Glocken: Glaube (b0, ≈3.700 kg, Ø 1.750 mm), Hoffnung (d1, Ø 1.400 mm), Liebe (f1, Ø 1.170 mm) und Freiheit (b1, Ø 870 mm). Die Glocken hängen an verkröpften Jochen und werden seit jeher von Hand geläutet. In der unteren Laterne des Turmhelms hängt ein Carillon, das ursprünglich im Jahre 1858 von François Hemony gegossen wurde. Die Tonfolge reicht von b0 (≈3.400 kg), c1, d1 chromatisch bis b4. Von den ursprünglichen 35 Hemony-Glocken sind heute nur noch die größten 14 erhalten (b0 bis cis2), die anderen sind von Eijsbouts. Das Glockenspiel ist in mitteltöniger Stimmung gestimmt. Der Stokkenspieltisch wurde 1991 von der Glockengießerei Eijsbouts gebaut.

In der darüberliegenden Turmlaterne befindet sich eine Uhrschlagglocke aus dem Jahre 1505. Im Dachreiter über der Vierung hängt seit 2006 anstelle einer Vorgängerin wieder eine Angelusglocke (Ø 770 mm) aus der Glockengießerei Eijsbouts, die zum Vaterunser geläutet wird.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oude Kerk (Amsterdam) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

52.3741666666674.8980555555556Koordinaten: 52° 22′ 27″ N, 4° 53′ 53″ O